Dynamo meldet sich im Abstiegskampf zurück
Die Dynamos haben sich im Abstiegskampf der 2. Bundesliga zurückgemeldet. In einem verrückten Heimspiel vor 29.193 Zuschauer gewann die SGD mit 3:2 gegen den FC St. Pauli. Dabei drehte die Mannschaft von Trainer Peter Pacult einen 0:2-Rückstand durch Tore von Trojan Losilla und Schuppan. In der Tabelle hat Dynamo Dresden den Relegationsplatz damit verlassen.Fort trifft nur die LatteNur eine einzige Veränderung nahm Trainer Peter Pacult im Vergleich zum guten Auftritt in Braunschweig vor. Pavel Fort durfte als einzige Spitze ran. Dafür rückte Youngster Tobias Müller auf die Ersatzbank.Die Partie brauchte ein paar Minuten um in Schwung gekommen. Als dieser dann da war ging es auch hin und her. Beide Teams schenkten sich in den Zweikämpfen nichts. Torchancen blieben aber Mangelware. Richtig gefährlich wurde es erst in der 19. Minute. Filip Trojan brachte einen Freistoß punktgenau auf den Kopf seines tschechischen Landsmanns Pavel Fort. Die Nummer neun der Schwarz-Gelben zielte dann aber etwas zu genau und traf nur die Querlatte. Der Mehrzahl der 29.193 Zuschauer hatte da shcon den Torschrei auf den Lippen.Dynamo war jetzt wach und legte nach. Nur zwei Minuten nach dem Lattentreffer setzte Robert Koch zu einem Sololauf von der rechten Seite. Ein kurzer Haken in die Mitte und dann der Abschluss mit dem linken Fuß. Allerdings konnten St. Paulis Schlussmann Philipp Tschauner entschärfen. In der Folge entwickelte sich ein kurzweiliges Fußballspiel, allerdings ohne große Torraumszenen. So ging es leistungsgerecht torlos in die Pause.Dynamo-Wahnsinn im zweiten DurchgangOhne Wechsel ging es in die zweite Halbzeit. Tempo und Intensität blieben weiter auf hohem Niveau und es gab dann tatsächlich auch wieder Torchancen. Aus Dynamo-Sicht allerdings auf der falschen Seite. Denn St- Pauli reichten drei gute Minuten, um die Vorentscheidung zu erzwingen. In der 50. Minute brachte Bartels einen Freistoß in den Sechzehner der Dynamos. Dort stieg Mohr am höchsten und köpfte zur Gästeführung ein. Die SGD war geschockt und versuchten mit wütenden Angriffen zu antworten. Doch statt dem Ausgleich gabs das 0:2. Daniel Ginczek erhöhte in der 53. Minute.Die Stimmung im Stadion drohte zu kippen und erste Pfiffe wurden laut. Wieder schien die Sportgemeinschaft ordentlich zu spielen, aber es fehlte an der Kaltschnäuzigkeit. So versuchte nun Peter Pacult von außen einzuwirken. Die Doppelsechs aus Solga und Streker musste weichen. Für sie kamen Cristian Fiél und Tobias Müller ins Spiel. Die genau richtige Entscheidung! Sofort war wieder Leben im Spiel der SGD, vor allem dank Fiél.Der Routinier riss das Spielgeschehen an sich und war an allen folgenden Aktionen der Schwarz-Gelben beteiligt. Eine tolle Ballstaffette über die linke Seite brachte Dynamo schließlich wieder zurück ins Spiel. Der aufgerückte Schuppan leitete den Ball per Hacke auf den gestarteten Ouali weiter. Der Algerier zog in den Strafraum, legte quer auf Müller und der weiter auf Trojan. Und was der Tscheche, dann aus der Situation machte, sucht seinesgleichen. Der 30-jährige netzte per Fallrückzieher zum 1:2 ein.Ein Traumtor gerade zum richtigen Zeitpunkt und als Mutmacher. Die Fans waren wieder da und peitschten die Mannschaft nach vorn. Zum Lohn gab es den Ausgleich in der 66. Minute. Anthony Losilla stand nach einer Ecke goldrichtig und versenkte die Kugel im Nachsetzen. Jetzt schienen endgültig alle Dämme zu brechen und der Ein oder Andere fühlte sich an das DFB-Pokal-Wunder gegen Bayer Leverkusen vom 30.Juli 2011 erinnert. Da holte Dynamo sogar einen 0:3-Rückstand auf und siegte am Ende mit 4:3 nach Verlängerung.Dynamo drückte nun und setzte St. Pauli unter Druck. In der 77. Minute bekam die SGD an der Strafraumgrenze einen Freistoß zugesprochen. Cristian Fiél legte sich den Ball zurecht. Sein Schuss konnte Tschauner schließlich gerade noch mit den Fingerspitzen an die Latte lenken. Doch die Mannschaft setzte nach. Aus dem Gewühl kam der Ball schließlich auf Sebastian Schuppan. Der Linksverteidiger fackelte nicht lange und schloss aus halblinker Position zur 3:2-Führung für Dynamo Dresden ab.Dynamo hatte die Partie tatsächlich gedreht und jetzt galt es diese Führung nach Hause zu schaukeln. Das gelang dem Team im Großen und Ganzen auch gut. Einmal wurde es aber noch gefährlich für das Tor von Benjamin Kirsten. Florian Jungwirth spielte einen viel zu kurzen Rückpass, den sich Ginczek schnappte. Bei Kirsten war allerdings Endstation!So blieb es am Ende beim sensationellen 3:2-Heimsieg für die SG Dynamo. Ein perfekter Start in die Geburtstagswoche. Am Freitag feiert die Sportgemeinschaft ihr 60-jähriges Jubiläum bei Union Berlin.