Drogenbericht: Alkohol weiter Problem Nummer 1 in Dresden

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Mehr als 3 200 Dresdner Kinder, Jugendliche und Erwachsene mussten im Jahr 2017 wegen Drogenkonsums im Krankenhaus behandelt werden. Das steht im aktuellen Suchtbericht der Stadt. Das ist ein Anstieg zum Vorjahr um 16 Prozent, teilte die Stadt mit. An erster Stelle steht weiter Alkoholmissbrauch. Auch Cannabis wird zu einem größeren Problem.

Hier finden Sie die ausführliche Info der Stadt:

Sucht im Blick
Dresdner Suchtbericht 2019 erschienen – Aktionstage Sucht am 5. und 6. September in Gorbitz


Der aktuelle Suchtbericht vermeldet: 3 248 Mal mussten im Jahr 2017 Dresdner Kinder, Jugendliche und Erwachsene aufgrund des Konsums legaler und illegaler Drogen im Krankenhaus behandelt werden. Das ist ein Anstieg um 17 Prozent gegenüber 2016. Wie schon in den Vorjahren steht Alkoholmissbrauch an erster Stelle. In der aktuellen Statistik macht dieser 81 Prozent der substanzbedingten Krankenhausbehandlungen aus. Es folgen stationäre Behandlungen aufgrund von multiplem Substanzgebrauch (7 Prozent), wegen des Konsums von Stimulanzien einschließlich Crystal (4,5 Prozent) sowie im Zusammenhang mit Cannabis (4 Prozent). Der letzte Suchbericht dokumentiert die gleiche Reihenfolge. Der deutliche Gesamtzuwachs der Krankenhausaufenthalte erklärt sich aus dem markanten Anstieg des Alkoholmissbrauchs: ein Plus von 22 Prozent steht in der Bilanz. 2017 war Alkohol der dritthäufigste Grund für stationäre Aufnahmen an Krankenhäusern – nach Geburten und Herzinsuffizienz.

„Mit Sorge beobachten wir auch die Behandlungszahlen wegen des Konsums von Cannabis“, sagt die städtische Sucht-Koordinatorin Dr. Kristin Ferse. Die stationären Behandlungen erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr erneut um 23 Prozent. In der Altersgruppe der unter 15-Jährigen haben sich die Fallzahlen gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Erfreuliche Tendenzen – wenn auch nicht in allen Altersgruppen – zeigen sich anhand insgesamt gesunkener Zahlen stationärer Behandlungen infolge multiplen Substanzgebrauchs und leicht gesunkener Zahlen im Kontext von Stimulanzien einschließlich Crystal. Im Stadtgebiet Dresden wurden im Jahr 2018 drei Drogentote registriert. Im Vorjahr waren es sieben.

Positive Tendenzen zeigt die aktuelle Kommunale Bürgerumfrage. Der Anteil der Nichtraucher unter den Dresdnern steigt kontinuierlich. Im Jahr 2018 waren es bereits 83 Prozent. Ebenfalls erfreuliches vermeldet die Polizeiliche Kriminalstatistik. Der Vergleich der Zahlen für 2017 und 2018 zeigt einen Rückgang der Rauschgiftdelikte ohne direkte Beschaffungskriminalität um 12,9 Prozent. Auch die Anzahl der Tatverdächtigen sank in dem Zeitraum um 7,4 Prozent, wobei die Anteile der Jugendlichen (12,9 Prozent) und Heranwachsenden (18,7 Prozent) jedoch anstiegen. Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen reduzierte sich von 32 Prozent auf 28,7 Prozent. Der Anteil der Rauschgiftdelikte an der Gesamtkriminalität stieg von 3,6 Prozent auf 5 Prozent an.

Zahlreiche Angebote der Suchtprävention in Dresden

Dresdens Gesundheitsbürgermeisterin Dr. Kristin Klaudia Kaufmann kommentiert: „Wir dürfen nicht nachlassen, über Gefahren und Folgen des Konsums von Suchtmitteln aufzuklären. Suchtprävention ist nach wie vor notwendig, um Negativtrends entgegenzuwirken und positive Entwicklungen zu fördern.“ So werden in diesem Jahr die Bürgerinnen und Bürger unter anderem im Rahmen von Aktionstagen zur Suchtprävention in ihrem Stadtteil dazu eingeladen, über den eigenen Suchtmittelkonsum nachzudenken und mit Expertinnen und Experten ins Gespräch zu kommen. Den Rahmen dafür bildet das „Kulturjahr Sucht“, das von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gefördert wird und Suchtprävention mit Mitteln der Kunst in den Fokus stellt. Zahlreiche künstlerische Produktionen kommen dabei im öffentlichen Raum zum Einsatz. Flankiert wird das Ganze durch Informations- und Gesprächsmöglichkeiten. Nach dem Auftakt in Pieschen und Prohlis werden die nächsten Aktionstage am 5. und 6. September in Gorbitz zu erleben sein.

Weiterhin gibt es in Dresden zahlreiche zielgruppenspezifische Präventionsmaßnahmen. Zum Beispiel das familienorientierte Programm ESCapade der GESOP gGmbH bei problematischem Medienkonsum von Jugendlichen; oder FreD, ein Frühinterventionsprogramm für erstauffällige Drogenkonsumenten von der Suchtberatungs- und -behandlungsstelle Dresden Mitte des Diakonischen Werkes – Stadtmission Dresden e. V.. Das Elternkompetenztraining SHIFT unterstützt suchtbelastete Eltern. Anbieter ist die Jugend- und Drogenberatungsstelle des Gesundheitsamtes Dresden.

Die Zahlen des diesjährigen Suchtberichts basieren unter anderem auf der sächsischen Krankenhausstatistik zum Jahr 2017, der polizeilichen Kriminalstatistik und der kommunalen Bürgerumfrage des Jahres 2018. Herausgeber des Dresdner Suchtberichts ist das Gesundheitsamt mit der Koordinierungsstelle Suchthilfe und Suchtprävention. Ziel ist es, die aktuellen Entwicklungen des Konsums legaler und illegaler Suchtmittel zu erfassen. Auf dieser Grundlage werden die lokalen Präventions-, Beratungs- und Behandlungsangebote weiterentwickelt.


www.dresden.de/sucht
www.dresden.de/kulturjahr-sucht
www.gesop-dresden.de/bereiche/escapade