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Entscheidung zu Sonntagsöffnung im Stadtrat geplatzt

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Der Dresdner Stadtrat hat am Donnerstag gleich zu Beginn der Sitzung mit einer Überra­schung begonnen: die Entschei­dung über die verkaufs­of­fenen Sonntage in diesem Jahr wurde vertagt. Oberbür­ger­meister Hilbert, der selbst nicht an der Sitzung teilnehmen konnte, da er seinen erkrankten Sohn betreuen musste, sieht noch Abstim­mungs­be­darf. Das teilte Ordnungs­bür­ger­meister Detlef Sittel mit. Die rot-grün-rote Stadt­rats­mehr­heit will in diesem Jahr einen stadt­weiten verkaufs­of­fenen Sonntag am zweiten Advent.Verschie­dene Meinungen zum Sonntags-Shopping Oberbür­ger­meister Hilbert will dagegen drei verkaufs­of­fene Sonntage, die Mehrheit im Rat ist gegen diese Lösung. Es soll nur zum Strie­zel­markt, am 2. Advent, einen verkaufs­of­fenen Sonntag geben - diesmal aber in der gesamten Stadt. Im vergan­genen Jahr war der Shopping-Sonntag auf die Innen­stadt beschränkt. Zudem soll es wieder sechs lokale verkaufs­of­fene Sonntage, zum Beispiel zur BRN oder zum Elbhang­fest geben.Die endgül­tige Entschei­dung dazu, wurde nun aber vertagt und von der Tages­ord­nung genommen. Die Dresdner Händler drängen auf länger­fris­tige Entschei­dungen, um sich auf entspre­chende Termine einrichten zu können.Neuer Standort für VHSWie Finanz­bür­ger­meister Vorjo­hann in der Frage­stunde der Stadt­räte mitteilte, seien 13 Angebote für einen neuen Standort für die Dresdner Volks­hoch­schule einge­gangen. Es gebe einen Favoriten, mit dem Vertrags­ver­hand­lungen laufen. Noch vor der Sommer­pause soll eine Vorlage fertig sein, um einen neuen Standort zu beziehen. Die VHS muss ihren alten Standort, u. a. aus Brand­schutz­gründen, aufgeben.Vorjo­hann: "Sie haben wohl ne Vollmeise"Hitzig wurde die Debatte beim Thema Asyl. Die AfD hatte beantragt, keine Asylbe­werber in Dresdner Schulen oder Turnhallen mehr unter­zu­bringen. Im Laufe der Debatte warf Linken-Chef Scholl­bach Finanz­bür­ger­meister Vorjo­hann vor, Turnhallen verfallen zu lassen und freizu­halten, um günstige Unter­künfte vorzu­halten. Vorjo­hann antwor­tete darauf mit den Worten: "Sie haben wohl ne Vollmeise".Techni­scher Direktor von Dynamo wird Sport­stät­ten­chefIn nicht­öf­fent­li­cher Sitzung wurde Ralf Gabriel, aktuell Techni­scher Direktor bei Dynamo Dresden, zum neuen Chef des städti­schen Sport­stät­ten­be­triebes gewählt. Zuvor hatten bereits die zustän­digen Ausschüsse die Perso­nalie die Weichen mit großer Mehrheit gestellt. Gabriel war u. a. stell­ver­tre­tender Betriebs­leiter, seit 2013 dann Techni­scher Direktor bei der SGD. Nun übernimmt er den vakanten Posten des Sport­stät­ten­chefs, ist damit u. a. für Energie­ver­bund Arena, den Sport­park Ostra und alle kommu­nalen Sport­stätten verant­wort­lich. Seit 2014 war die Stelle im Sport­stät­ten­be­trieb, mit 150 Mitar­bei­tern, unbesetzt.Debatte um Narren­häuselFür lange Debatten sorgte auch die Idee, das sogenannte "Narren­häusel" wieder aufbauen zu lassen. Das Haus war 1755 errichtet worden, erhielt seinen Namen durch seinen promi­nen­testen Bewohner: Hofnarr Johann Fröhlich, der für Kurfürst Fried­rich August I. Hofnarr war. Das Gebäude wurde u.a. auch als Gaststätte genutzt, am 13. Februar 1945 zerstört und 1950 dann abgerissen. Stadt­ent­wick­lungs­bür­ger­meister Schmidt-Lamon­tain warnte vor überzo­genen Erwar­tungen: "Wir werden in diesem Jahr noch kein Narren­häusel dort stehen haben." Der Stadtrat stimmte - trotz Gegen­stimmen von Linken, Piraten und Grünen - dem SPD-Antrag zu, das Grund­stück auszu­schreiben und einen histo­ri­schen Wieder­aufbau auf den Weg zu bringen.Ein mögli­cher Investor steht mit Frank Wießner bereits bereit. Der schätzt die Baukosten auf 1,5 - 2,5 Millionen Euro. Nach 60 Jahren soll das Grund­stück mit Gebäude wieder zurück an die Stadt fallen. Die Gesell­schaft histo­ri­scher Neumarkt hatte die Pläne für den Wieder­aufbau ins Rollen gebracht. Nun gibt es im Stadtrat eine Mehrheit für diese Idee.200.000 Euro Zuschuss für Busmann­ka­pelleDer Stadtrat gab einen Zuschuss in Höhe von 200.000 Euro für die Fertig­stel­lung der Gedenk­stätte Busmann­ka­pelle/Sophi­en­kirche frei. Der Bund stellt ebenfalls 200.000 Euro zur Verfü­gung. Bis Jahres­ende soll die Gedenk­stätte fertig­ge­stellt werden.