Fußball-Legende Hans-Jürgen "Dixie" Dörner ist tot

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Fußball-Legende Dixie Dörner ist tot. Er verstarb in der Nacht zum Mittwoch im Alter von 70 Jahren nach langer schwerer Krankheit in seiner Wohnung in Dresden. Das gab Dynamo Dresden am Mittwochvormittag bekannt. Dörner hinterlässt eine Frau und drei Kinder. 

Sportreporter Jens Umbreit zum Tod von Dixie Dörner

Er galt als einer der besten Fußballer der DDR. Er bestritt 100 Länderspiele für die DDR und gewann 1976 mit der Olympia-Auswahl die Goldmedaille in Montreal.  Im Oktober 2019 wurde er in die „Hall of Fame“ des deutschen Fußball im Deutschen Fußballmuseum aufgenommen.
 

Ruhe in Frieden, Dixie!

Der DFB trauert um Hans-Jürgen Dörner. Er bestritt 100 Länderspiele, gewann 1976 die Olympische Goldmedaille und feierte große Vereinserfolge.

Unsere Gedanken sind bei seinen Angehörigen. pic.twitter.com/XgXiWNhs6X

— Die Mannschaft (@DFB_Team) January 19, 2022

Der Abwehrspieler mit der legendären Nummer 3 lief in 558 Pflichtspielen zwischen 1969 und 1986 für Dynamo Dresden auf und markierte dabei 101 Treffer. Er war ein Weltklasse-Libero, wurde mit der Sportgemeinschaft fünfmal Meister und feierte vier Pokalsiege. „Es ist unbegreiflich, schockierend und sehr, sehr traurig. Wir können es noch gar nicht begreifen, dass ‚Dixie‘ Dörner nicht mehr unter uns sein soll. Sein Tod stürzt unsere Sportgemeinschaft in tiefe Trauer. Mit ‚Dixie‘ Dörner ist nicht nur der größte Spieler der Vereinsgeschichte von uns gegangen – wir haben auch einen Menschen verloren, der unser aller Herz erobert hatte. Über mehr als fünf Jahrzehnte hinweg hat er sich auf und neben dem Platz für die Farben unserer Stadt und unseres Vereins in beeindruckender und herausragender Art und Weise eingesetzt.", so Dynamo-Präsident Holger Scholze über den gebürtigen Görlitzer. 

Dynamo-Präsident Holger Scholze zum Tod von Dixie Dörner

Nach seiner aktiven Zeit arbeitete «Dixie» Dörner als Trainer beim Deutschen Fußball- Bund, später als erster ehemaliger DDR-Trainer in der Bundesliga bei Werder Bremen sowie beim FSV Zwickau, Al-Ahly Kairo und VfB Leipzig.

Er war nicht nur eine echte Legende des Fußball-Ostens, sondern stand von 1998 bis 1999 auch als FSV-Trainer an der Seitenlinie. Der #FSVZwickau trauert um Hans-Jürgen „Dixie“ #Dörner, der im Alter von 70 Jahren nach langer Krankheit verstorben ist. Ruhe in Frieden! 🙏🕯 pic.twitter.com/FU2cnNBaIY

— FSV Zwickau (@FSVZwickau) January 19, 2022

"Dresden trauert um einen großen Dresdner": Mit diesem Satz hat Oberbürgermeister Dirk Hilbert seinen Nachruf für Dörner eingeleitet. "Wenn es überhaupt möglich ist, dass eine einzelne Person für die Identität eines ganzen Vereins stehen kann, dann hat Hans-Jürgen 'Dixie' Dörner genau das geschafft. Spieler, Kapitän, Olympiasieger, Trainer, Manager, Freund, Vorbild – mehr muss man nicht sagen, um sein Lebenswerk zu beschreiben", erklärte Hilbert.

OB Hilbert: "#Dresden trauert um einen großen Dresdner. Wenn es überhaupt möglich ist, dass eine einzelne Person für die Identität eines ganzen Vereins stehen kann, dann hat Hans-Jürgen „Dixie“ Dörner genau das geschafft. Sein Name wird immer mit Dresden verbunden bleiben."

— Stadt Dresden (@stadt_dresden) January 19, 2022

Im November 2013 wurde Dörner auf der Mitgliederversammlung von Dynamo Dresden in den Aufsichtsrat des Vereins gewählt. Zudem leitete er in den Ferien eine Fußballschule. Anlässlich seines 70. Geburtstags war eine Tribüne nach ihm benannt worden. Zudem wurde ein Film über den Ehrenspielführer des Vereins veröffentlicht.

Der Verein hat am Mittwochnachmittag im Rudolf-Harbig-Stadion eine temporäre Gedenkstätte für das Dynamo-Idol errichtet. Vertreter des Vereins und Fans legten einen Kranz sowie Blumen nieder und zündeten Kerzen an. Anhänger formten aus mehreren Kerzen eine symbolische „drei“. Das war die Rückennummer mit der Dörner als Fußballer berühmt wurde. Die „Gedenkstätte“ soll für zehn Tage geöffnet sein. Im Andenken an den beliebten Fußballer will Dynamo beim Auswärtsspiel in Hannover am Sonntag mit Trauerflor auflaufen. Zudem hat der Club eine Schweigeminute beantragt. (mit dpa)