• Dynamo-Trainer Cristian Fiel hofft auf mehr Konstanz bei seinem Team und eine sorgenfreie Saison Foto: (c) Redaktion

Dynamo startet in die Zweitliga-Saison

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Nur nicht wieder Abstiegskampf. Bisher hat Dynamo Dresden offiziell noch kein Ziel ausgegeben, doch nach Platz zwölf und 14 in den Vorjahren hofft der Fußball-Zweitligist auf eine ruhige Spielzeit. «Wir wollen es besser machen als in der Vorsaison. Damit meine ich nicht die Platzierung. Weil, wenn wir das verbessern, was ich haben will, dann wird die Platzierung automatisch besser sein​», sagte Trainer Cristian Fiel.

Der 39-Jährige fordert von seinem Team mehr Leistungsbereitschaft und Konstanz. Beides war in der vergangenen Spielzeit nur bedingt vorhanden. Mutiger und mit mehr Risiko wollen sie agieren, Fiel forciert dabei einen Ballbesitz-Fußball: «Ich will, dass die Leute nach Hause gehen und wir sie mitgerissen und gepackt haben. Das sind gefährliche Aussagen, aber das ist mein Wunsch. Wir müssen Punkte holen, aber wenn du Leidenschaft und Willen an den Tag legst, wenn du mit Freude Fußball spielst, dann bin ich der Überzeugung, dass in der Mannschaft genug Qualität steckt, um in der Liga eine gute Rolle zu spielen.»

Anführen sollen das Team in der neuen Spielzeit gleich vier Kapitäne. Marco Hartmann, Niklas Kreuzer, Jannik Müller und Patrick Wiegers wurden in dieser Reihenfolge von Fiel benannt. «Die vier sind am längsten im Verein, so kenne ich das aus meiner Zeit aus Spanien. Sie wissen, was ich erwarte, auf und neben dem Platz. Deswegen haben sie auch mein Vertrauen», erklärte der 39 Jahre alte Coach. Justin Löwe komplettiert den fünfköpfigen Mannschaftsrat.

In Löwe, René Klingenburg, Matthäus Taferner, Dzenis Burnic, Torwart Kevin Broll und Jugendspieler Kevin Ehlers hat der Dynamo-Coach sechs Neuzugänge bekommen. Broll wird voraussichtlich neue Nummer Eins im Dynamo-Tor. Das kristallisierte sich zuletzt heraus. So durfte der 23-Jährige bei der Generalprobe gegen den Ligakonkurrenten Greuther Fürth über die gesamte Spieldauer ran, zuvor gegen Paris immerhin 45 Minuten. Beide Konkurrenten Patrick Wiegers und Tim Boss mussten sich eine Halbzeit teilen.

In beiden Partien kassierten die Sachsen allerdings insgesamt neun Gegentore. Schon nach dem 1:6 gegen den französischen Meister monierte Fiel: «Wenn ein Kylian Mbappé im Sprint vier Spieler überläuft, nehme ich sie in den Arm und sage: "Jungs, das könnt ihr nicht verteidigen." Aber wenn sie einen langen Ball spielen oder wir zu dritt gegen einen stehen, und sie machen das Tor, geht das nicht.»

Dynamos Auftaktgegner 1. FC Nürnberg erreichte fünf Tage später gegen PSG immerhin ein beachtliches 1:1. Am selben Tag verlor Dresden seine Generalprobe gegen Fürth mit 2:3. In sechs Testspielen gab es nur einen Sieg und ein Remis, bei neun eigenen Toren gab es 16 Gegentreffer.

Die Fiel-Elf geht defensiv hohes Risiko, Fehler werden häufig direkt bestraft. «Ich erwarte nicht, dass wir in fünf Tagen keinen einzigen Ballverlust haben», betonte Fiel. «Ich erhoffe mir, dass wir immer weiter einen Schritt nach vorne machen. Das kommt, davon bin ich überzeugt. Klar ist das jetzt mehr Risiko, aber wenn wir uns bewegen und mutig sind, ist es meine Überzeugung, dass es funktioniert.»

Doch nicht nur in der Defensive gibt es noch ein Luft nach oben, auch ein Stürmer wird noch gesucht. Er soll für mindestens zehn Saisontore gut sein. Doch Sportgeschäftsführer Ralf Minge sucht nicht allein, dieser Typ ist auf dem Markt begehrt. Mehrere Zweit- wie auch Erstligisten buhlen um die wenigen Kandidaten. Es braucht wohl - wie auch in der kommenden Saison - vor allem Geduld.