• Paul Zabel forscht bis Ende 2018 in der Antarktis. (Fotos: © DLR / CC-BY 3.0)

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Dresdner Forscher züchtet Tomaten am Südpol

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Ein Dresdner Forscher züchtet ab sofort Gurken, Tomaten und Paprika in der Antarktis. TU-Doktorand Paul Zabel ist für das Deutsche Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR) für knapp ein Jahr am Südpol. In einem besonderen Gewächshaus sollen Gemüse und Kräter ohne Erde und Tageslicht gedeihen. Bis Ende Dezember soll erforscht werden, wie groß der Ertrag ist und wie viel Energie das Gewächshaus benötigt. Das Forschungsprojekt gilt als Testlauf für bemannte Missionen zu Mond und Mars, wo Ressourcen nicht so einfach zur Verfügung stehen wie auf der Erde. Auch in Wüsten oder extrem kalten Regionen könnte das neuartige Gewächshaus zum Einsatz kommen.

Bis Ende Dezember wird der DLR-Wissenschaftler Paul Zabel die "Eden-ISS" nahe der Neumayer-Station III in der Antarktis betreuen. Er wird verschiedene Pflanzen züchten, die mit künstlichem Licht bestrahlt werden und statt Erde eine Nährlösung erhalten. Das Projektteam am DLR-Standort in Bremen will ihn über Videokonferenzen unterstützen. Die neun anderen Menschen, die auf der Neumayer-Station III in der Antarktis überwintern, haben andere Aufgaben. Von dem frischen Gemüse sollen sie aber auch profitieren. Mit den Erträgen solle der Speiseplan der Überwinterungscrew aufgefrischt werden, sagte DLR-Projektleiter Daniel Schubert.

Einmal quer durchs Gemüsebeet

Neben Tomaten, Gurken und Erdbeeren pflanzen die Wissenschaftler Blattsalate, Rucola, Radieschen, Paprika, Basilikum, Schnittlauch, Petersilie, Zitronenmelisse und Minze an. "Alle Subsysteme wie Licht, Bewässerung, Luftumwälzsystem und Kameras sind getestet und funktionieren einwandfrei". Die harsche Umgebung, in der das Gewächshaus steht, hat aber auch einige Probleme verursacht: So mussten die Forscher nach einer Lösung suchen, als sich in ihren Containern Kondenswasser niederschlug. "Es macht halt einen Unterschied, ob der Container in der Stadt steht oder in der Antarktis", betont Schubert. Alleine der Aufbau war aufwendig. Fehlte beispielsweise ein Werkzeug, ging es 400 Meter weit zurück zur Neumayer-Station. All dies sorgte nicht nur eine anstrengende Zeit für die Mannschaft des DLR - sondern bringt vor allem viele Erfahrungen, die für eine spätere Mission in den Weltraum notwendig sind.