Dirk Hilbert gewinnt OB-Wahl
Der heiße Kampf um den Chefsessel im Dresdner Rathaus ist entschieden: Dirk Hilbert wird offizieller Nachfolger von Helma Orosz und Dresden die nächsten sieben Jahre regieren. Der 44-jährige kam im zweiten Wahlgang auf 54,2 Prozent der Stimmen, Wissenschaftsministerin Eva Maria Stange auf 44,0 Prozent und Lars Stosch alias Lara Liquer auf 1, 8 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag trotz der tropischen Temperaturen und Badewetter kurz vor Schließung der Wahllokale bei 41,7 Prozent. Rund 9 Prozentpunkte weniger als beim ersten Wahlgang am 5. Juni. Schon vor Ende der Auszählung hatte Hilbert sich zum Sieger der Wahl erklärt und von einem „fulminanten Ergebnis“ gesprochen. „Ich bin sehr froh und dankbar für dieses Ergebnis, persönlich und als ihr neuer Oberbürgermeister“, sagte er. Er wolle das durch Pegida entstandene Bild Dresdens geraderücken. Stange kündigte an, weiter Wissenschaftsministerin bleiben zu wollen. „Zum Glück weiß ich, dass mich der eine oder andere gern im Ministeramt sieht.“ SPD-Chef und Vizeministerpräsident Martin Dulig habe ihr gesagt, dass er sie gern weiter an seiner Seite wisse. Im Wahlergebnis sieht Stange einen Beleg für eine tiefe Spaltung der Stadt. „Es wird darauf ankommen, die Stadt wieder zu vereinen in den nächsten Jahren und mit allen zusammenzuarbeiten, die Zukunft gestalten wollen“, sagte sie vor ihren enttäuschten Anhängern. Drei Dinge sind Hilbert im neuen Amt besonders wichtig: Mehr Bürgerbeteiligung und ein Ende des Lagerdenkens im rot-rot-grün dominierten Stadtrat. „Die Zukunft Dresdens ist zu wichtig, als dass wir uns weiter Lagerbildung leisten können“, sagte er und kündigte eine aktive Flüchtlingspolitik und eine damit einhergehende Imageverbesserung für die Stadt an. „Ich möchte Dresden zu einer Vorzeigestadt der Integration und Beschäftigung von Flüchtlingen und Zuwanderern machen.“ Er wolle nun verschiedene Regionen in Deutschland bereisen und sich dabei der Pegida-Diskussion stellen. „Das Bild von Dresden muss wieder zurechtgerückt werden.“ Außerdem wolle er die Stadt auch als Oberbürgermeister weiter auf Wachstumskurs halten. „Lassen Sie uns miteinander die Ärmel hochkrempeln und eine neue Aufbruchstimmung in Dresden schaffen.“ Im ersten Wahlgang hatte noch Stange mit 36 Prozent der Stimmen vor Hilbert (31,4 Prozent) das beste Ergebnis eingefahren. In der zweiten Runde gelang es dem 43-Jährigen offenbar, die Stimmen aus dem bürgerlichen Lager auf sich zu vereinen. (AN/DPA)