Dynamos Mitglieder wählen neuen Aufsichtsrat
Die Mitglieder von Dynamo haben bei ihrer Marathon-Mitgliederversammlung einen neuen Aufsichtsrat gewählt. Rund sieben Stunden wurde im Congress Center getagt. 619 Mitglieder waren dabei anwesend, davon 597 stimmberechtigte Mitglieder. In den neuen Aufsichtsrat wurden Thomas Bohn, Geert Mackenroth, Simone Sperling, Ron Fischwasser, Thomas Kunert und Thomas Leiteritz gewählt. Lediglich Michael Müller verpasste die Wahl in das Gremium. Begonnen hatte die Versammlung mit der Präsentation der Wirtschaftszahlen für die abgelaufene Saison 2009/10. Der Verein erzielte ein ausgeglichenes Betriebsergebnis. Allerdings wird das grundsätzlich positive Ergebnis von zwei notwendigen Rückstellungen geschmälert, die aufgrund von der Geschäftsführung gebildet werden mussten. Zum einen wird damit auf eine Betriebsprüfung des Finanzamtes hinsichtlich der Steuerabführung der Jahre 2003 bis 2007 reagiert. Zum anderen gibt es in der Zusammenarbeit mit der Stadion Dresden Projektgesellschaft unterschiedliche Auffassungen über die Interpretation derStadionnutzungsverträge. Die sich daraus ergebende Summe in Höhe von ca. 456.000 Euro wurde als Risikoabsicherung in Form eines außerordentlichen Aufwands zurückgestellt und mindert somit das Betriebsergebnis auf einen Jahresfehlbetrag von ca. 456.000 Euro.Die Geschäftsführung und der Aufsichtsrat wurden für die Saison 2009/2010 nicht entlastet. Damit bleiben beide Gremien weiterhin gegenüber dem Verein haftbar. Kontrovers diskutiert wurde auch die Gründung einer Kapitalgesellschaft. Ergebnis: Zur Gründung einer Kapitalgesellschaft soll extern eine Machbarkeitsstudie bis zur nächsten Mitgliederversammlung erarbeitet werden. Dynamo-Berater Reiner Calmund begrüßte diese Entscheidung: „Die Entscheidung, eine Machbarkeitsstudie für die Ausgliederung zu erstellen, ist richtig - mehr konnte man von den Mitgliedern heute nicht erwarten. Sie haben damit bewiesen, dass sie bei allen berechtigten Prinzipien vor allem an den Verein denken. Nun können die Bedingungen für diesen Schritt ergebnisoffen geprüft werden." Calmund sprach sich in seiner Rede auf der Mitgliederversammlung nachhaltig für die Gründung einer Spielbetriebsgesellschaft aus. Diese Ausgliederung würde dem Verein wirtschaftliche Vorteile bringen. Ein wichtiges Thema waren auch die Stadionnutzungsverträge. Sie bleiben für den Verein laut Geschäftsführer Volker Oppitz "existenzbedrohend". Aktuell scheinen die Verhandlungspositionen mit der Stadt festgefahren. Dynamo zahlt aktuell laut Oppitz das 15-fache des Durchschnitts aller Drittligavereine. Oppitz forderte mit Nachdruck faire Bedingungen bei der Stadionnutzung. Er schlug eine Mietzahlung von 500.000 Euro in der 3.Liga vor. Aufsichtsrat Thomas Bohn kündigte nach seiner Wahl Gespräche mit der Stadt an. Die 29 Satzungsänderungsanträge wurden nicht behandelt,sondern einer neuen “Arbeitsgruppe zur Ordnung der Vereinssatzung„ zur Prüfung übergeben. Diese wird bis zu einer Außerordentlichen Mitgliederversammlung, die bis spätestens 30. März 2011 durchgeführt wird, entsprechend gebündelte Vorschläge über aus ihrer Sicht notwendige Satzungsänderungen machen.