Corona hat Auswirkung auf Kriminalität
Die Polizeidirektion Dresden hat ihre Polizeiliche Kriminalitätsstatistik für 2020 veröffentlicht.
Polizeipräsident Jörg Kubiessa zu den Statistiken: „Die Kriminalitätsentwicklung wird von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst. Sehr deutlich wurde das im vergangenenJahr, denn die Pandemie und die damit einhergehenden Beschränkungen hattenganz unterschiedliche Auswirkungen. Beispielsweise fehlten Ladendieben bei geschlossenen Läden Tatgelegenheiten. Weniger Mobilität aufgrund von Ausgangsbeschränkungen könnte eine Erklärung für den statistischen Rückgang im Bereich der Straßenkriminalität sein. Auf der anderen Seite führten erstmals Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz zu polizeilichen Ermittlungen und die verstärkte Kontrollen in Bus und Bahn zu einem Anstieg bei den Beförderungserschleichungen. Vor dem Hintergrund eignet sich die PKS nur bedingt als Zeugnis unserer Arbeit.“
Im Folgenden finden Sie die jeweiligen Statistiken für Dresden, den Landkreis Meißen und den Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.
Kriminalitätsstatistik für Dresden
Eckpunkte der Kriminalitätsentwicklung
2020 wurden insgesamt 48.929 Straftaten in Dresden erfasst. Das sind 2.553 Fälle mehr als im Vorjahr und entspricht einem Anstieg um 5,5 Prozent. Dies ist im Vergleich der vergangenendrei Jahre erstmals wieder ein Anstieg der erfassten Fälle.
Die Häufigkeitszahl, die angibt wie viele Straftaten rechnerisch auf 100.000 Einwohner entfallen, lag bei 8.788 (2019: 8.361). Von den insgesamt 48.929 Straftaten wurden 28.370 Fälle (2019: 25.329) aufgeklärt. Die Aufklärungsquote lag 2020 bei 58,0 Prozent (2019: 54,6 Prozent).
Polizeipräsident Jörg Kubiessa: „Eine Aufklärungsquote von knapp 60 Prozent ist für eine Großstadt ungewöhnlich. Das deutet darauf hin, dass der Anstieg der Fallzahlen vor allem auf unsere zahlreichen Einsätze im Zusammenhang mit der Durchsetzung der Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung zurückzuführen ist. Denn als Beifang haben wir nicht nur andere Straftaten festgestellt sondern auch gleich aufgeklärt, da wir den Täter schon vor Ort hatten.“
Letztes Jahr wurden 16.328 Tatverdächtige (2019: 15.449; 2018: 16.537) ermittelt. Davon waren 74,4 Prozent männlich und 25,6 Prozent weiblich.
Bei den Heranwachsenden stieg die Zahl der Tatverdächtigen auf 1.520 (2019: 1.372), was einem Anteil von 9,3 Prozent (2019: 8,9 Prozent) entspricht. Der Anteil Jugendlicher ist mit 1.458 Tatverdächtigen (2019: 1.319) gemessen an der Gesamtzahl aller Tatverdächtigen auf 8,9 Prozent (2019: 8,5 Prozent) gestiegen. Die Anzahl tatverdächtiger Kinder ist mit 616 gegenüber 2019 (638) leicht gesunken und entspricht damit einem Anteil von 3,8 Prozent der Gesamtzahl aller Tatverdächtigen.
Die Anzahl nichtdeutscher Tatverdächtiger von 5.083 auf 5.000 gesunken, wenn man die Gesamtkriminalität betrachtet. Das entspricht einem Anteil von 30,6 Prozent an der Gesamtzahl aller Tatverdächtigen (2019: 32,9 Prozent).
Werden die ausländerrechtlichen Verstöße ausgeklammert, dann sank die Anzahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen von 4.176 im Jahr 2019 auf 4.145 im Jahr 2020. Das ist ein Anteil von 26,8 Prozent (2019: 28,7 Prozent).
Die Zahl der Opfer von Straftaten stieg auf 7.393, 2019 lag die Anzahl bei 6.821. Insgesamt 4.582 Opfer und damit 62,0 Prozent (2019: 4.319) waren männlichen und 2.811Opfer und damit 38,0 Prozent (2019: 2.502) weiblichen Geschlechts. Demnach stieg die Anzahlder weiblichen Opfer nicht nur prozentual, sondern auch in absoluten Zahlen und in stärkerem Maß als bei den männlichen. Beim überwiegenden Teil der Opfer handelte es sich um Erwachsene (5.506). Von den 1.887 nichterwachsenen Opfern waren 644 Kinder, 623 Jugendliche und 620 Heranwachsende. 420 Opfer einer Straftat waren 60 Jahre oder älter.
Der durch Kriminalität registrierte finanzielle Schaden betrug rund 40 Millionen Euro (2019: 34 Millionen Euro).
