Coswig von Greensill-Insolvenz betroffen

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Auch die Stadt Coswig im Landkreis Meißen ist von der Insolvenz der Greensill Bank betroffen. Wie die Stadt am Samstag mitteilte, hatte sie 2,5 Millionen Euro bei dem Bremer Geldhaus angelegt. Ob es Chancen gibt, das Geld oder Teile davon zurückzubekommen, ist noch offen. Coswig hat sich nach eigenen Angaben anwaltliche Unterstützung geholt und steht mit weiteren betroffenen Kommunen in Kontakt, um ein gemeinschaftliches Vorgehen abzustimmen.

Die Millionen-Summe sei im Dezember 2020 mit einer Laufzeit von sieben Monaten angelegt worden. Die Stadt betonte, dass es sich nicht um ein spekulatives Geschäft gehandelt habe. Es sei vielmehr um die Vermeidung von Negativzinsen gegangen. «Vor dem Abschluss wurden Alternativen geprüft sowie die Bonität der verschiedenen Banken geprüft; die Ratings für Greensill gaben keinen Anlass zu Bedenken», teilte die Stadt mit.

In ganz Deutschland sind Kommunen als Anleger betroffen. In Sachsen bangt der Erzgebirgskreis um 5 Millionen Euro. Für das Bundesland Thüringen geht es um 50 Millionen Euro.

Die Finanzaufsicht Bafin hatte die Bremer Tochter des britisch-australischen Finanzkonglomerats Greensill Anfang März bereits für den Kundenverkehr geschlossen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Greensill Bank AG, die Bafin hatte Strafanzeige gestellt. Dem Vernehmen nach geht es um den Vorwurf der Bilanzfälschung. Das Amtsgericht Bremen hat inzwischen ein Insolvenzverfahren eröffnet.