DRK Dresden attackiert Gewerkschaft ver.di
Das DRK Dresden kritisiert die Gewerkschaft ver.di für den zwölfstündigen Streik im Pflegeheim Clara-Zektin an der Fetscherstraße. Wie das DRK mitteilte, sei mit der der Gewerkschaft DHV eine Lohnerhöhung von 10 Prozent in den nächsten drei Jahren und mehr Urlaub vereinbart worden. Verdi versuche seit Wochen den geltenden Tarifvetrag mit der DHV auszuhebeln. DRK-Vize Rene Strietzel sagte, Verdi spiele mit der Gesundheit und Zitat "letztlich mit dem Leben der Bewohner", um ihre Forderungen durchzusetzen. Verhandlungen werde es nicht geben.Am Mittwochmorgen seien nur 4 von 21 eingeplanten Pflegefachkräften und Pflegekräften zum Dienst erschienen. "Der Streik gestern entwickelte sich zu einer unkontrollierten und herzlosen Aktion", beschreibt die ehemalige Leiterin des Clara Zetkin Heimes, Christine Krause, die Situation.Während ein großer Teil des Pflegepersonals vor den Türen der Einrichtung streikte, kümmerten sich die verbliebenen Mitarbeiter um die Bewohner. Drei Leitungskräften aus dem DRK Altenpflegeheim Pieschen und der ambulanten Pflege sowie ehemaliger Mitarbeiter, wie Christine Krause sorgten zumindest für die Grundpflege, teilte das DRK mit.Krause sagte: "Ich habe so etwas in den ganzen Jahren meiner beruflichen Tätigkeit in der Altenpflege noch nicht erlebt und es ist für mich schwer zu verstehen, wie sich die eigenen Mitarbeiter gegenüber den uns anvertrauten hilflosen Menschen verhalten."Die Versuche, das notwendige Personal zur Betreuung der Heimbewohner von der Streikleitung zu bekommen, führten nicht zum gewünschten Erfolg, hieß es.Am Ende wurden 228 Bewohner von 7 Pflegefachkräften und 5 Pflegekräften gepflegt und betreut. Verdi dementiertVon Jens Uhlig von Verdi hieß es dagegen, man habe Leute freigegeben, die zur Versorgung der Patienten notwendig sind. Es seien sofort Mitarbeiter vom Streik abgezogen werden. Eine Notdienstvereinbarung sei vom Arbeitgeber im Vorfeld abgelehnt worden, weil diese angeblich rechtswidrig sei. "Wir würden niemals mit dem Leben der Bewohner spielen", sagte Uhlig auf Anfrage. Der Streik sei heute mit der Geschäftsführung ausgewertet worden. Weitere Gespräche seien angedacht, zunächst gebe es eine Streikruhe.Verdi hatte im Vorfeld den Streik angekündigt und so begründet: "Grund dafür ist die Hinhaltetaktik der Geschäftsführung in Bezug auf die Aufnahme von Tarifverhandlungen. Die Mitglieder wollen, dass der DRK Reformtarifvertrag vollumfänglich bei ihnen angewandt wird. Anders als beim Rettungsdienst, sandte die Geschäftsführung keine Signale, dass sie bereit sei, Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Pflege aufzunehmen."Und weiter hieß es: "Dies ist sehr enttäuschend und veranlasst uns, der Geschäftsführung einen Denkanstoß zu geben", so ein Mitarbeiter aus dem Pflegeheim.