Der Angstgegner kommt

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Autor: dpa

Die Vorzeichen sind erschreckend, die Fakten beängstigend. Der bislang letzte Treffer gegen Angstgegner Holstein Kiel gelang Dynamo Dresden am 24. Oktober 2015 beim 2:1-Auswärtssieg - noch in der 3. Liga. Seitdem trafen die Elbestädter gegen die Norddeutschen in fünf Spielen nicht mehr. Noch schlimmer: Alle vier Zweitliga-Begegnungen gingen bislang verloren. Die Torbilanz von 12:0 für die Kieler macht den Schwarz-Gelben wenig Hoffnung vor dem Duell an diesem Samstag um 13 Uhr.

Dynamo-Trainer Cristian Fiel will nichts von Angstgegner und Negativserien hören. «Statistik spielt für mich keine Rolle», erklärte er am Donnerstag auf der Pressekonferenz. «Ich brauche aber auch keine Märchen erzählen. Wenn man auf die Tabelle schaut, geht es darum, bis zum Winter so viel Punkte wie möglich zu holen.» Der Trainer mahnt Geduld an. «Irgendwann muss der Punkt kommen, wo wir uns für das belohnen, was wir versuchen und auf den Platz bringen. Ich gehe davon aus, dass das am Samstag sein wird», sagte der 39-Jährige.

Der Tabellen-Vorletzte hatte zuletzt wenig Durchschlagskraft. Dynamo kämpft erneut gegen den Abstieg. Mit lediglich 15 Toren stellt Dresden zusammen mit Sandhausen, Osnabrück und Hannover die schwächste Offensive der 2. Liga. Die Effizienz vor dem Tor ist mangelhaft. «Wir können gegen solche Mannschaften bestehen, kommen zu Chancen. Aber unsere Chancenverwertung ist ...», erklärte Torwart Kevin Broll und fügte nach kurzer Bedenkpause an: «Schlecht einfach.»

Am vergangenen Samstag kassierte die Elf von Trainer Cristian Fiel beim Hamburger SV bereits die achte Saisonniederlage. Der Tabellen-Achte Kiel kommt mit der Empfehlung von sechs Auswärtstreffern bei Wehen Wiesbaden.

Zudem war Dynamo-Stürmer Alexander Jeremejeff, der in zehn Partien dreimal traf und zwei weitere Treffer vorbereitete, zuletzt angeschlagen. Sein Einsatz aber nicht gefährdet. Sturmpartner Moussa Koné war in zwölf Partien bereits sechsmal erfolgreich und legte ebenfalls zweimal auf. Mit 22 Toren in 54 Zweitliga-Partien ist der Senegalese sogar Dynamos Zweitliga-Rekordtorschütze. Beide Angreifer sind an 87 Prozent der 15 Dynamo-Tore direkt beteiligt gewesen.

Probleme bereitet vielmehr die geringe Torgefahr aus dem Mittelfeld. Sportgeschäftsführer Ralf Minge hatte die Misere frühzeitig erkannt und René Klingenburg als vermeintlich torgefährlichen Mittelfeldspieler verpflichtet. Das einstige Schalke-Talent kam mit der Empfehlung von neun Drittliga-Toren für Preußen Münster nach Dresden. «Dass er als zentraler Mittelfeldspieler viel Torgefahr ausstrahlen kann, hat er unter Beweis gestellt. Damit passt René sehr gut in unser Anforderungsprofil», sagte Minge im Mai. Mitte November auf der Mitgliederversammlung musste er dann auf Nachfrage eines Fans zugeben: «Das Ankommen dauert bei dem einen länger, bei dem anderen etwas kürzer. Das ist normal.»

Tatsächlich konnte Klingenburg seine Torgefahr bisher nicht unter Beweis stellen, ist noch ohne Dynamo-Treffer. Zumeist kommt der 25-jährige Rechtsfuß ohnehin nur von der Bank - nur zweimal durfte der gebürtige Oberhausener von Beginn an ran. Reden möchte Klingenburg über seine Rolle derzeit nicht.