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DFB-Elf verpasst Achtelfinal-Einzug - 0:0 gegen Polen

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Saint-Denis (dpa) - Kein Torjubel und wieder kein Sieg im zweiten Turnier­spiel: Weltmeister Deutsch­land hat den vorzei­tigen Einzug ins Europa­meis­ter­schafts-Achtel­fi­nale verpasst.Sieben Monate nach der Terror­nacht von Paris trennte sich die deutsche Fußball-Natio­nal­mann­schaft bei der Rückkehr ins Stade de France vom Dauer­ri­valen Polen 0:0. Den angepeilten Gruppen­sieg kann das Team von Bundes­trainer Joachim Löw nun erst am Dienstag im Pariser Prinzen­park gegen Nordir­land klarma­chen. Mit Hilfe anderer Teams kann der Sprung in die K.o.-Phase aber schon vorher perfekt sein - der neue EM-Modus macht es möglich.Für die deutsche Mannschaft, bei der Mats Hummels ein erfolg­rei­ches Comeback gab, war es eine spezi­elle Rückkehr ins Stade de France. Dort hatte sie am 13. November vergan­genen Jahres die schlimmen Terror­an­schläge von Paris hautnah miter­lebt hatte. Entspre­chend hoch war das Sicher­heits­auf­kommen im Risiko­spiel. 1200 Ordner und mehrere tausend Polizisten waren im Einsatz, die gefürch­teten Ausschrei­tungen waren bis zum Anpfiff ausge­blieben.Auf dem Rasen spielte das vor 73 648 Zuschauern keine Rolle. „Polen ist die stärkste Konter­mann­schaft, die ich in den letzten zwei Jahren gesehen habe. Wir müssen besser struk­tu­riert sein als gegen die Ukraine“, hatte Löw gefor­dert. Und seine Mannschaft setzte die Marsch­route um. Druck­voll und dominant agierte die mit zehn Weltmeis­tern angetre­tene DFB-Auswahl, durch schnelle Balle­r­obe­rungen wurden die Polen in die eigene Hälfte zurück­ge­drängt. Aller­dings fehlte oftmals der geniale Moment, um das polni­sche Bollwerk auszu­he­beln. So gab es bereits zum achten Mal in den letzten zehn großen Turnieren kein Sieg im zweiten Spiel.Die Defen­sive präsen­tierte sich unter­dessen deutlich gefes­tigter im Vergleich zum vor allem in der ersten Halbzeit orien­tie­rungs­losen Auftritt gegen die Ukraine (2:0). Hummels kehrte dabei erwar­tungs­gemäß für Shkodran Mustafi 26 Tage nach seinem Muskel­fa­ser­riss in der Wade zurück ins Team. Der 27-Jährige benötigte einige Minuten, um wieder in den Wettkampf­rhythmus zu kommen. Erst verlor er einen Zweikampf gegen seinen zukünf­tigen Bayern-Kollegen Robert Lewan­dowski. Dann foulte er den polni­schen Super­star. Später kämpfte sich der Weltmeister aber in die Partie, stand gut und blockte mehrmals erfolg­reich die Konter­ver­suche des extrem tiefste­henden Kontra­henten ab.In der ersten Halbzeit erarbei­tete sich die deutsche Mannschaft ein deutli­ches Überge­wicht. Der Unter­hal­tungs­wert des Spiels war aber gering. Ein Kopfball von Mario Götze (4.), der als sogenannte „falsche Neun“ wieder den Vorzug vor Mario Gomez erhielt, und ein Schuss von Hector (6.) waren die ersten Annähe­rungs­ver­suche. Gefähr­li­cher wurde es in der 16. Minute bei einer Großchance des omniprä­senten Toni Kroos, nachdem sich Thomas Müller stark gegen den Dortmunder Lukasz Piszczek durch­ge­setzt hatte. Nur knapp verfehlte der Mittel­feld­chef das Tor.Es fehlte aller­dings die nötige Konse­quenz und auch mitunter die Ideen gegen eine dicht gestaf­felte polni­sche Mannschaft. Auch weil Mesut Özil, der zum 75. Mal für Deutsch­land auflief, und Götze wieder einen schweren Stand hatten. Auf der Gegen­seite geriet das Tor von Manuel Neuer, der erneut Bastian Schwein­steiger als Kapitän vertrat, nicht einmal in der ersten Halbzeit in Gefahr.Das änderte sich schon nach 22 Sekunden in der zweiten Halbzeit. Nach einer Herein­gabe von Kamil Grosicki musste Arkadiusz Milik den Ball nur noch über die Linie drücken, doch der Ex-Bundes­li­ga­profi verfehlte den Ball nur knapp mit dem Kopf. Der Angreifer hatte Deutsch­land schon beim 2:0 der Polen in der EM-Quali­fi­ka­tion im Oktober 2014 mit seinem Führungstor geärgert.Die deutsche Mannschaft antwor­tete auf die Schreck­se­kunde mit einer eigen Chance. Nach feinem Zuspiel von Kroos schießt Götze aber genau auf Torhüter Lukasz Fabianski, der den verletzten Wojciech Szczesny vertrat (47.). Löw hatte im zweiten Durch­gang seine Offen­sive umgestellt und Müller nach vorne beordert. Es entwi­ckelte sich ein offeneres Spiel, in dem die Polen gefähr­lich blieben. So musste Abwehr­chef Jérôme Boateng gegen Lewan­dowski in höchster Not klären (59.), auch Milik ließ eine weitere Gelegen­heit liegen (68.). Für Deutsch­land vergab Özil eine Großchance von der Straf­raum­grenze (69.).