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Dresdner Hilfsorganisation rettet 100 Menschen vor libyscher Küste

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Die Dresdner Hilfsorganisation „Mission Lifeline“ ist wieder mit einem Rettungsschiff auf dem Mittelmeer unterwegs. Am Montagnachmittag hat die Crew der „Eleonore“ 31 Meilen vor der libyschen Küste ein sinkendes Schlauchboot mit 100 Menschen entdeckt.

Reisch: „Buchstäblich in letzter Sekunde“

Diese wurde an Bord des ehemaligen Fischerei- und Sportbootes genommen. Die Eleonore will nun mit Kapitän Claus Peter Reisch den nächsten sicheren Hafen ansteuern. Reisch schrieb bei Twitter: „Ich bin sehr froh, dass wir alle Menschen retten konnten. Es war buchstäblich in letzter Sekunde, denn das Boot sank bereits.“ Nach Angaben der Crew sind unter den etwa 100 Menschen auch 30 Minderjährige. 15 seien ohne Eltern unterwegs. Welchen Hafen konkret die Eleonore nun ansteuert, ist noch nicht klar. Man bitte die Bundesregierung um die Vermittlung eines sicheren Hafens, teilte Mission Lifeline mit. Die Eleonore fährt unter Deutscher Flagge.

Mission Lifeline: „Wir sind froh, dass alle unsere Gäste in Sicherheit sind“

Wie der Dresdner Verein auf seiner Homepage mitteilte, habe sich auch ein Boot der libyschen Küstenwache auf bis zu 50 Meter angenähert und „die Crew bedroht“. Weiter schreibt der Verein: „Die Menschen hatten große Angst, dass sie zurück nach Libyen müssten. Dank der Souveränität und des Nachdrucks von Kapitän Reisch haben die Milizen letztlich abgelassen. Wir sind froh, dass alle unsere Gäste nun in Sicherheit sind.“

Reisch wurde nach seiner letzten Rettungsaktion wegen der angeblich falschen Registrierung seines Bootes auf Malta zu 10.000 Euro Geldstrafe verurteilt. Er legte Rechtsmittel ein, das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der Dresdner Journalist und Mitbegründer von „Straßengezwitscher“, Johannes Filous, begleitet die Eleonore und berichtet auf Twitter mit dem Account @Seacovorage von dem Boot. Er schrieb dort am Montagmittag, dass die Eleonore einen Notruf aufgefangen habe und auf dem Weg zu einem möglichen Schlauchboot in Seenot ist. Eine Stunde später wurde das Boot dann entdeckt, es verlor bereits Luft. 100 Menschen seien dann an Bord der Eleonore genommen worden.

(Redaktioneller Hinweise: Dieser Artikel wird fortlaufend um neue Informationen ergänzt.)