Dynamo vor schwerem Auswärtsspiel in Braunschweig
Eines hat Marco Hartmann im Laufe seiner Karriere gelernt: Mit Druck umzugehen. Schon vor Wochen habe der Kapitän vom Fußball-Zweitligisten Dynamo Dresden Medien und Tabellen-Plätze einfach ausgeblendet. „Natürlich ist da aktuell eine Drucksituation da. Aber man muss das Ganze als Herausforderung annehmen, darf sich nicht die ganze Woche damit beschäftigen. Man muss zu Hause auch einmal abschalten“, erklärte der 30-Jährige am Freitag.Hartmann und sein Team stecken - wie auch elf weitere Clubs - tief im Abstiegskampf der wohl engsten Zweitliga-Saison der Historie. Zwei Punkte Abstand hat der Tabellen-13. auf den Relegationsrang. Am Sonntag (13.30 Uhr) spielen die Sachsen beim punktgleichen Tabellennachbarn Eintracht Braunschweig.Die Partie gilt wie so oft in dieser Saison als richtungsweisend. Ein Sieg praktisch Pflicht. Denn ein Unentschieden wäre mit Blick auf die Konkurrenz wohl zu wenig. Rechnen will der studierte Mathematiklehrer Hartmann aber nicht: „Das einzig Sinnvolle, womit ich mich beschäftigen kann, ist das Spiel am Sonntag. Was macht der Gegner, was machen wir?“Der kommende Gegner hat zumindest zu Hause einen Lauf, die letzten drei Heimpartien wurden alle gewonnen. Dennoch will Dresden mit dem sechsten Auswärtssieg der Saison einen wichtigen Schritt raus aus dem Tabellenkeller machen. „Unsere gute Auswärtsbilanz haben wir zuletzt etwas schleifen lassen, es gilt diese wieder aufzupolieren“, erklärte Cheftrainer Uwe Neuhaus.Dabei kann der 58-Jährige aus dem Vollen schöpfen. Bis auf den Langzeitverletzten Sören Gonther sind alle Mann fit. „Wir sitzen alle in einem Boot und wollen den sicheren Hafen erreichen. Jeder ist im Training oder im Spiel gefordert, manchmal können Winzigkeiten entscheiden“, erklärte Neuhaus.Eine Woche zuvor beim Remis gegen den Tabellenzweiten Nürnberg kehrte der Dynamo-Coach nach Rücksprache mit seinem Team wieder zum altbewährten 4-3-3-System zurück, mit dem auch in den letzten sechs Partien die nötigen Punkte eingefahren werden sollen.Wie bereits am Sonntag. Allerdings warnte Neuhaus vor einem kompakt und körperbetont agierenden Gegner, der vor allem bei Standardsituationen immer wieder für Gefahr sorge. Das musste man auch im Hinspiel schmerzlich erfahren, als Gustav Valsvik nach einem Eckball die Dresdner Führung durch Patrick Möschl zum 1:1 Endstand egalisierte.Es war die siebte Punkteteilung im 19. Aufeinandertreffen beider Teams. Sieben Mal behielt die Eintracht die Oberhand, sechsmal davon im eigenen Stadion. Drei der fünf Dresdner Siege gelangen auswärts.