Desaströser Brandschutz im Dresdner Rathaus
Der Brandschutz im Dresdner Rathaus muss dringend erneuert werden. Es besteht Lebensgefahr. Das ergaben nun die Anaylsen von zwei Gutachtern, die am Donnerstagmittag vorgestellt worden sind. Menschen könnten nicht gerettet werden, Feuer und Rauch könnten sich ungehindert ausbreiten, teilte die Stadt mit. Deshalb müsse unverzüglich der Brandschutz erneuert werden.Die Sanierung des Ostflügels des Neuen Rathauses ist bereits abgeschlossen worden. Mit der weiteren Sanierung des Neuen Rathauses ist nicht vor 2019 zu rechnen, hieß es von der Stadt. Es stelle sich damit die Frage, unter welchen Bedingungen bis zur weiteren Sanierung der Betrieb des Neuen Rathauses weitergeführt werden kann. Deshalb wurden zwei Gutachter beauftragt.Brandschutzmängel auf allen EtagenBeide Gutachter kommen zu dem Ergebnis, dass aufgrund der umfassenden - das heißt alle Etagen betreffenden - Brandschutzmängel organisatorische Maßnahmen nicht ausreichen, um einen Betrieb sicherzustellen. Sie stellten fest, dass durch die bauliche Situation die Ausbreitung von Feuer und Rauch ungehindert möglich, eine wirksame Personenrettung nicht gegeben und auch wirksame Löscharbeiten nicht möglich wären. Es sind deshalb unverzüglich bauliche Kompensationsmaßnahmen umzusetzen.Im Hinblick auf die anstehende Sanierung sind aus Sicht der beiden Gutachter Kompensationsmaßnahmen möglich, durch welche das Sicherheitsniveau angehoben und an die Schutzziele „Vorbeugung gegen Brandausbreitung“ sowie „Ermöglichung Personenrettung und Brandbekämpfung“ herangeführt wird. Für das 4. Obergeschoss haben die Gutachter den kompletten Freizug empfohlen. Das betrifft mehrere hundert Mitarbeiter. Der Stadtrat hatte in seiner Sitzung im Juni zwar dem Auszug zugestimmt, Reparaturen allerdings auf die lange Bank geschoben, will vorher erst Kostenschätzungen. Die Stadtverwaltung hält ein weiteres Zuwarten für "nicht vertretbar". Deshalb soll sich der Stadtrat am 14. Juli in einer Sondersitzung damit befassen.