++ EIL ++

Dresdner Polizei sagt Jugendbanden den Kampf an

Zuletzt aktualisiert:

In den letzten Monaten häufen sich in Dresden Raubüberfälle durch gewalttätige Jugendbanden. Die Polizei hat deshalb jetzt eine Sonderkommision eingerichtet, die die steigende Gewaltkriminalität bekämpfen soll.

Seit Jahresbeginn hat die Polizeidirektion Dresden 113 Raubstraftaten registriert, die durch jugendliche Gruppierungen begangen worden sind oder bei denen Jugendliche zum Opfer wurden. Im Vergleich zu 2021 haben sich die Fallzahlen verdreifacht.

„In Dresden haben wir seit einigen Wochen eine Häufung insbesondere von Gewaltdelikten, der wir frühzeitig entgegen treten wollen“ erklärt Polizeipräsident Lutz Rodig. „ Für eine effektivere Bearbeitung hat die Dresdner Polizei daher eine Sonderkommission mit 15 Ermittlern ins Leben gerufen.“

Die Straftaten werden überwiegend aus Gruppen heraus begangen. Den Opfern, meist ebenfalls im jugendlichen Alter, wird Gewalt angedroht und dabei die Herausgabe alterstypischer Statussymbole wie Handys, Kopfhörer oder Bluetooth-Boxen gefordert. Nicht selten werden zur Drohung Waffen wie Teleskopschlagstöcke und Schlagringe, aber auch Messer genutzt. Oftmals erhalten die Beraubten Schläge und Tritte von den Angreifern.

Die Delikte verteilen sich über die gesamte Stadt. Der zeitliche Schwerpunkt liegt in den Abendstunden. Besonders häufig kommt es an den Freitag- und Samstagabenden zu den Raubüberfällen.

Bislang konnten 87 Tatverdächtige ermittelt werden, darunter sind acht junge Intensivtäter. Über die Hälfte der bisher ermittelten Tatverdächtigen hat die deutsche Staatsangehörigkeit. Außerdem wurden Jugendliche aus Syrien, Afghanistan und Russland besonders häufig als Tatverdächtige ermittelt. 

Audio:

Polizeipräsident Lutz Rodig