Elefant Tonga trifft auf die neuen Familienmitglieder
Wirsing und Möhren statt Appetit auf das andere Geschlecht: Elefant Tonga aus dem Dresdner Zoo hat bei der ersten Begegnung mit seiner neuen Familie am Mittwoch mehr Interesse am Futter gezeigt als an seinen neuen Gefährtinnen. Allerdings ist ein solches Verhalten völlig normal, denn der Bulle und die Elefantenkühe müssen sich erst aneinander gewöhnen - und das kann dauern.
Am Morgen konnten sich Tonga und die in Dresden lebenden Elefanten- Damen Drumbo, Mogli und Sawu erstmals durch ein Gitter „berüsseln“, sagte Revierleiter Ronny Moche. Mittags inspizierte Tonga das Außengehege und steuerte zielgerichtet auf das Futter zu. Bis auf Äpfel fraß er die angebotene Kost - Wirsing, Möhren und Heu. Derweil streckte eine der Kühe ihren Rüssel durch das Gitter nach ihm aus.
Pfleger David Lück beschrieb Tonga als entspannt und selbstsicher. Der Bulle kam über das Europäische Erhaltungszuchtprogramm EEP aus dem Serengeti-Park Hodenhagen (Niedersachsen) nach Dresden und soll den hiesigen Kühen Nachwuchs bescheren. Tongas Vorgänger Tembo gelang das nicht. Die Fortpflanzung ist jedoch nicht oberste Priorität. Vor allem geht es um die Unterbringung, Dresden hat eine bullensichere Anlage.
Die Eingewöhnung eines Elefanten in eine neue Familie gilt keineswegs als leichte Übung. Die Herausforderung bestehe darin, sich zunächst an seine charakterlichen Züge und Eigenheiten zu gewöhnen, sagte Moche. Durch die Corona-Pandemie sei es nicht möglich gewesen, ihn schon in Hodenhagen kennenzulernen. Man habe mit den Kollegen dort aber telefonisch in Kontakt gestanden.
„Er muss erstmal gucken, wie wir ticken und wir schauen, wie er tickt“, sagte Moche. Dementsprechend werde das ganze Training und Management aufgebaut. Denn obwohl Tonga ein früherer Zirkuselefant ist, höre er in neuer Umgebung nicht automatisch auf die Ansagen der Pfleger. Lück zufolge ist ein tägliches Training erforderlich, um beispielsweise Fußpflege und andere Arbeiten vorzunehmen.
Wann es zur ersten Paarung kommt, ist noch unklar. Die Dresdner wollen sich damit Zeit lassen. Zunächst müssten sich alle Beteiligten gut kennenlernen, heißt es. Tatsächlich kann die Paarung heikel sein, Bullen können dabei aggressiv werden und die Kühe verletzen. Nach den Worten von Lück stehen die Pfleger im Notfall aber mit Böllern, Feuerlöschern oder Futter bereit, um den Bullen abzulenken.