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Dresdner Philharmonie sehnt Ende der Interimszeit herbei

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Die Dresdner Philhar­monie hat knapp zwei Monate vor dem Wieder­einzug in den umgebauten Kultur­pa­last ein positives Resümee ihrer fünfjäh­rigen Interims­zeit gezogen. „Das Orchester ist in einem heraus­ra­genden Zustand“, sagte Inten­dantin Frauke Roth am Freitag. Ähnlich äußerte sich der Orches­ter­vor­stand. Das Orchester habe sich verän­dert, aber keinen Schaden genommen, sagte Orches­ter­vor­stand Robert-Chris­tian Schuster: „Wir konnten auf unserem Quali­täts­level bleiben, aber es hat Kraft gekostet.“ Durch die Auftritte in verschie­denen Räumen der Stadt sei es gelungen, auch neue Publi­kums­schichten zu errei­chen.Auch Vorstand Guido Titze vermochte der Zeit des Impro­vi­sie­rens eine gute Seite abzuge­winnen. Man habe sich durch die unter­schied­li­chen Räume auf immer neue Situa­tionen einstellen müssen - ganz wie auf einer Tournee. Das habe die Flexi­bi­lität des Orches­ters erhöht. Titze zufolge gab es anfangs die Befürch­tung, dass mehr Musiker als bei einer normalen Fluktua­tion üblich dem Orchester den Rücken kehren könnten. Doch das sei nicht einge­treten. „Nun ist die Vorfreude bei allen Kollegen groß“, sagte der stell­ver­tre­tende Solo-Oboist. Die Philhar­monie hatte seit 2012 in diversen Ausweich­spiel­stätten gastiert, darunter im Alber­tinum und im Schau­spiel­haus. Der mit einem Aufwand von rund 100 Millionen Euro umgebaute Kultur­pa­last soll am 28. April wieder­er­öffnet werden. Zuletzt hatten Meldungen zu immer neuen Kosten­stei­ge­rungen für Unruhe gesorgt. Am Donners­tag­abend verab­schie­dete der Dresdner Stadtrat einen weiteren Nachtrag in Höhe von 4,3 Millionen Euro. Nach den Worten von Inten­dantin Roth haben die Diskus­sionen der vergan­genen Wochen Spuren hinter­lassen: „Es ist ein Krimi auf der Baustelle“. Dennoch blieb sie optimis­tisch, dass bis zum Finale alles fertig wird, selbst wenn es später an der einen oder anderen Stelle noch Anlauf­schwie­rig­keiten geben könne.Eines steht dagegen schon fest: Die Philhar­monie wird auch nach Besitz­nahme ihres neuen Saales auf anderen Dresdner Bühnen präsent sein. Das Hygiene-Museum und Schloss Albrechts­berg dienen weiter als Spiel­stätten für Kammer­musik. Zudem spielen die Philhar­mo­niker wie bisher in der Kreuz­kirche und in der Frauen­kirche. Stolz präsen­tierte Roth am Freitag Zahlen aus den vergan­genen Jahren. 2016 kamen gut 141 500 Gäste zu den Konzerten, reich­lich 1600 mehr als im Vorjahr und über 10 000 mehr als im Jahr 2014. Die Auslas­tung stieg im gleichen Zeitraum von 75 auf 87 Prozent. Die Zahl der Abonnenten wuchs von 6984 (2014) auf 7594 im vergan­genen Jahr.