Dresden stellt Pläne für neue Carolabrücke vor
Dresden will für die eingestürzte Carolabrücke so schnell wie möglich einen Ersatzneubau errichten - die Pläne dafür hat die Stadt am Montagabend bei einem Bürgerdialog im Rathaus vorgestellt. Baubürgermeister Stephan Kühn erläuterte vor rund 200 Zuhörern das weitere Vorgehen.
Der Neubau kann nach den Worten von Kühn ohne Genehmigungsverfahren errichtet werden. „Wir haben uns da juristisch beraten lassen“, so der Baubürgermeister. „Rechtlich gesehen sprechen wir in dem Fall von einer Änderung an bestehender Infrastruktur“. Das bedeutet, der Neubau orientiert sich architektonisch weitestgehend an der alten Carolabrücke.
Brücke künftig nur noch mit zwei Zügen?
„Es ist möglich weniger zu bauen, aber nicht mehr“, erklärte Kühn und warb erneut für eine zweispurige Variante. Die Fahrspuren würden sich dann verringern. Diese Pläne hatten schon vergangene Woche im Stadtrat für Wirbel gesorgt. Kühn verteidigte sein Ansinnen: „Wir sollten nicht nur von Brückenkopf zu Brückenkopf denken, sondern auch über eine Neugestaltung des angrenzenden Stadtraums sprechen.“
Was zu den Kosten und zum Zeitplan bekannt ist
Rund 140 Millionen wird der Neubau der Carolabrücke kosten. 2027 sollen die Arbeiten starten. Das dauert vielen Dresdnern zu lange. Sie verweisen auf die neue Brücke, die nach dem Unglück in Genua innerhalb kürzester Zeit gebaut wurde.
Der Baubürgermeister versuchte das einzuordnen: „Dort gab es völlig andere Rahmenbedingungen und auch Hilfe vom italienischen Staat, auch weil die Straße eine völlig andere Verkehrsdimension hat. Wir gehen hier in Dresden den schnellstmöglichen Weg, auch beim Vergaberecht“, versicherte Kühn.
Ersatzneubau soll 2030 stehen
Er rechnet mit einer Bauzeit von etwa zweieinhalb Jahren. „Dabei kann es auch Teilfreigaben geben, wenn schon ein Brückenzug fertig ist. Aber erst brauchen wir aber einen Grundsatzbeschluss im Stadtrat. Dann können wir an die konkrete Planung gehen.“
Neue Carolabrücke wird „panzertauglich“
Dabei müssen übrigens auch militärische Vorgaben berücksichtigt werden. „Bei einer Bundesstraße fragt man so etwas immer mit ab“, antwortete Tiefbauamtsleiterin Simone Prüfer auf die Frage eines Zuhörers. Heißt: die neue Carolabrücke wird „panzertauglich.“
Die Informationsveranstaltung wird live übertragen unter www.dresden.de/carolabruecke.
Fragen können ebenfalls online gestellt werden.