• So soll die 15. Grundschule nach der Sanierung aussehen (Visualisierung: Schulverwaltungsamt)

Eltern kritisieren Zustände an Ausweichschule in der Neustadt

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Eltern und Politiker der Grünen kritisieren die Situation für Schüler der 15. Grundschule. Der Brandschutz und die Akustik im Ausweichstandort seien mangelhaft, heißt es in einer Pressemitteilung. Bereits vor sechs Wochen habe man auf die Zustände aufmerksam gemacht, allerdings keinerlei Reaktion erhalten. Daraufhin wurde Dienstaufsichtsbeschwerde eingelegt. Auch Parkplatznot für die Lehrer, fehlende Fahrradstellplätze oder der zu kleine Speiseraum wurden kritisiert.

Das Dresdner Schulverwaltungsamt sieht keine erheblichen Gesundheitsgefahren. Problematisch sei das dritte Obergeschoss gewesen, das gesperrt wurde, hieß es. Weitere Änderungen sind nicht geplant, die Schüler sollen im April kommenden Jahres in ihr saniertes Schulgebäude zurückziehen.

Hier die Auskünfte des Schulverwaltungsamtes auf unsere Anfrage nachlesen:

Kritik der Eltern

Aus der Elternschaft und der Hortleitung wurden bzw. werden u.a. die mangelnde Raumakustik in Gängen und Klassenzimmern, die Anzahl der Fahrradstellplätze, fehlende kostenfreie Parkplätze für das Schulpersonal und die Größe des Speiseraumes kritisiert; weiterhin werden Mängel am baulichen Brandschutz sowie hinsichtlich der Arbeitssicherheit angezeigt.

Ergriffene Maßnahmen

Alle Probleme, die im Zusammenhang mit der Nutzung des Auslagerungsobjektes stehen wurden nach Möglichkeit ausgeräumt. Dabei waren und sind immer Kompromisse erforderlich, die in Zusammenarbeit mit der Schulgemeinschaft in der Regel auch gefunden werden konnten. So konnten z.B. die Bedenken zum Brandschutz ausgeräumt , die notwendigen Voraussetzungen für einen sicheren Schulbetrieb geschaffen sowie die Betriebserlaubnis für den Schulhort erwirkt werden. Die Grundschule wird aber auch weiterhin die für das Gymnasium Dreikönigschule bereits eingerichteten Fachkabinette nicht nutzen können, die Nutzung des Kleinspielfeldes des Gymnasiums ist für den Schulhort weiterhin untersagt und es werden durch den Schulträger keine Maßnahmen zur Verbesserung der Raumakustik umgesetzt.

Thema Brandschutz

Es gibt aktuell, trotz der im unsanierten Bestand regelmäßig bestehenden Abweichungen von den aktuellen Vorgaben zum baulichen Brandschutz, keine Mängel, welche einer Klärung bedürfen. Ohne an dieser Stelle tiefer in die brandschutztechnische Bewertung von Schulgebäuden einsteigen zu können, muss grob zwischen erheblichen unmittelbaren Gesundheitsgefahren und anderen Abweichungen von den aktuell geltenden gesetzlichen Vorgaben unterschieden werden.
Im Rahmen einer Begehung in Vorbereitung der Bauauslagerung wurden für das 3. OG erhebliche unmittelbare Gesundheitsgefahren erkannt. Eine Kompensation der Mängel durch bauliche Maßnahmen analog der durch Türen geteilten Flure in den anderen Etagen ist nicht möglich gewesen.
Unmittelbare Gefahren sind abzustellen. Das konnte damals nur durch die Sperrung der Räumlichkeiten erreicht werden. Die Räume wurden durch ursprünglich nicht geplante die Mitnutzung von Haus C (Hofgebäude) kompensiert.