Ausgewählte Kriminalitätsbereiche
Wirtschaftskriminalität
2020 kam es in diesem Deliktbereich seit 2017 erstmals wieder zu einem Anstieg. Es wurden 369 Fälle (2019: 290) in der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik registriert. Dies entspricht einem Straftatenanstieg um 27,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Trotzdem sind diese beiden Fallzahlen die niedrigsten der zurückliegenden zehn Jahre. Insgesamt wurden 210 Tatverdächtige in diesem Bereich ermittelt. Hier entspricht der Anteil der männlichen Tatverdächtigen mit 74,8 Prozent (157 Tatverdächtige) etwa dem aller Straftaten.
Durch 319 dieser Fälle der Wirtschaftskriminalität wurde ein Schaden von insgesamt 19,3 Mio. Euro verursacht. Dies ist geringfügig weniger als die Hälfte des durch alle Straftaten verursachten Schadens (48,1 Prozent).
Eigentumskriminalität
Im Stadtgebiet Dresden bildet die Gesamtheit aller Diebstähle mit einem Anteil von 40,9 Prozent aller Straftaten die Straftatengruppe mit den meisten Delikten. Prozentual ist das der geringste Anteil an der Gesamtheit aller Straftaten in der Stadt in den vergangenen zehnJahren. 2019 wurden noch 20.622 Fälle in der PKS erfasst, so sind es für das Jahr 2020 im Stadtgebiet mehr als 600 Fälle weniger(20.013 Fälle). Die Aufklärungsquote hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert und liegt bei 32,1 Prozent.
Die Diebstähle setzten sich zusammen aus 8.681 Diebstählen ohne erschwerende Umstände (2019: 9.926), die damit um 12,5 Prozent zurückgingen und weiteren 11.332 Diebstählen unter erschwerenden Umständen (2019: 10.696). Somit stiegen diese das zweite Jahr in Folge, im Jahr 2020 um 5,9 Prozent (2019: 4,2 Prozent).
Schwerpunkte im Bereich der Eigentumskriminalität sind nach wie vor die Diebstähle in/aus Geschäften und Kiosken mit 4.789 Fällen (2019: 5.277 Fälle), die Fahrraddiebstähle mit 3.967 Fällen (2019: 3.943 Fälle) sowie die Diebstähle in/aus Böden, Kellern und Waschküchen mit 3.471 Fällen (2019: 2.956 Fälle). Dabei sind besonders letztere mit einem prozentualen Anstieg um 17,4 Prozent besonders hervorzuheben.
Bei den Diebstählen von Fahrrädern lag der Anstieg bei nur 0,6 Prozent und bei den Diebstählen aus Geschäften und Kiosken sanken die Fallzahlen um 9,2 Prozent. Im Bereich der Diebstähle von Kraftfahrzeugen, einschließlich deren unbefugter Benutzung, sanken die Fallzahlen von 229 Fällen im Jahr 2019 auf 178 Fälle im Jahr 2020. Dies entspricht einem Rückgang von 40,5 Prozent. Im Vergleich zu 2012, mit dem Höchstwert von 1.155 Fällen in der Zehnjahresbetrachtung, sanken die Fallzahlen damit um 84,6 Prozent. Bei den Diebstählen an/aus Kfz kann ebenfalls ein erneuter Rückgang der Fallzahlen festgestellt werden. Hier wurden 1.402 Fälle erfasst (2019: 1.980). Dies entspricht einem Rückgang um 578 Fälle und damit um29,2 Prozent.
Bei den Ladendiebstählen wurden im Jahr 2020 4.093 Fälle (2019: 4.642) zum Abschluss gebracht. Damit sanken die Fallzahlen absolut um 549 Fälle und prozentual um 11,8 Prozent. Die Anzahl der ermittelten Tatverdächtigen (2.493) ist sinkendgegenüber dem Vorjahr (2019: 2.781). Die Zahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen sank von 1.221 auf 964 ermittelte Tatverdächtige. Der Anteil der Nichtdeutschen bei den Tatverdächtigen liegt mit 38,7 Prozent (2019: 43,9 Prozent) immer noch 8,1 Prozentpunkte über dem Schnitt ihres Anteiles an der Gesamtkriminalität.
Die Entwicklung im Bereich der Diebstähle in/aus Büros, Lagern und Werkstätten war seit 2016 kontinuierlich rückläufig. Im Jahr 2020 stagnierte dieser Trend. So waren 2019 insgesamt 776 Fälle in der Polizeilichen Kriminalstatistik erfasst und 2020 waren es 785 Fälle.
