Dresdens gelbe Fahrrad-Flitzer: 12 Mio. Kilometer in fünf Jahren!
Die gelben Fahrräder gehören mittlerweile zum Stadtbild wie die Leihroller - nur sind sie ordentlicher abgestellt. Die DVB zogen jetzt eine Bilanz über die MOBIbikes, die es seit 2020 in Dresden gibt.
„Etwa 100.000 Nutzer sind regelmäßig mit den Mieträdern unterwegs. Sie sind eine umweltfreundliche Erweiterung des Bus- und Straßenbahnangebotes“, sagt Unternehmensbereichsleiter Markt und Verkehr der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) Martin Gawalek. In den letzten fünf Jahren wurden sie 8 Millionen Mal ausgeliehen und legten - per Muskelkraft betrieben - knapp 12 Millionen Kilometer in der Stadt zurück.
Das wäre wie 31 Mal zum Mond radeln und zurück!
Erste halbe Stunde umsonst
Der Vorteil: DVB-Abo-Kunden fahren die erste halbe Stunde umsonst Rad, können so Kurzstrecken schnell zurücklegen, wo vielleicht doch kein Bus oder keine Bahn hinfährt.
Jedes der mittlerweile 2000 Räder wird täglich im Schnitt vier bis fünf Mal ausgeliehen. Drei Viertel aller Fahrten beginnen oder enden an einer DVB-Haltestelle. Die Fahrräder können an 68 MOBIpunkten, 450 virtuellen Stationen oder auch an definierten Straßen ausgeliehen und wieder abgestellt werden.
Die MOBIbikes werden von der Leipziger Firma nextbike für die DVB betrieben. Buchen lässt es sich einfach über die Handy-App. „MOBIbike ist eines unserer besten Systeme. Kein Wunder, es ist komplett in das ÖPNV-Angebot der Stadt integriert: Vom gelben Design, über Stationen sowie tariflich, ein echtes Vorzeigemodell“, erklärt Sebastian Popp, CEO von nextbike. Damit gehört Dresden im Vergleich deutscher Großstädte zu den Spitzenreitern beim Bikesharing.
Wegen Kosten auf Streich-Liste
Dennoch standen die Fahrräder in der Kritik. Bei den Haushaltsverhandlungen Anfang des Jahres, bei denen auch eine Kürzung des DVB-Angebotes auf dem Plan stand, schlug das Team Zastrow u.a. vor, den MOBIbike-Service ganz zu streichen. Dann hätte die Stadt zwar 700.000 Euro jährlich gespart - soviel kostet die Unterhaltung des Fahrrad-Fuhrparks - aber ein sehr beliebtes Mobilitätsangebot wäre verschwunden.
„Die Fahrräder sind vor allem bei Studenten der Renner und werden auch immer häufiger in Ortsteilen am Stadtrand nachgefragt“, so DVB-Sprecher Falk Lösch. Zuletzt bekamen Freital und Heidenau MOBIbike-Stationen, die jedoch vom VVO betrieben und finanziert werden. Eine Buslinie mit zwei Fahrzeugen plus Fahrern am Stadtrand zu finanzieren sei wesentlich teurer als die gelbe Fahrradflotte für die ganze Stadt, so die DVB.
Damit auch Besitzer eines Deutschland- oder Bildungstickets die ersten 30 Minuten kostenlos radeln können, erweiterten die DVB das Angebot mit „Plus MOBI“. Die Aufwertung kostet 8 Euro pro Monat. Inbegriffen sind auch Vergünstigungen beim Carsharing mit teilAuto. Wer das „Plus MOBI“ noch bis einschließlich 24. August 2025 abschließt, spart im September die erste Monatsgebühr. Fahrgäste mit einem Abo im VVO-Tarif haben das „Plus MOBI“ schon automatisch in ihrem Ticket integriert. Dort ist keine Zubuchung nötig.