Thema Akustik

Die Elternschaft bemängelt die mangelhafte Raumakustik in den Gängen und Klassenzimmern. Es ist richtig, dass die Raumakustik nicht den Vorgaben entspricht, wie sie bei einer Gesamtsanierung oder einem Neubau Anwendung finden würden. Die Raumakustik ist aber auch nicht schlechter als im unsanierten Schulgebäude der 15. Grundschule. Es sollte nachvollziehbar sein, dass in einem Gebäude, welches kurzfristig in die Gesamtsanierung geht keine kostenintensiven Maßnahmen zur Raumakustik umgesetzt werden. Den von den Eltern vorgeschlagenen Fußbodenbelag lehnen wir ab, da dieser nachweislich nicht zu einer Verbesserung der Raumakustik beiträgt aber höhere Kosten bei der Reinigung nach sich zieht. Das Bespannen der Wände mit Messe-Auslegeware lehnen wir ebenfalls als unwirksam ab.

Schulverwaltungsamt sieht keinen weiteren Handlungsbedarf

Nein. Es handelt sich um ein Bauauslagerungsobjekt. Das bisher durch das Gymnasium Dreikönigschule genutzte Gebäude erfüllt die Anforderungen an den Schul- und Hortbetrieb.

Die bauliche Fertigstellung der 15. Grundschule ist entsprechend des aktuellen Rahmenterminplanes für April 2020 geplant. Zum Rückzugstermin der 15. Grundschule wurden noch keine verbindlichen Abstimmungen geführt.

Hier können sie die Pressemitteilung der Grünen nachlesen:

Mit Unverständnis reagieren die Neustadtgrünen Stadtbezirksbeirät*innen auf die durch die Elternschaft an sie herangetragenen Missstände im Auslagerungsstandort der 15.Grundschule am Gymnasium Dreikönigschule.

Durch die Elternschaft wurde bereits seit langem vergeblich auf die Mängel beim Brandschutz, der Raumakustik, der Arbeitsschutzvorschriften und der personellen Unterversorgung im Verwaltungsbereich aufmerksam gemacht und nach erfolglosen Monaten der Information und Kommunikation mit dem Schulverwaltungsamt und dem LaSuB haben diese nun die Mängel am Auslagerungsstandort Gymnasium Dreikönigschule vor nunmehr fast 6 Wochen gegenüber dem Bürgermeister für Schule und Bildung Vorjohann in einer Dienstaufsichtsbeschwerde angezeigt und ihn zum Handeln aufgefordert.

Bis heute gab es seitens des Fachbürgermeisters und des Schulverwaltungsamtes keine Reaktion auf die Dienstaufsichtsbeschwerde und auch keine Abhilfe bei den dargestellten Mängeln.

Oliver Mehl, bildungspolitischer Sprecher der Neustadtgrünen Stadtbezirksbeirät*innen: "Wir fordern das Schulverwaltungsamt auf, die Hinhaltetaktik unverzüglich aufzugeben und zu den in der Dienstaufsichtsbeschwerde benannten Problemfeldern gemeinsam so schnell wie nur möglich mit der Schulleitung tragfähige Lösungen zu finden."

Gesundheitsgefährdende Zustände für Schüler und Lehrer darf es auch in Auslagerungsstandorten und auch nicht auf Zeit geben. Nicht nachvollziehbar ist das Nichthandeln des Schulverwaltungsamtes, da von der Elternschaft seit Monaten immer wieder Vorschläge gemacht wurden und Kompromissbereitschaft signalisiert worden ist.

Oliver Mehl: "Die uns bekannten Missstände lassen sich mit gutem Willen und überschaubarem Kosten- und Zeitaufwand abstellen. Die Gesundheit von Lehrer*innen und Schüler*innen sollte dies dem Schulverwaltungsamt wert sein. Als Reaktion auf die Dienstaufsichtsbeschwerde  wurden die Eltern von Fachbürgermeister Vorjohann nach nunmehr fast 6 Wochen schriftlich  informiert, dass diese zur Prüfung an das Rechtsamt der Landeshauptstadt Dresden weitergegeben wurde. Oliver Mehl abschließend: "Wir erwarten, dass die Verzögerungstaktik bei der Lösung der angesprochenen Problemen eingestellt wird."