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Debatte um Arnsdorf - Beteiligte äußern sich

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Die Polizei hat nach den Vorfällen in Arnsdorf nun drei Beteiligte identifiziert. Unter den Männern ist auch ein CDU-Gemeinderatsmitglied. Die Männer hatten einen Asylbewerber aus einem Nettomarkt gezerrt und an einen Baum gefesselt. Der Asylbe­werber hatte sich mehrfach in dem Markt wegen Problemen mit einer Telefon­karte beschwert und Angestellte mit einer Flasche bedroht. Der 21-jährige Iraker ist in Behand­lung im psych­ia­tri­schen Kranken­haus in Arnsdorf. Die Polizei ermit­telt gegen den Flücht­ling wegen Bedro­hung und gegen die Männer wegen des Verdachts der Freiheits­be­rau­bung.Betei­ligter CDU-Gemein­derat äußert sichDer betei­ligte CDU-Gemein­derat Oelsner sagte der Deutschen Presse­agentur, es gebe in Arnsdorf keine Bürger­wehr. Oelsner wies damit die in Medien und sozialen Netzwerken verbrei­tete Darstel­lung zurück.Zusammen mit drei Bekannten sei er einge­schritten, weil der Iraker immer wieder Mitar­beiter des benach­barten Super­marktes bedroht habe. Sie hätten den Mann aus dem Markt bringen und der alarmierten Polizei übergeben wollen. Weil der 21-jährige Flücht­ling um sich geschlagen und getreten habe, hätten sie ihn gefes­selt und schlie­ß­lich auf dem Parkplatz an einem Baum festge­bunden. Vor seinem Einschreiten sei die Polizei bereits zwei Mal zu dem Markt gerufen worden, sagte Oelsner. Die Beamten hätten den 21-Jährigen beide Male in die psych­ia­tri­sche Klinik zurück­ge­bracht. Immer sei er nach kurzer Zeit zum Super­markt zurück­ge­kehrt und habe die Mitar­beiter weiter beschimpft und bedroht. Eine Ermitt­lungs­gruppe "Arnsdorf" der Polizei ermit­telt gegen Oelsner und seine Bekannten wegen des Verdachts der Freiheits­be­rau­bung und gegen den Flücht­ling wegen Bedro­hung. Ein Video des Vorfalls geht seit Mittwoch bundesweit durch die sozialen Medien. Die Polizei betonte nun, dass es keinen Ladendiebstahl gab - das wurde auf rechten Facebookseiten behauptet.Polizei­prä­si­dent: Vorgehen "sinnvoll" - Aber Justiz muss prüfenDer Görlitzer Polizei­prä­si­dent Conny Stiehl sagte am Donners­tag­nach­mittag auf einer Presse­kon­fe­renz, es handle sich in dem konkreten Fall bei den Betei­ligten um keine Bürger­wehr, das könne er ausschließen. Ob das Vorgehen zulässig war, das müsse die Justiz prüfen, dies liege nicht im Ermessen der Polizei, sagte Stiehl.Ein ausführ­li­ches Inter­view zum Thema mit dem CDU-Innen­ex­perte Chris­tian Hartmann können Sie am Ende des Artikels nachhören.Die vollstän­dige Presse­mit­tei­lung der Görlitzer Polizei von Donners­tag­mittag:In den Unter­su­chungen zu den Vorkomm­nissen in und vor einem Arnsdorfer Super­markt führt die Krimi­nal­po­lizei die Ermitt­lungen mit Hochdruck. Am Montag­abend wurden die Identi­täten von drei Tatver­däch­tigen bekannt.Polizei­prä­si­dent Conny Stiehl hat in diesem Zusam­men­hang die Ermitt­lungs­gruppe Arnsdorf gegründet. Sie wird von Krimi­nal­ober­kom­missar Thomas Ziegert geführt und beinhaltet Ermittler des Kommis­sa­riates Höchst­per­sön­liche Rechts­güter sowie des Dezer­nates Staats­schutz.Die Ermittler haben noch am Montag die Identi­täten von drei Tatver­däch­tigen bekannt gemacht. Es handelt sich um drei Männer im Alter von 29, 49 und 54 Jahren, die im Raum Arnsdorf wohnen und bislang noch nicht polizei­lich in Erschei­nung getreten sind. Darüber hinaus sind zahlreiche Hinweise zu weiteren Personen einge­gangen, die in den Sachver­halt invol­viert sein sollen. Die Unter­su­chungen der Ermitt­lungs­gruppe Arnsdorf dauern an.Zu dem Einsatz­ge­schehen am 21. Mai 2016 sagt Polizei­prä­si­dent Conny Stiehl: „Wir werden die Gescheh­nisse, auch das Handeln der vor Ort einge­setzten Streife, unter­su­chen.“ Am 21. Mai 2016 hatte der 49-jährige Mann, der nun als einer der drei Tatver­däch­tigen in den Fokus der Unter­su­chungen gerückt ist, um 19:52 Uhr die Polizei per Notruf infor­miert. In der Ausgangs­in­fo­ma­tion meldete er einen Laden­dieb­stahl in dem Super­markt. Vor Ort stellte sich der Sachver­halt dann anders heraus. Ein Laden­dieb­stahl hatte sich nicht ereignet.

Audio:

Inter­view mit CDU-Innen­ex­perte Chris­tian Hartmann hören.