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Eigentlich ausgestorbene Bienen leben wieder in Dresden

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In Dresden wurde eine Bienenart entdeckt, die eigentlich als in Sachsen ausgestorben galt. Um die Fortpflanzung der Biene zu unterstützen, hat das Umweltamt der Stadt Dresden jetzt Nistkästen für die Wildbienen gebaut.

Die neuen Nistkästen und auch eine Tafel mit Infos über die seltene Bienenart stehen ab jetzt an der Weißeritz am ehemaligen Kohlebahnhof. Von Dresdens Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen heißt es: „Das Insektensterben hat in den vergangenen Jahren immer bedrohlichere Ausmaße erreicht. 90 Prozent aller Pflanzen können aber nur durch die Bestäubung überleben und sind deswegen auf Insekten angewiesen. Daher haben wir beschlossen, dieses neue Zuhause für die Biene zu bauen, denn auf der bisherigen Brache des ehemaligen Kohlebahnhofs entsteht ein neues Schulgebäude.

Das Aufstellen von Nisthilfen gehört zu einer Reihe von Maßnahmen der Stadtverwaltung, um Artenvielfalt zu fördern und das Insektensterben zu begrenzen. Dazu gehört auch, Wiesen länger wachsen zu lassen, sie seltener zu mähen und auf Pestizide weitestgehend zu verzichten. Ich freue mich sehr über dieses gelungene Projekt und bedanke mich herzlich bei allen Beteiligten. Es ist wirklich etwas Besonderes, einer so bedrohten Tierart ein Zuhause schaffen können.“

Um diese Biene geht es

Flockenblumen-Blattschneiderbiene (Megachile apicalis) heißt sie. In Sachsen galt sie jahrzehntelang als ausgestorben. Doch 2016 wurde sie zufällig auf einer Baubrache am Weißeritz-Grünzug entdeckt. Sie nistet dort stabil in mehreren Bauschutthügeln. Um die lokale Existenz dieser besonderen Wildbiene zu bewahren, errichtete nun das Umweltamt der Landeshauptstadt Dresden gemeinsam mit dem Imkerverein Dresden e. V. und der Lehrausbildung des Regiebetriebes Zentrale Technische Dienstleistungen am benachbarten Radweg eine Nisthilfe. Diese besteht aus drei mit sandigem Lehm und flachen Pläner-Sandsteinen gefüllten Drahtgerüsten (Gabionen), die in U-Form aufgestellt sind. In der Mitte werden Flockenblumen als zusätzliche Nahrungsquelle ausgesät. Eine Tafel aus dem Bienenlehrpfad des Imkervereins Dresden e. V. informiert über das neue Zuhause und die Gewohnheiten des Tieres.

Harald Wolf, Artenschutzexperte im Umweltamt: "Die Schüler werden Artenvielfalt und Wildnis in der Stadt erleben. Flockenblumen-Blattschneiderbienen sind völlig ungefährlich. Sie stechen nicht. Wir freuen uns sehr, dass diese Wildbiene ihren Weg zurück nach Sachsen gefunden hat. Ungeachtet dessen, dass Dresden eine relativ hohe Artenvielfalt aufweist – allein 200 Wildbienenarten im Großen Garten – sind viele hochgradig gefährdet. Sie benötigen spezielle Lebensräume, wie zum Beispiel offene Lehmwände oder Sandflächen."