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Dresdner Verkehrs­betriebe verjüngen Fuhrpark

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Die Dresdner Verkehrs­be­triebe verjüngen ihren Fuhrpark. Ab kommender Woche werden 20 neue Busse auf den Straßen unter­wegs sein. Darunter auch 12 Fahrzeuge mit Überlänge. Diese Fahrzeuge sind 21 Meter lang und somit drei Meter länger als normale Gelenk­busse. Einge­setzt werden die Busse auf den Linien 61, 62, 63 und 64. Solche Wagen mit größerer Kapazität seien nötig, um den immer weiter steigenden Fahrgast­zahlen Rechnung zu tragen, sagte ein Sprecher der DVB bei der Präsen­ta­tion der neuen Fahrzeuge am Donners­tag­mittag auf dem Theater­platz.Techni­sche DatenBei den Fahrzeugen handelt es sich um zwölf 21 Meter lange CapaCityL der Mercedes-Tochter Evobus und acht Gelenk­busse des Herstel­lers MAN mit 18,75 Metern Länge. Für die neuen Busse werden Altfahr­zeuge mit fast einer Million Kilome­tern im Linien­dienst oder verschlis­sener Technik ausge­mus­tert. Die Neuwagen kosteten zusammen 7,3 Millionen Euro, etwa 1,7 Millionen Euro Förder­mittel steuerte der Freistaat Sachsen bei. Zusammen mit den 40 Neufahr­zeugen, die schon im Jahr 2016 in Betrieb genommen wurden, verjüngt sich die DVB-Busflotte deutlich und der Komfort für die Fahrgäste steigt, hieß es. Die Motoren aller 60 Neuwagen entspre­chen der Abgas­norm Euro 6 und damit dem aktuell höchsten Umwelt­stan­dard für Diesel­mo­toren. Dazu kommen 18 Hybridbusse und ein Elektrobus. So ist mehr als die Hälfte der insge­samt 145 DVB-Linien­busse emissi­onsarm unter­wegs. Alle anderen Fahrzeuge besitzen die kaum weniger klima­freund­liche Abgas­norm Euro 5. Deshalb gehört die DVB-Busflotte aktuell zu den modernsten in Deutsch­land, so die Infor­ma­tionen der DVB-Presse­stelle. Um diesen Standard zu halten, wäre ein weiterer, konti­nu­ier­li­cher Austausch von Altfahr­zeugen sinnvoll.     Mehr Platz für FahrgästeDie acht dreiach­sigen MAN-Gelenk­busse mit 18,75 Metern Länge ersetzen vor allem ältere zweiach­sige 12-Meter-Standard­busse. Dadurch findet mehr als ein Drittel zusätz­li­cher Fahrgäste in den neuen Bussen Platz. Wegen des Komforts wird in Dresden von einer maximalen Auslas­tung von drei Personen pro Quadrat­meter Stehplatz­fläche ausge­gangen. So können 91 Fahrgäste bequem im MAN-Bus mitfahren. Das sind 33 mehr als bei gleicher Auslas­tung im Standardbus.    Mit 21 Metern ist der CapaCityL noch einmal rund 2,25 Meter länger und darf vier Tonnen mehr beför­dern als die bisher größten Busse im DVB-Fuhrpark. Weil die Straßen­ver­kehrs-Zulas­sungs-Ordnung (StVZO) Busse auf 18,75 Meter Länge limitiert, erhielten sie eine Sonder­ge­neh­mi­gung. Seit 24. Oktober 2016 wurde ein Vorführ­fahr­zeug erfolg­reich in Dresden getestet. Parallel erhielten die Busfahrer ihre Einwei­sung. Der Einsatz dieses Typs ist auf der Linie 62 vorge­sehen. Bei Bedarf sollen weitere Strecken­ab­schnitte mit hohem Fahrgast­auf­kommen wie auf der „61“, „63“ oder „64“ hinzu­kommen. Im Vergleich zum Gelenkbus passen bei gleicher Auslas­tung von drei Personen pro Quadrat­meter insge­samt 107 Fahrgäste in einen CapaCityL. Das sind noch einmal 16 mehr. Mit den neuen größeren Bussen können Nachfra­ge­spitzen auf hochbe­las­teten Linien kurzfristig entschärft werden. Sie stellen eine Übergangs­lö­sung bis zur Fertig­stel­lung leistungs­fä­hi­gerer Stadt­bahn­stre­cken dar. Ersetzen können sie Stadt­bahnen mit einer Kapazität von bis zu 222 Plätzen nicht.      Achtung! Schwenkt aus!Der CapaCity hat vier statt bisher drei Achsen und wurde vor und nach dem Gelenk um jeweils ein Segment auf insge­samt 21 Meter verlän­gert. Für eine bessere Manövrier­bar­keit besitzt er eine Rückfahr­ka­mera sowie Kameras nach dem Drehpunkt des Gelenks und an den Hecksäulen. Der Motor leistet mit 290 Kilowatt bei gleichem Hubraum etwa 25 Kilowatt mehr als der eines vergleich­baren Gelenk­busses. Das genügt auch für die anspruchs­volle Dresdner Topografie. Durch seine Bauart mit gelenkter vierter Achse schwenkt das Heck des CapaCityL weiter aus, die Handha­bung für den Fahrer ist aufgrund einer spezi­ellen elektro­ni­schen Steue­rung aber mit der Lenkung typischer Gelenk­busse vergleichbar. Der Fahrer­platz weist die deutsch­land­weit standar­di­sierte verstell­bare Bedien­kon­sole auf. Vor dem ersten Einsatz rüsten die Fachleute in der DVB-Buswerk­statt alle 20 neuen MAN- und Mercedes-Wagen noch mit Fahrschein­ver­kaufs­kasse, Entwer­tern, Bildschirmen für die Fahrgast­in­for­ma­tion und Video­ka­meras aus.Fahrgast­re­kord schon überbotenAuch wegen des erfolg­rei­chen letzten Quartals 2016 haben die Fahrgast­zahlen den erwar­teten Fahrgast­re­kord noch einmal übertroffen. Im vergan­genen Jahr fuhren 157,1 Millionen Fahrgäste mit den Bussen und Bahnen der DVB. Das sind 3,7 Millionen mehr als 2015 und bedeutet den größten Anstieg der letzten zwei Jahrzehnte. Der Zuwachs ergab sich vor allem aus dem zuneh­menden Schüler­ver­kehr und einem steigenden Anteil von Fahrgästen mit Zeitfahr­aus­weis. Dazu gehören auch viele Fahrgäste mit Vergüns­ti­gungen durch den Dresden-Pass. Heute sind beinahe 80 Prozent aller DVB-Kunden mit Jahres­karte, Monats­karte, Jobti­cket oder Semes­ter­tickt unter­wegs. Die rasante Zunahme der Fahrgast­zahlen macht den Bau leistungs­fä­higer Stadt­bahn­stre­cken und den Einsatz größerer Fahrzeuge umso dring­li­cher. Ab 2020 wollen die Verkehrs­be­triebe deshalb neben größeren Bussen auch breitere Stadt­bahn­fahr­zeuge mit größerer Kapazität für Fahrgäste beschaffen.