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Dresdner Ex-Sozialbürgermeister von ehemaliger Stadträtin geohrfeigt

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Der ehemalige Dresdner Sozialbürgermeister Martin Seidel ist am Rande einer Veranstaltung geohrfeigt worden. Seidel selbst machte den Vorfall von Donnerstagabend bei Facebook öffentlich: "Heute wurde ich im Vorfeld einer Veranstaltung (...) unter Zeugen tätlich körperlich angegriffen und auf üble Weise mehrfach beschimpft und beleidigt."

Er wurde demnach von einer ehemaligen Dresdner PDS-Stadträtin ins Gesicht geschlagen. Auch diese berichtete bei Facebook über den Vorfall, sie sei demnach zuvor von Seidel übel beleidigt worden. Er habe Anzeige erstattet, sagte Seidel auf unsere Nachfrage. Seidel hatte gegen die Ex-Stadträtin bereits im vergangenen Jahr Anzeige u.a. wegen Beleidigung erstattet, das Verfahren läuft noch.

Die Ex-PDS-Stadträtin Monika Aigner sagte auf unsere Anfrage, sie habe im Affekt gehandelt: Sie habe ihm vor der Veranstaltung gesagt: "Du traust Dich noch hier her". Herr Seidel habe sie als "braune Person" begrüßt, daraufhin sei ihr die Hand ausgeruscht. Sie sagte weiter, sie sei nicht rechts und habe das als üble Beleidigung empfunden. Sie wünsche sich einfach, zum Beispiel bei Facebook, von ihm nicht mehr beachtet und erwähnt zu werden.

Stadträte der Grünen zeigten sich empört über den Vorfall, auch über die Tatsache, dass es von zwei anderen aktuellen Stadträten der CDU und FDP Lob gab. Grünen-Stadtrat Michael Schmelich schrieb dazu bei Twitter: "Dresden im Permafrost der Zivilisation?" Die CDU-Stadträtin Angela Malberg schrieb in einem Facebook-Kommentar an die Ex-PDS-Stadträtin gerichtet: "du hast diesem unsäglichen Hetzer Paroli geboten!!! HELDIN !" Sie kündigte an - wenn notwendig - auch für einen Anwalt Geld zu sammeln.

Eine Ohrfeige hatte bereits 2015 in Dresden für große Wellen gesorgt: Ein grüner Ortsbeirat hatte damals Regine Töberich am Elberadweg geohrfeigt.

(Redaktioneller Hinweis: Artikel wurde um Reaktionen der Beteiligten ergänzt.)