• "Zukunftsfabrik Lausitz" - das Projekt wurde in der Energiefabrik Knappenrode vorgestellt.

  • Energiefabrik Knappenrode

Die Lausitz als Forschungslabor

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Die Lausitz könnte zum Forschungslabor werden. Fraunhofer will  gemeinsam mit Wissenschaftlern der TU Dresden und Freiberg und Partnern aus der Region nach Lösungen für den Strukturwandel suchen und zugleich Antworten auf weltweite Probleme finden. Heute wurde das Projekt „Zukunftsfabrik Lausitz“ in Knappenrode vorgestellt.

Wasserknappheit, Missernten,  die Energiewende – globale Probleme, die sich wie unter einem Brennglas in der Lausitz  abbilden. Ein ideales Forschungsfeld, findet Professor Michael Stelter vom Fraunhofer-Institut. Drei Zukunftsfabriken sollen errichtet  und dort bahnbrechende Technologien entwickelt werden.

Das Konzept beinhaltet mehrere Standorte im sächsischen Teil der Lausitz.  Kandidaten sind Hoyerswerda, Lauta, Kamenz und Reichenbach. Als Standort für die "Wasserfabrik" sieht Stelter die Region um Hoyerswerda. In Kamenz könnte u.a. an Stromspeichertechnologien geforscht werden. "Reichenbach ist ein guter Standort, um sich mit Landwirtschaft zu beschäftigen", so Stelter. Geplant ist u.a. ein Gewächshauspark - sieben Stockwerke hoch, mit einem extrem niedrigen Wasserverbrauch. Denkbar wäre der Einsatz dieser Turbo-Riesengewächshäuser in großen Metropolen.

Im sächsischen Teil der Lausitz soll außerdem  in den Bereichen Wasserstoff, Speichertechnik oder Geothermie geforscht werden. Stelter schaut dabei auch nach Görlitz und zum künftigen Wasserstoff-Referenzkraftwerk in Schwarze Pumpe. 

Die Wissenschaftler von Fraunhofer, der TU Dresden und Freiberg sowie der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden wollen  mit Partnern vor Ort  zusammenarbeiten, z.B. der Hochschule Zittau-Görlitz. "Endlich mal ein Projekt, das die gesamte Lausitz abbildet", freut sich der Zittauer Oberbürgermeister Thomas Zenker. "Es wird nicht irgendwo ein Leuchtturm errichtet, sondern mit den Kompetenzen vor Ort gearbeitet."

Die Forscher wollen auch die Lausitzer mitnehmen. Wenn sie den Zuschlag für ihr Projekt bekommen, soll ein Zentrum errichtet werden, ein gläsernes Labor. "Dort können sich Einwohner und Firmen anschauen, was wir machen", erläutert Stelter.  Als Standort würde sich die Energiefabrik Knappenrode anbieten. Sie könnte das Führungszentrum werden für die drei Zukunftsfabriken. So steht es im Antrag. Der Hoyerswerdaer Oberbürgermeister  Torsten Ruban-Zeh spricht vom Headquarter. Das würde auch dem Ortsteil Knappenrode nach vorn bringen. "Der Ort hätte die Chance, wieder aus dem Schlaf aufzuwachen."

Jetzt heißt es: Daumen drücken! Eine Kommission wird demnächst über den Antrag entscheiden. Gibt sie grünes Licht, können Professor Stelter und sein Team die Pläne konkretisieren.  Die Projektgruppe rechnet  im kommenden Sommer mit einer endgültigen Entscheidung. Es geht um viel Geld. Das Jahresbudget liegt bei 170 Millionen Euro. Fraunhofer stellt bist zu 1.500 neue Arbeitsplätze in der Lausitz in Aussicht.

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Reporter Knut-Michael Kunoth