Das sind Pirnas Sorgen-Brücken
Der Einsturz der Carolabrücke am 11. September hat bei vielen Stadtverwaltungen in Deutschland Angst und Schrecken ausgelöst. Brückenexperte Prof. Steffen Marx von der TU Dresden prophezeit: Wenn nicht mehr in die Infrastruktur investiert werde, „werden solche Brückeneinstürze öfter passieren.“
Also schaute die Stadt Pirna mal genauer nach, wie es um den Zustand ihrer 48 Brücken und elf Stützmauern bestellt ist. Auch sie werden, laut Stadtverwaltung, regelmäßig inspiziert und gewartet, um Schäden frühzeitig zu erkennen und zu beheben.
Dabei lag der Durchschnitt der Pirnaer Brückenbauwerke bei 2,35. Die Skala der Bewertung geht von 1 - sehr gut - bis 4 - ungenügender Zustand. Vier Brücken sind besonders marode, bekamen nur die Noten 3,3 oder schlechter.
Das sind die Problem-Brücken der Stadt
* Brücke Rudolf-Renner-Straße: Planung des Ersatzneubaus über die Wesenitz läuft - inklusive angrenzender Straßensanierungen. Vor 2027 passiert aber baulich nichts, da dann erst das Geld im Haushalt eingeplant ist.* Brücke Tannenweg (Dietzmühle): Auch hier soll ab 2027 eine neue Brücke gebaut werden, die Planungen dafür laufen. Bis dahin werden mögliche Bewegungen des jetzigen Brückenkörpers überwacht.
* Brücke über den Mühlgraben/Waldstraße: Sie wird zusammen mit der Brücke über die Wesenitz am Kieswerk mit saniert. Die dortige Spannbetonbrücke ist ebenfalls sichtbar geschädigt. Das Konzept wird gerade erstellt und ab 2025 umgesetzt.
* Brücke Liebethaler Grund: Die Brücke kam erst vor vier Jahren vom Landes- in kommunales Eigentum. Ein Sanierungskonzept soll in den kommenden zwei Jahren erstellt und ab 2027 umgesetzt werden.
Beruhigend: Die Stadtbrücke über die Elbe bekam zur letzten Prüfung für den Hauptteil über den Fluss die Note 2. Nach der letzten umfangreichen Sanierung 2016 wird die Brücke weiterhin sorgfältig überwacht, um ihre Langlebigkeit zu gewährleisten. Sandra Roscher aus dem Pirnaer Tiefbauamt erklärt: „Der Brückeneinsturz der Carolabrücke in Dresden hat auch uns als Stadtverwaltung sehr schockiert. Es führt uns vor Augen, dass wir selbst mit engmaschigem Prüfschema keine absolute Sicherheit haben. Umso wichtiger ist es nun, aus den derzeit untersuchten tatsächlichen Ursachen zum Unglück die richtigen Rückschlüsse für die Pirnaer Brücken zu ziehen und dort mit geeigneten Maßnahmen entgegenzuwirken.“