++ EIL ++
  • Große Verantwortung braucht starke Partner (v.l.n.re.): Heinrich Hünting (Sächsisches Wirtschaftsministerium) Frank Bösenberg (Geschäftsführer Silicon Saxony), Hagen Schroth (HOCHTIEF), Dr. Frank Brinkmann (Vorstandvorsitzender SachsenEnergie), Dirk Hilbert (Oberbürgermeister der Stadt Dresden)

Dresden baut ein Flusswasserwerk für die Chipindustrie

Zuletzt aktualisiert:

Um die Halbleiterindustrie im Dresdner Norden mit eigenem Industriewasser zu versorgen, baut Sachsen Energie an der Elbe ein Flusswasserwerk. Es entsteht im Gewerbegebiet Übigau und soll Ende 2030 in Betrieb gehen. 

Mit der Firma HOCHTIEF wurde ein Generalübernehmer für Planung, Genehmigung und Bau des neuen Flusswasserwerks beauftragt. Am Mittwoch übergab Sachsen Energie gemeinsam mit den Fördermittelgebern, dem Freistaat Sachsen und der Landeshauptstadt Dresden symbolisch die Spaten an das Bauunternehmen. Ziel ist es, die Trinkwasserversorgung von der industriellen Nutzung nachhaltig zu trennen und beide Systeme zukunftssicher aufzustellen.

„Die Beauftragung als Generalübernehmer ist ein entscheidender Schritt für dieses große Projekt. SachsenEnergie hat der Halbleiterindustrie das Versprechen für eine stabile Wasserversorgung gegeben“, erklärt Sachsen Energie-Vorstand Dr. Frank Brinkmann.

In Spitzenzeiten kann die Anlage täglich bis zu 67.000 Kubikmeter Wasser bereitstellen. Rund 80 Prozent davon fließen gereinigt über die Stadtentwässerung zurück in die Elbe. Das funktioniert laut Sachsen Energie sogar bei Niedrigwasser.

Das sind die nächsten baulichen Schritte

Die Baugrunduntersuchungen für das neue Flusswasserwerk sind größtenteils abgeschlossen. In einem nächsten Schritt wird die Landestalsperrenverwaltung den Hochwasserschutzdeich in Übigau ertüchtigen. Nach Vorliegen der nötigen Genehmigungen und Detailplanung erfolgt anschließend der Baustart. Die Arbeiten zum Bau der Transportleitungen, die das Wasser in den Norden leiten, laufen bereits seit 2024. 

Finanzierung: Keine Belastung für Haushaltskunden

Die Gesamtkosten für das System der Industriewasserversorgung, inklusive Transportleitungen, liegen nach derzeitigem Stand bei über 300 Millionen Euro und werden zu großen Teilen von Sachsen Energie übernommen. Die Landeshauptstadt Dresden und der Freistaat Sachsen beteiligen sich mit 150 Millionen Euro. Haushaltskunden tragen nach Angaben des Versorgers keine Kosten, die der Produktion von Industriewasser zuzurechnen sind. „Sachsen Energie legt die Ausgaben für die beiden getrennten Versorgungssysteme der Industrie- und Trinkwasserversorgung verursachergerecht um“, heißt es von dem Unternehmen.