Dresdner Kunstsammlungen trauern um frühere Galeriedirektorin
Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) trauern um die ehemalige langjährige Direktorin der Gemäldegalerie Alte Meister, Annaliese Mayer-Meintschel. Sie starb am Donnerstag mit 91 Jahren in ihrem Haus am Loschwitzer Elbhang. „Der anregende, geistreiche, oft mit hintergründigem Humor gewürzte Dialog mit ihr, einer der letzten großen Zeitzeuginnen der Dresdener Kunst und Kultur der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts, wird uns schmerzlich fehlen“, sagte Oberkonservatorin Uta Neidhardt am Freitag in einer Mitteilung. Mayer-Meintschel sei bis zuletzt ihrem früheren Wirkungsort eng verbunden und in der Forschung aktiv gewesen.
Als wissenschaftliche Assistentin hatte sie 1956 die nach Ende des Zweiten Weltkrieges von der Sowjetarmee beschlagnahmten Hauptwerke nach deren Rückkehr in Dresden in Empfang genommen. Die Präsentation dieser Weltkunst-Gemälde waren seitdem ihr größtes Anliegen, sagte Uta Neidhardt.
Mayer-Meintschel, 1968 bis 1991 Galeriedirektorin, machte die prominente Gemäldesammlung zu DDR-Zeiten der internationalen Forschung sowie Publikum aus Ost und West zugänglich und mehrte ihren Ruf durch vielbeachtete Ausstellungen in Japan, den USA, Russland, Schweden, Mexiko oder Indien. Noch im Ruhestand forschte die Kunsthistorikerin weiter und begleitete die Arbeit ihrer Nachfolger. (dpa)