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Darum lahmt die Konjunktur im Handwerk

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Die Wirtschaft in der Region stagniert - es fehlen Impulse, um die Konjunktur zu beleben. Das zeigt die aktuelle Konjunktur-Umfrage der Handwerkskammer Dresden.

Die Betriebe werden durch hohe Energiepreise und Lohnnebenkosten belastet. Auch die ausufernde Bürokratie, der Fachkräftemangel und die Konsumzurückhaltung der Kunden verschärfen die Lage.

Aus Sicht des Handwerks sind Weichenstellungen notwendig. Andreas Brzezinski, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dresden betont: „Die Politik im Bund und im Freistaat ist gefordert. Um die Wettbewerbsfähigkeit der Handwerksfirmen zu steigern, sind zügig grundlegende strukturelle Reformen und Weichenstellungen notwendig. Es geht darum, dass Handwerkerleistungen bezahlbar bleiben für die Konsumenten. Derzeit fehlt es an einer klaren Agenda, um die Konjunktur anzukurbeln. Stattdessen herrscht Stillstand auf politischer Ebene.“

Der Geschäftsklimaindex im ostsächsischen Handwerk steht aktuell bei 104 Punkten. Das entspricht dem Wert des Frühjahres. Gegenüber dem Wert von vor einem Jahr legte der Geschäftsklimaindex um drei Punkte zu.

Zum Vergleich: 2019 – also vor fünf Jahren – stand der Index noch bei 130 Punkten.

„Seitdem ist die Stimmung im ostsächsischen Handwerk merklich gesunken“, sagt Andreas Brzezinski. „Die Verunsicherung und der Pessimismus haben viele Firmen ergriffen. Die Unternehmen schieben Investitionsvorhaben auf. Zudem schnürt die überbordende Bürokratie die Firmen ab.“

Bürokratie belastet Unternehmen immer mehr

Der Abbau der Bürokratie muss in Sachsen Chefsache werden. Das fordert die Handwerkskammer Dresden mit Blick auf die vielen Regeln und Vorschriften.

So habe zum Beispiel ein Metallbaubetrieb 102 bürokratische Pflichten zu erledigen. Dafür werden einer Studie zufolge fast 600 Arbeitsstunden pro Jahr verschwendet. Das sind umgerechnet 75 Arbeitstage. Laut Handwerkskammer liegen die Zusatzkosten durch Bürokratie bei rund 22.000 Euro pro Jahr und Unternehmen.

Die Umfrageergebnisse basieren auf den Rückmeldedaten von acht Metallbauunternehmen im Kammerbezirk der Handwerkskammer Dresden. Befragt wurden insbesondere Firmen, die zwischen fünf und 15 Mitarbeitern haben.

Mit insgesamt rund 750 Metallbaubetrieben bildet diese Branche eine der größten Betriebsgruppen im Elektro- und Metallhandwerk in Ostsachsen. Ziel ist es, den finanziellen und organisatorischen Aufwand der Bürokratielast auf Handwerksunternehmen in Ostsachsen zu ermitteln und vor allem auch konkret zu beziffern.