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Drogenrazzia vor der Scheune in der Dresdner Neustadt

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Die Dresdner Polizei war am Montagabend in der Äußeren Neustadt im Großeinsatz. 145 Polizisten waren zwischen 18:00 und 23:00 Uhr in der Alaunstraße und vor der Scheune vor Or. Es war eine großangelegte Drogenrazzia. Sie haben ein Café, einen Imbiss und etliche Leute kontrolliert. Die Beamten hatten einen Durchsuchungsbefehl und Anhaltspunkte, dass diese beiden Läden als Drogendepots genutzt werden. Gesucht wurde neben Drogen auch nach Drogenutensilien, Unterlagen, Computern und Mobiltelefonen, die im Zusammenhang mit der Betäubungsmittelkriminalität stehen. Verhaftet wurde zunächst am Montagabend niemand. Auch Drogen selbst sind nur in kleineren Mengen gefunden worden. Das teilte ein Polizeisprecher am Dienstagmorgen mit. In den letzten Monaten hat die Polizei einen deutlichen Anstieg der Drogengeschäfte in dem Bereich um die Scheune registriert, sagte Polizeisprecher Thomas Geithner.UPDATE 12:00 Uhr: Die Polizei teilte mit, dass zwischen 20:00 und 22:00 Uhr 47 Leute kontrolliert wurden. Bei einem 20-jährigen Afghanen wurden fünf Gramm Cannabis gefunden. Ein 27-jähriger Libyer hatte eine geringe Menge Ecstasy sowie Cannabis bei sich. In den beiden durchsuchten Läden wurden keine relevanten Sachen sichergestellt.  Auszug aus der Pressemitteilung der Dresdner Polizei zum Nachlesen: Polizeirat Matthias Imhof (38), Leiter des Polizeirevieres Dresden-Nord und heutiger Polizeiführer: „Insbesondere im Bereich des Scheunevorplatzes hat sich in deutlichen Ansätzen eine Drogenszene etabliert, bei der Handel nicht mehr im Verborgenen, sondern in der Öffentlichkeit stattfindet. Zu dieser Öffentlichkeit gehören Gaststättenbereiche, Hausflure, Parkanlagen oder auch öffentliche Toiletten. (...) Wir haben schon einige Einsätze durchgeführt und dabei auch Wirkung erzielt. Die Rückmeldung aus dem Viertel auf unser Engagement ist überwiegend positiv. Klar ist aber auch: Polizeiliche Maßnahmen bewirken ausschließlich eine örtliche Verdrängung und bestenfalls eine oberflächliche Eindämmung. Sie haben eine geringe Auswirkung auf das Fortbestehen der Szene.“  
Aus Sicht der Polizeidirektion Dresden macht die Bearbeitung einer Drogenszene viel breiter anzulegende Maßnahmen anderer Verantwortungsträger notwendig. Vor dem Hintergrund gibt es einen regelmäßigen Austausch mit anderen Verantwortungsträgern außerhalb der Sicherheitsbehörden. Insbesondere mit dem Ortsamt Neustadt, dem Ordnungsamt, der neu etablierten Neustadtkümmerin aber auch Gewerbetreibenden sowie Vereinen wird die Situation regelmäßig neu beurteilt. Daraus gewonnene Erkenntnisse fließen in der Folge in das jeweilige Einsatzkonzept der Dresdner Polizei ein.