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Dresdens teuerste Baustelle: Gerüste fallen am Stadtforum

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In etwas mehr als 300 Tagen öffnet das neue Verwaltungszentrum am Ferdinandplatz. Ab Mittwoch wird neben dem letzten Baukran auch nach und nach das Fassadengerüst zurück gebaut. Die Stadtverwaltung investiert über 120 Millionen Euro in modernste Arbeitsplätze für 1500 Mitarbeiter aus 15 Ämtern.

Die Verwaltung soll im Neubau komplett ohne Papier, nur noch digital, arbeiten. Viele Aktenschränke und große Papierstapel sind damit bald tabu. Dafür wäre im Stadtforum, wie der Neubau offiziell heißt, ohnehin kein Platz mehr vorgesehen. Denn es gibt nur 1000 Schreibtische für die 1500 Mitarbeiter. Durch Gleitzeit, Krankheit oder auch Urlaub sind nie alle Mitarbeiter anwesend.

Und die anwesenden müssen sich ihren Schreibtisch buchen. „Das geschieht ähnlich wie beim Restaurantbesuch über eine App. Mit dem Dienstausweis checkt man sich früh dann an seinem Tisch ein“, erklärt Projektleiterin Christine Spielvogel. Dort dürften zwar Privatfotos aufgestellt werden, „aber am Abend muss alles wieder weggeräumt werden, denn am nächsten Tag kann ja jemand anderes an dem Platz sitzen.“ Wer konzentriert arbeiten muss, kann sich in sogenannte Denkräume zurückziehen. Für Telefonate stehen schallgeschützte Telefonzellen zur Verfügung.  

Selbst Oberbürgermeister Dirk Hilbert habe kein eigenes Büro mehr, so Spielvogel. Weil die Stadtverwaltung weiß, wie schwer einigen der Schreibtisch-Wechsel und die digitalen Verwaltung fallen werden, „haben wir für zwei Jahre fest einen Arbeitspsychologen gebucht“, erklärt Spielvogel.

Dafür bietet das Stadtforum den Mitarbeitern aber auch einiges: Begrünte Dachterrasse mit Tischtennisplatte für Pausen oder auch mal eine Dienstberatung im Freien, Sporträume (u.a. für Yoga) und 371 Fahrradstellplätze nebst Ladepunkt im Untergeschoss. Die 150 Auto-Stellplätze in der Tiefgarage sind öffentlich nutzbar, ebenso wie das Foyer im 1. Stock nebst Cafeteria.

Der sechsstöckige Neubau wird mit Fernwärme beheizt, bezieht seinen Strom aber größtenteils von Solarplatten auf dem Dach. „Wir haben aber auch eine Notstromversorgung für wichtige Bereiche im Gebäude“, so Wirtschaftsbürgermeister Jan Pratzka.

Im Juni soll die Natursteinfassade dann ganz unverbaut sichtbar sein, dann beginnen auch die Arbeiten im Außenbereich. Bäume werden gepflanzt, Bänke und ein Springbrunnen aufgestellt.

Erster Nutzer des neuen Gebäudes ist ab April 2025 übrigens das Fundbüro. Danach ziehen alle Ämter innerhalb eines Jahres Stück für Stück um. „Das Neue Rathaus gegenüber soll bis Oktober 2025 leer gezogen sein und wird dann anschließend für fünf Jahre saniert“, so Spielvogel.

 

Audio:

Projektleiterin Christine Spielvogel

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