Dresdner Stadtverwaltung setzt auf Digitalisierung
Die Dresdner Stadtveraltung will beim Thema Digitalisierung Gas geben. Dazu wird das Stadtarchiv in ein elektronisches Archiv verwandelt.
Außerdem will die Verwaltung in ihrem neu geplanten Verwaltungszentrum am Ferdinanplatz künftig auf Akentschränke verzichten und vollständig digital arbeiten. Bereits jetzt sind beispielsweise digitale Audiomitschnitte von Stadtratssitzungen aus der Wendezeit abrufbar.
Das erste digitale Archivgut im Elektronischen Stadtarchiv ist der wertvolle Bestand „Stadtratssitzungen“ mit digitalen Audiomitschnitten aus dem Zeitraum vom 16. Oktober 1989 bis zum 3. Oktober 1990. Anhand der Originalmitschnitte von Rathausgesprächen, Pressekonferenzen und Stadtratssitzungen vom Herbst 1989 können sich die Nutzer an die historischen Brennpunkte der Geschichte in Dresden begeben. Sie können „hineinhören“ in die Themen, die Dresden in dieser Zeit bewegten – den Beginn der Friedlichen Revolution vor 30 Jahren. Dazu die Zweite Bürgermeisterin Annekatrin Klepsch: „Dreißig Jahre nach dem Fall der Mauer ist es ein bewusst gesetztes Signal, dass das erste digitale Archivgut im Elektronischen Stadtarchiv Dresden die Ereignisse aus dem Oktober 1989 in Originalaufnahmen wiedergibt. Die Aufnahmen versetzen uns in eine Zeit, die mit vielen Hoffnungen verbunden war. Sie erinnern uns daran, dass Demokratie, Pressefreiheit sowie die Freiheit der Kunst und der freien Meinungsäußerung keine Selbstverständlichkeiten sind, sondern hart errungen wurden und an vielen Stellen verteidigt werden müssen.“
Das Elektronische Stadtarchiv entspricht den nationalen und internationalen Standards an ein Open Archival Information System (OAIS) und damit den Anforderungen an die digitale Archivierung.
Sowohl klassisches als auch elektronisches Archivgut wird erst nach Prüfung der geltenden archivgesetzlichen Grundlagen, der Prüfung von Schutzfristen, der Prüfung des Datenschutzes sowie des Urheberrechts zur Benutzung freigegeben oder online auf der Internetplattform des Stadtarchivs nutzbar sein.
Das Elektronische Stadtarchiv kann ad hoc elektronisches Archivgut von der digitalen Stadtverwaltung übernehmen. Eine lückenlose Sicherung und Überlieferung von der Entstehung elektronischer Akten bis zur elektronischen Archivierung kann garantiert werden.
Das System des Elektronischen Stadtarchivs ist mit weiteren Standardmodulen ausbaufähig. Gegenwärtig laufen Projekte zur Optimierung der Bereitstellung von elektronischem Archivgut im digitalen Lesesaal und für die Online-Nutzung.