Direktor des Grünen Gewölbes Dirk Syndram geht in Ruhestand

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Der Direktor des Grünen Gewölbes geht in den Ruhestand. Heute Abend wird Dirk Syndram im Stallhof offiziell verabschiedet. 28 Jahre lang hat er das Grüne Gewölbe geleitet.

Egal ob Miniaturschnitzerei oder ein Palast aus Edelsteinen, goldene Rüstung oder Krönungsmantel, für Dirk Syndram sind dies alles Kostbarkeiten einer Sammlung, die Sachsens Kurfürsten begründeten: Seit 2002 hat der aus dem heutigen Duisburg-Homberg stammende Kunsthistoriker das wiederaufgebaute Dresdner Residenzschloss eingerichtet.

Syndram wurde 1993, mit 37 Jahren, Direktor des Grünen Gewölbes, das damals noch im Nachkriegsinterim Albertinum untergebracht war. „Das Schloss war Ruine, die Rekonstruktion noch am Anfang“, erinnert sich der 65-Jährige. „Eine außerordentlich spannende Zeit.“ Obwohl er, der immer ein Museum entwickeln wollte, nun eine abgeschlossene Sammlung bewahren sollte. Immerhin: Sie sollte wieder an den angestammten Platz, ins 1945 zerstörte Residenzschloss.

2002 schreibt er an einem Nachmittag einen Plan für das künftige Museumsschloss. „Ich habe mir einfach überlegt, wie könnte es ideal aussehen.“ Dabei sollten auch die im Depot verborgenen Schätze der Rüstkammer präsentiert werden. „Mir war wichtig, eine Ausstellung zu machen, die Besucher neugierig macht und nicht ermüdet; die dazu führt, dass man durchgeht und sie immer wieder neu sehen möchte.“

Seine Faszination für das, was die sächsischen Kurfürsten und Könige mit dem Grünen Gewölbe und der Rüstkammer bewahrt haben, hat er geteilt, die Schätze im Kreml oder in Versailles, in Südkorea oder im Metropolitan Museum in New York gezeigt. Und mit spektakulären Ausstellungen lenkte er die Scheinwerfer auch auf bedeutende Orte der Geschichte außerhalb Dresdens.

Das letzte Teil von Syndrams Museums-Puzzle fehlt noch: Im Nordflügel sollen ab 2024 Exponate von der sächsischen und Dresdner Festkultur ab dem 16. Jahrhundert gezeigt werden.