• Polizeichef Horst Kretzschmar will zum Beispiel den Altmarkt baulich sichern lassen. (Foto: Archiv/Red)

  • Mit diesen Betonsperren ist der Striezelmarkt zuletzt gesichert worden (Foto: Tino Plunert)

Dresdner Polizeichef will Altmarkt und Neumarkt baulich vor Anschlägen schützen

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Zentrale Plätze in der Dresdner Innenstadt wie der Altmarkt, Neumarkt oder Theaterplatz sollten dauerhaft baulich gesichert werden. Das schlägt der Dresdner Polizeipräsident Horst Kretzschmar vor.

Um mögliche Anschläge mit Fahrzeugen zu verhindern, könnten die Plätze zum Beispiel durch Brunnen, Treppen, Bäume und andere Barrieren dauerhaft gesichert werden. Bei der Stadtverwaltung kam Kretzschmar damit aber noch nicht weiter, berichteten die DNN. Auch die SZ berichtete. Kretzschmar hat die Landesregierung um Unterstützung für den Vorschlag gebeten.

"Nachhaltige Sicherung wünschenswert"

Die Pressestelle der Polizei teilte auf unsere Nachfrage mit: Man sehe sich als Impulsgeber. Die Gestaltung und mögliche bauliche Umsetzung obliegt der Stadt. "Eine nachhaltige Sicherung durch bauliche Lösung wäre wünschenswert", teilte die Dresdner Polizei mit. "Hier ist Kreativität gefragt.  Gespräche zu diesem Thema finden bereits seit einiger Zeit statt." Zuletzt wurde der Striezelmarkt nach den Anschlägen in Nizza und Berlin mit Betonsperren gesichert.

Stadtrat Schmelich: "Schnappsidee"

Der Dresdner Grünen-Stadtrat Michael Schmelich bezeichnete den Vorschlag bei Twitter als "Schnappsidee", die laut Schmelich,  "primär das Schüren von Ängsten befeuert." Und weiter schreibt der Stadtrat: "Die Polizei sollte sich mit realen Gefährdungslagen auseinandersetzen und keine Scheindebatten zur Inneren Sicherheit führen."

SPD begrüßt Debatte

Der SPD-Stadtrat Christian Bösl: "Bereits seit Jahren fordert die SPD-Fraktion einen besseren Schutz von Orten mit großen Menschenansammlungen. Anfangs noch belächelt, gibt es mittlerweile eine deutliche Mehrheit für den baulichen Schutz von Veranstaltungen. Statt jedoch immer wieder die "Nizzasperren" auf- und abzubauen, ist es sinnvoll kluge bauliche Lösungen zu entwickeln, die Menschen wirkungsvoll schützen und das Stadtbild nicht verschandeln.“

Reaktion von Baubürgermeister

Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain antwortet wie folgt: "Die Sicherheit im öffentlichen Straßenraum und auf öffentlichen Plätzen nehmen wir sehr ernst. Im vergangenen Jahr haben wir von der Polizeidirektion Hinweise erhalten, wie wir mit baulichen Maßnahmen Sperrelemente schaffen können. Dies können Brunnen, Blumenkübel, Bänke oder ähnliche Anlagen oder Aufbauten sein. Für publikumsintensive Veranstaltungen wie den Striezelmarkt oder den Weihnachtsmarkt auf dem Neumarkt haben wir schon Rückschlüsse gezogen und temporäre Sperren aufgebaut. Das Stadtplanungsamt untersucht auch dauerhafte Maßnahmen.

Allerdings wird eingeschränkt: "Dabei spielen neben technischen Parametern auch gestalterische Anforderungen eine Rolle, da wir uns mitten im Stadtzentrum in einem anspruchsvollen Umfeld bewegen. Deshalb liegen die Lösungen nicht sofort auf der Hand. Beabsichtigt ist, das Gestaltungshandbuch um sicherheitstypische Maßnahmen zu erweitern. Hierzu wurde schon ein Auftrag erteilt. Mittelfristig ist auch geplant, die Decke auf dem Altmarkt zu erneuern. Mit dieser Planung werden wir natürlich auch Sicherheitsaspekte untersuchen lassen. Schließlich gibt es eine Arbeitsgruppe "Wiener Platz", die nach Möglichkeiten sucht, den Wiener Platz vor dem Hauptbahnhof sicherer zu machen und die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Wir arbeiten also in vielerlei Hinsicht an diesem Thema."

Poller am Theaterplatz?

Und weiter teilt die Stadt auf unsere Anfrage mit: "Der Theaterplatz und der Neumarkt wurden mit großem gestalterischen und finanziellen Aufwand in die heutige Form gebracht - Ein- oder Aufbauten sind anspruchsvoll, da Dresdnerinnen und Dresdner sowie Besucher der Stadt keine Festungen sondern nutzbare Plätze erwarten, die sich gut in die historischen Bauten und Plätze einfügen. Auch aus diesem Grund soll das Gestaltungshandbuch in dieser Richtung sinnvolle Erweiterungen erfahren. Auch die Nutzung von Pollern wird geprüft. In der Vergangenheit gab es an anderen Stellen dabei aber auch sicherheitstechnische Probleme, die eine flächendeckende Nutzung einschränken. Bei den am Altmarkt geplanten Veränderungen sind natürlich die Sicherheitsaspekte, gerade wenn Sie an die Striezelmarkt denken, von großer Bedeutung. Konkret kann hier informiert werden, wenn dafür die Arbeit der Planer abgeschlossen ist."