CSD Dresden wehrt sich gegen Vorwürfe
Der Dresdner Verein des Christopher Street Day ist an die Öffentlichkeit gegangen und sicherte dabei Vereinsvorstand Roland Zenker die volle Unterstützung zu. Gegen diesen sind über Zeitungsberichte schwere Vorwürfe erhoben worden. Zuerst hatten Bild und SZ berichtet.
Zwei Flüchtlinge sollen sich laut Bild-Bericht im Februar 2019 beim Sozialamt über den Flüchtlingshelfer beschwert haben. Sie behaupteten demnach, keine Hilfe bei der Wohnungssuche erhalten zu haben, weil sie nicht mit ihm schlafen wollten. Zenker wies die Behauptung auf schärfste zurück und erstattete Anzeige wegen Verleumdung.
Polizei prüft Vorgänge und betont Unschuldsvermutung
Polizeisprecher Marko Laske sagte auf unsere Anfrage, es gibt kein Ermittlungsverfahren gegen Zenker. "Wir prüfen das Ganze ergebnisoffen, es gilt die Unschuldsvermutung." Die beiden angeblich Betroffenen sind laut Bild nicht mehr im Land. Eine Anzeige von ihnen liegt bei der Dresdner Polizei nicht vor.
Roland Zenker hilft seit Jahren Asylbewerbern, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung von anderen Geflüchteten bedroht werden, in geschützten Wohnungen unterzukommen. Seit 2015 gibt es eine Landesstelle zur Koordinierung der Hilfe für LSBT-Flüchtlinge.
Hier die vollständige Pressemitteilung des CSD e.V. lesen:
„Ich weise die Vorwürfe und Anschuldigen auf das schärfste zurück. Ich habe über meinen Anwalt Strafanzeige wegen Verleumdung und übler Nachrede gestellt.“
Zum Vorwurf nicht-einvernehmlicher sexueller Handlungen stellt Ronald Zenker fest: „Ich habe weder sexuelle Handlungen zur Voraussetzung für die Unterstützung für Geflüchtete gemacht, noch habe ich eine Unterstützung aus diesen Gründen versagt. Über die Gründe der Anschuldigungen kann ich nur spekulieren. Wir haben mittlerweile über 400 Menschen im Projekt unterstützt. Da kommt es natürlich in Einzelfällen zu Konflikten, die womöglich zu diesen unhaltbaren Vorwürfen führen."
Für Ronald Zenker liegt die Vermutung nahe, dass Versäumnisse im Sozialamt der Landeshauptstadt ein Grund für die gezielt gestreuten Anschuldigungen sind: "Es gab in den letzten Jahren Versäumnisse, die die Unterbringung der Geflüchteten betreffen. Diese Missstände haben wir regelmäßig angemahnt. Vielleicht hat sich hier jemand zu sehr auf die Füße getreten gefühlt."
“Um sich selbst ein Bild von unserem Projekt zu machen, laden wir am 13. Juni zu einem Tag der offenen Tür ein. Dort können alle Interessierten mit den Mitarbeitern der Koordinierungsstelle und mit Geflüchteten ins Gespräch kommen„, so Ronald Zenker abschließend.
Die weiteren Mitglieder des Vorstandes des CSD Dresden e.V. haben vollstes Vertrauen in die Aussagen und die Arbeit von Ronald Zenker. Sie sind über die Vorwürfe und Hintergründe informiert. Der Vorstand ist von der Haltlosigkeit der Vorwürfe überzeugt.