Demo-Verbot in Heidenau wieder in Kraft - Kanzlerin sichert Unterstützung zu
Das Oberverwaltungsgericht Bautzen hat das Demo-Verbot in Heidenau bestätigt. Zuvor hatte das Verwaltungsgericht das Versammlungsverbot als unzulässig erklärt. Der Landkreis zog daraufhin vor das Oberverwaltungsgericht in Bautzen und bekam am Freitagabend teilweise recht. Das Versammlungsverbot des Landkreises sei nur im Hinblick auf das Willkommensfest unwirksam. Damit gilt für alle anderen Demonstrationen bis Montagfrüh 06.00 Uhr ein Versammlungsverbot im gesamten Stadtgebiet von Heidenau.Hier die Begründung des OVG Bautzen nachlesen (PDF).Das Verbot hatte eine Woche nach den rechtsradikalen Ausschreitungen auch bundesweit für Empörung gesorgt. SPD-Chef und Vizekanzler Sigmar Gabriel äußerte Unverständnis. Die Linke-Bundesvorsitzende Katja Kipping sprach von einem Notstand der Demokratie. Grünen-Chef Cem Özdemir hatte zuvor angekündigt, trotz Verbots in Heidenau auf die Straße zu gehen. Unterstützung vom BundBundeskanzlerin Angela Merkel hat den Sicherheitskräften in Heidenau Unterstützung des Bundes zugesagt. Zwar müsse letztlich die Polizei selbst entscheiden, der Bund werde aber "alles tun, um in dem Maße, wie er helfen kann, die sächsische Polizei zu unterstützen", sagte Merkel am Freitag. Bundesinnenminister Thomas de Maizière habe zugesagt zu prüfen, "wie wir dort die Polizeikräfte unterstützen können", sagte Merkel.Ulbig verteidigt Verbot und bleibt im AmtInnenminister Markus Ulbig hat das Demonstrationsverbot verteidigt. Es sei im Vorfeld nicht gelungen, die Lücke an Polizeikräften zu schließen. Gleichzeitig begrüßte Ulbig das Willkommensfest, damit solle ein friedliches Zeichen von Heidenau ausgehen. Auf die Kritik an seiner Person angesprochen, sagte Ulbig: "Sie können davon ausgehen, dass ich das Amt gerne weiter ausübe."Polizeipräsident Kroll: "Ob das jetzt ausreicht, sehen wir hinterher!"Das Verbot sei keine Bankrotterklärung gewesen, sondern habe der Lageeinschätzung bei Anmeldung der Veranstaltung entsprochen, sagte Dresdens Polizeipräsident Dieter Kroll. Parallel liefen Bemühungen um ausreichend Einsatzkräfte, auch aus anderen Bundesländern. Dabei wurden laut Kroll auch Beamte aus dem Urlaub geholt. Ob das jetzt ausreiche, um die Sicherheit zu gewährleisten, "das werden wir hinterher sehen".Markus Ulbig hören: