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Das sächsische Gesundheits­mi­nisterium ruft zur Grippe-Schutzimpfung auf

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Fünf Monate nach einer der schwersten Grippe­wellen im Freistaat seit Jahren sind Sachsens Bürger zur Schutz­imp­fung aufge­rufen. „Eine Erkran­kung mit Influ­enza kann Jeden treffen und ist mit einer alltäg­li­chen Erkäl­tung überhaupt nicht zu verglei­chen“, mahnte Sozial­mi­nis­terin Barbara Klepsch (CDU) am Samstag, recht­zeitig vorzu­sorgen. Gesund­heits­ämter und Praxen sind mit dem entspre­chenden Serum ausge­stattet, die Landes­un­ter­su­chungs­an­stalt (LUA) berichtet ab nächster Woche wieder über den aktuellen Stand der Erkran­kungs­fälle. Vor allem Ärzte, Schwes­tern und Pfleger in Kranken­häu­sern, Alten- und Pflege­heimen, Erzieher in Kitas und Schulen sowie Lehrer, aber auch über 60-Jährige, chronisch Kranke und Schwan­gere sollten sich jetzt impfen lassen. Dietmar Beier von der LUA und Mitglied der Sächsi­schen Impfkom­mis­sion wagt keine Prognose. „Aber nach einer so starken Saison wird es erfah­rungs­gemäß nicht ganz so heftig.“ Trotzdem sollte sich jeder schützen, der Oktober und November seien dafür optimal. Die Impfquoten für Influ­enza aber sind nach Minis­te­ri­ums­an­gaben „besorg­nis­er­re­gend niedrig, auch beim medizi­ni­schen und pädago­gi­schen Personal“. Dabei tragen gerade diese Beschäf­tigten Verant­wor­tung, nicht nur für sich, sondern auch für Patienten, Heimbe­wohner, Kinder und Schüler. Sie sollten mit gutem Beispiel voran­gehen. „Nehmen Sie sie wahr und lassen Sie sich impfen!“, appel­lierte Klepsch. Nach Angaben des Robert-Koch-Insti­tuts (RKI) in Berlin ist auch nur gut ein Drittel der Senioren in Deutsch­land geschützt. Dabei kann die Immuni­sie­rung viele Erkran­kungs­fälle und vor allem schwere Verläufe verhin­dern, mahnte Beier, auch unter Verweis auf die heftige Epidemie 2016/2017. Sie hatte vor allem ältere Menschen erfasst: fast die Hälfte der fast 16 700 gemel­deten Influ­enza-Fälle betraf Erwach­sene über 44 Jahren und nur zu gut einem Drittel Kinder und Jugend­liche, die sonst dominieren. Auch die Zahl der Grippe­toten lag mit 83 um vier Mal höher als in der Vergan­gen­heit. Die 48 Frauen und 35 Männer waren 33 bis 100 Jahre alt, das Durch­schnitts­alter betrug 86 Jahre. 2015/2016 waren knapp 11 000 Influ­enza-Fälle und 15 Tote regis­triert worden und 2014/2015 fast 12 600 Erkran­kungen. Im Winter davor hatte es mit 375 nur einen Bruch­teil der üblichen Menge an Infek­tionen gegeben.