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Durchwachsene Apfelernte in Sachsen

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Die sächsi­schen Obstbauern ziehen eine durch­wach­sene Zwischen­bi­lanz bei der diesjäh­rigen Apfel­ernte. „Von der Ernte­menge her bleibt es verhalten“, sagte Udo Jentzsch, Geschäfts­führer des Landes­ver­bands Sächsi­sches Obst. In diesem Jahr würden die Landwirte in Sachsen voraus­sicht­lich nur rund zwei Drittel der normalen Apfel­menge von den Bäumen holen. Schuld sei der kalte Frühling mit Frost in der Blüte­zeit.„Was uns aber hoffnungs­froh stimmt, sind die Preise“, sagte Jentzsch. Die Erzeu­ger­preise lägen in diesem Jahr rund 30 bis 40 Prozent höher als normal - weil in ganz Deutsch­land nur etwa die Hälfte der normalen Ernte­menge erzielt werde. 1,30 Euro bis 1,40 Euro pro Kilo könnten Landwirte erzielen. Das wird sich wohl auch auf die Preise im Super­markt auswirken. Außerdem sei die Qualität der Äpfel sehr gut, betonte Jentzsch. Im Sommer sei es mal kühl, mal sonnig gewesen. Das habe für ein gutes Zucker-Säure-Verhältnis und eine schöne rote Färbung gesorgt. Und weil es selten richtig heiß war, hätten die Äpfel auch keinen „Sonnen­brand“ abbekommen. Der drohe bei Tempe­ra­turen ab etwa 32 Grad. Dann könnten Äpfel regel­recht verko­chen. Der aus Obstbauern-Sicht gute Sommer konnte aber nicht die Schäden aus dem Frühjahr wieder gut machen. Weil es im März so warm gewesen sei, hätten die Apfel­bäume sehr früh angefangen zu blühen, sagte Jentzsch. Im April kam dann der Wetter­ein­bruch. Es sei über lange Zeit kalt und nass gewesen. Dazu kamen Frost­pe­ri­oden. Manche Blüten erfroren, andere wurden wegen fehlender Insekten nicht bestäubt. Bislang seien rund zwei Drittel der Äpfel von den Bäumen geholt worden, sagte Jentzsch. Ende Oktober sei die Ernte voraus­sicht­lich abgeschlossen.Sachsen ist der dritt­größte Apfel­pro­du­zent Deutsch­lands - nach Baden-Württem­berg und Nieder­sachsen. Dieses Jahr wird nach Verbands­an­gaben voraus­sicht­lich jeder achte deutsche Apfel aus Sachsen kommen.47 größere Betriebe stemmen den Haupt­an­teil des Erwerbs­obst­baus in Sachsen. Die wichtigsten Anbau­ge­biete liegen zwischen Dresden und Pirna und zwischen Döbeln, Leisnig sowie Oschatz. (dpa)