Dresdner Tafel will sich mit neuem Ausweis vor Missbrauch schützen
Die Dresdner Tafel führt einen neuen Ausweis für Bedürftige ein – mit Foto. Damit will man verhindern, dass Lebensmittel an Menschen abgeben werden, die den Besuch bei der Tafel gar nicht nötig haben. Entsprechende Kritik gab es zuletzt. Wie Tafelchef Andreas Schönherr auf unsere Anfrage mitteilte, sei es immer wieder vorgekommen das Tafelkarten von Dritten vorgelegt wurden. "Wir wollen davon absehen, uns regelmäßig von den Tafelgästen Personalausweise o.ä. zeigen zu lassen. Deswegen auch mit Bild für den unkomplizierten Abgleich. Wir reagieren damit auch auf die Kritik, dass wir Gefahr laufen, Waren an unberechtigte Personen abzugeben", sagte Schönherr auf unsere Anfrage.Die neue Tafelkarte wird demnach seit April 2017 eingeführt. Die Karte hat Chipkartengröße.Bedürftige müssen sensible Daten preisgebenAllerdings müssen Bedürftige zum Erhalt dieses Ausweises ihren Sozial- oder Rentenbescheid oder sogar Kontoauszüge vorlegen, wie es in einem Informationsschreiben an Bedürftige heißt. "Wir sind dazu verpflichtet, die Angaben zum Einkommen und Vermögen zu überprüfen, um die Erwartungen des § 53 der Abgabenordnung zu erfüllen", sagte Schönherr.Auch der Dresden Pass könne vorgelegt werden, die Tafel bevorzug aber die anderen Dokumente: "Der Dresden Pass wird anerkannt, wenn er für jede Person im Haushalt, die bei der Dresdner Tafel registriert werden soll, vorgelegt werden kann. Das das oft nicht der Fall ist, bitten wir um Vorlage der Bescheide nach SGB oder der Rentenversicherung", teilte die Tafel mit.Im Hinblick auf den Datenschutz seien die Mitarbeiter belehrt worden, teilte Tafelchef Andreas Schönherr auf unsere Anfrage mit. "Bisher sichten 2 belehrte und beauftragte Personen die Unterlagen. Bisher wurden nur die sogenannten Bedürftigkeitserklärungen abgeheftet, aber es ist notwendig, auch die Belege zur Vorlage für eine Prüfung durch das Finanzamt vorzuhalten. Wir favorisieren momentan die zukünftige digitale Speicherung und sind dabei die Möglichkeiten der Umsetzung zu evaluieren."Kritiker bemängeln das neue Verfahren im Hinblick auf den Datenschutz. Die ehemalige Stadträtin Barbara Lässig, die bereits seit längerem den Tafelchef kritisiert, hat deswegen nun eine Anfrage an den sächsischen Datenschutzbeauftragten gestellt.