Corona-Krise bremst Handwerk aus
Die Corona-Pandemie macht sich auch bei immer mehr Betrieben im ostsächsischen Handwerk bemerkbar. Das zeigen sowohl die aktuellen Ergebnisse der Konjunkturanalyse als auch die neue Corona-Sonderumfrage, so die Handwerkskammer Dresden. 84 Prozent der Befragten Betriebe gaben an, derzeit mit den Auswirkungen der Pandemie zu kämpfen. Über 50 Prozent berichten außerdem von Umsatzeinbrüchen – das sind etwa doppelt so viele wie Anfang Januar.
Das Bau- und Ausbaugewerbe steht laut Umfrage zwar vergleichsweise gut da - mehr als 90 Prozent der Betriebe klagen allerdings über deutlich gestiegene Preise für Baumaterial wie Holz, Stahl oder Wärmedämmung. Es bestehe die Gefahr, dass die Betriebe ihre kalkulierten Angebote nicht halten können - oder gar kein Material mehr bekämen. Betriebe müssten trotz guter Auftragslage Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken, vielen drohe eine wirtschaftliche Schieflage, so Handwerkskammer-Präsident Jörg Dittrich. Teilweise lägen die Preissteigerungen, etwa bei Holz, bei über 100 Prozent. Das könne kein kleiner Handwerksbetrieb puffern. „Die Situation ist dramatisch geworden in den letzten Wochen.“
Die Dresdner Handwerkskammer forderte die Politik auf, Zulieferwege zu sichern und die Exportmengen von sächsischem Holz ins Ausland zu überprüfen. „Wir brauchen dieses Holz jetzt in Sachsen“, betonte Dittrich. Umwelt- und Wirtschaftsministerium müssten sich für das Thema stark machen, mit der Sägeindustrie ins Gespräch kommen und regionale Wertschöpfungsketten stärken. Man müsse zudem über eine Preisanpassungsklausel im Vergaberecht nachdenken, um einen Teil der Preissteigerungen für öffentliche Aufträge umzulegen. Die Krise zeige, dass nicht nur die Lieferketten für die Autoindustrie sondern auch für Baumaterial verletzlich seien, so Dittrich.
Insgesamt ist das Handwerk in Ostsachsen nach Einschätzung der Kammer noch weit vom Vorkrisen-Niveau entfernt. „Wir sind noch im Tunnel und müssen das Licht suchen“, erklärte Dittrich. Eine Corona-Sonderumfrage von Anfang April habe gezeigt, dass die Krise mittlerweile in jeder Branche des ostsächsischen Handwerks angekommen sei. 84 Prozent der befragten Betriebe gaben an, mit wirtschaftlichen Krisenfolgen zu kämpfen. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) berichten von Umsatzeinbrüchen - mehr als doppelt so viele wie noch Anfang Januar in der ersten Corona-Sonderumfrage.
