In der Startaufstellung nahm Dynamo-Coach Peter Pacult zwei Veränderungen vor. Für Tobias Jänicke durfte Cheikh Gueye ins rechte Mittelfeld und Pavel Fort wurde im Angriff durch Youngster Tobias Müller ersetzt. Vom taktischen System blieb Pacult beim 4-5-1. Den besseren Start in dieses heiße Ostduell erwischten die Gastgeber. Von Beginn an - wohl auch durch die Choreo der Fans beflügelt - wollte die SGD offensiv Akzente setzen. Bis zum Strafraum der Gäste gelangen die Kombinationen auch, nur der finale Pass fehlte mal wieder. Bis zum ersten echten Torschuss dauerte es dann allerdings gut 14 Minuten. Der Versuch von Idir Ouali stellte den Cottbuser Schlussmann Kirschbaum aber vor keine Probleme.
Von den Gästen selbst ging kaum Gefahr aus. Das lag zum Einen an der Einfallslosigkeit der Energie-Vorstöße und zum anderen an der sicher stehenden Defensive der Dynamos. Nach 20 Minuten war es dann Cristian Fiél, der für den nächsten Aufreger sorgte. Sein Schuss aus spitzem Winkel ging aber einen knappen Meter am Tor vorbei.Spielerisch fiel den Gästen weiterhin nichts ein und so ließ der Cottbuser Börner seinem Frust freien Lauf. Übermotiviert sprang er mit gestreckten Beinen in Filip Torjan und sah dafür die Rote Karte. Allerdings verpassten die Dynamos aus der nummerischen Überzahl Kapital zu schlagen und so ging es torlos zum Seitenwechsel.
Joker Pavel Fort sticht
Mit Beginn des zweiten Durchgangs stellte Peter Pacult taktisch um - auf Offensive. Mit Tobias Kempe und Pavel Fort brachte er zwei frische Angreifer für die defensiveren Streker und Gueye. Die Wechsel schienen auch von Beginn an Früchte zu tragen. Den schwarz-Gelben fiel nun wieder mehr ein, wie sie die dezimierten Gäste vor Probleme stellen können. Wie gut das funktionierte, zeigt die 53. Spielminute. Trojan eroberte den Ball im Mittelfeld und spielte sich über die rechte Seite bis an den Sechzehner der Gäste. Von dort brachte er schließlich die Flanke auf den Kopf von Müller, der die kugel direkt auf Sturmpartner Fort weiterleitete. Der bullige Tscheche nahm den Ball sehenswert in der Luft mit und hatte allein vor Kirschbaum keine Probleme zur Führung einzunetzen. 29.000 Zuschauer waren aus dem Häuschen.
Dynamo versuchte sofort nachzulegen. Mit tollem Kombinationsspiel kamen die Schwarz-Gelben immer wieder in die Nähe des Cottbuser Tores, wo sie dann allerdings wieder die letzte Konsequenz vermissen ließen. Trojan (84.) und Fort (85.) vergaben aus beste Positionen. Für die endgültige Entscheidung hätte dann Verteidiger Sebastian Schuppan sorgen können, wenn nicht müssen. Tobias Müller suchte in der 88. Minute das Dribbling gegen Uwe Hünemeier. Der 19-jährige zog in den Strafraum, wo er schließlich zu Fall kam. Schiedsrichter Peter Sippel entscheid auf Foulspiel des Cottbuser und so gab es Elfmeter für die SGD. Sebastian Schuppan schnappte sich die Kugel, scheiterte aber mit einem schwachen Schuss an Kirschbaum.
Die Vorentscheidung war verpasst und so fing nun doch noch einmal das große Zittern an. Die SGD brauchte den Sieg unbedingt und das war dem Team dann auch anzumerken. In den letzten Minuten warfen sie sich in jeden Ball, den die Gäste nach vorne spielten und erkämpften sich so am Ende einen verdienten 1:0-Heimerfolg.
In der Tabelle bleibt Dynamo Dresden auf dem Relegationsplatz mit einem Zähler Rückstand auf den VfL Bochum. Weiter geht's dann am kommenden Samstag beim FSV Frankfurt.