Die Zahl der Diebstähle in/aus Wohnungen stieg erstmals seit 2015 wieder an. So wurden im Jahr 2020 insgesamt 875 Fälle (2019: 753) erfasst. Dies entspricht einem Anstieg um 16,2 Prozent. Dabei handelt es sich in 347 Fällen um Diebstähle ohne erschwerende Umstände in/aus Wohnungen (2019: 326 Fälle), bei denen die Täter entweder zugangsberechtigt waren oder ungehindert in das Tatobjekt Wohnung gelangen konnten. Dem gegenüber stehen 528 Fälle von Wohnungseinbrüchen (2019: 427 Fälle), bei denen die Täter ein Hindernis überwinden mussten, um in die Wohnung zu gelangen. In 217 dieser Fälle lag ein Tageswohnungseinbruch mit Tatzeit zwischen 06:00 Uhr und 21:00 Uhr vor (2019: 230 Fälle). Dies entspricht einem Rückgang um 5,7 Prozent. Bei den 528 Wohnungseinbrüchen blieb es in 41,5 Prozent (219 Fälle) bei einer Versuchshandlung.
Rauschgiftkriminalität
Im Jahr 2020 setzte sich der positive Trend im Bereich der Rauschgiftkriminalität im Stadtgebiet nicht fort, die Zahl der Fälle stieg erstmals seit 2017 wieder leicht auf 2.240 Fälle (2019: 2.178 Fälle). Dies bedeutet prozentual gesehen einen Anstieg um 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die Aufklärungsquote betrug 94,4 Prozent (2019: 92,7 Prozent). Die Zahl der Tatverdächtigen stieg von 1.857 auf 1.860 ermittelten Personen. Dabei stehen 1.596 männlichen Tatverdächtigen(2019: 1.636) 264 weibliche Tatverdächtige (2019: 221) gegenüber. Der Anteil von nichtdeutschen Tatverdächtigen sank auf 24,1 Prozent (2019: 27,5 Prozent), was einer absoluten Zahl von 449 Tatverdächtigen entspricht.
Die Zahl der allgemeinen Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz (Konsumentendelikte) stieg auf 1.894 Fälle (2019: 1.718 Fälle). Die Fallzahl beim unerlaubten Handel mit oder Schmuggel von Rauschgift sank mit 192 Fällen um 22,9 Prozent (2019: 249 Fälle). Betrachtet man den unerlaubten Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringen Mengen, so sank hier die Fallzahl von 109 Fällen im Jahr 2019 auf 75 Fälle im Jahr 2020.
Insgesamt wurden 414 allgemeine Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz mittels Crystal (2019: 285 Fälle), 37 Fälle des unerlaubten Handels mit Crystal (2019: 33 Fälle) und 2 Fälle des Schmuggels von Crystal (2019: 7) festgestellt. Bei den allgemeinen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz mittels Cannabis und dessen Zubereitungen ist die Fallzahl gegenüber dem Vorjahr nahezu konstant, hier wurden 2020 1.156 Fälle erfasst (2019: 1.159 Fälle). Dies entspricht einem Rückgang um 0,3 Prozent.
Im Stadtgebiet Dresden wurden im Jahr 2020 sechs Drogentote (2019: vier) registriert. Dabei handelte es sich ausnahmslos um männliche Personen im Alter zwischen 19 und 42 Jahren.
Durch die Polizeidirektion Dresden wurden im Stadtgebiet unter anderem rund 20,9 Kilogramm Marihuana, rund 15,4 Kilogramm Crystal und rund 1,2 Kilogramm sichergestellt. Dazu kommen etwas mehr als 2.500 Stück Ecstasy und 120 Tabletten Drogenersatzstoffe, sowie ca. 865 Gramm sogenannte neue psychoaktive Substanzen.
Gewaltkriminalität
Die Zahl der Gewaltstraftaten sank mit 1.506 erfassten Fällen leicht gegenüber dem Vorjahr (2019: 1.537). Die prozentuale Veränderung betrug 2,0 Prozent. Bei einer Aufklärungsquote von 76,0 Prozent (2019: 71,4 Prozent) sind insgesamt 1.339 Tatverdächtige (2019: 1.216) ermittelt worden. Bei 556 ermittelten Tatverdächtigen (2019: 530) handelt es sich um Nichtdeutsche. Dies entspricht, obwohl die absolute Zahl um 26 stieg, einem niedrigeren Anteil von 41,5 Prozent an der Gesamtzahl der ermittelten Tatverdächtigen gegenüber dem Vorjahr (2019: 43,6 Prozent).
73,5 Prozent (1.107 Fälle; 2019: 1.079 Fälle) aller registrierten Gewaltdelikte waren gefährliche und schwere Körperverletzungen (2019: 70,2 Prozent). Weitere 21,6 Prozent (325 Fälle; 2019: 410) bildeten die Raubdelikte.Mord-und Totschlagdelikte sind zu 1,1 Prozent (17 Fälle; 2019: 14) vertreten.
Straßenkriminalität
Jörg Kubiessa: „Wir haben im vergangenen Jahr zwar mehr Einsätze in der Dresdner Neustadt durchgeführt, allerdings mit einer anderen Zielrichtung. Insbesondere an der Schiefen Ecke waren es in erster Linie Präsenzeinsätze zur Verhinderung von Ordnungsstörungen. Die Strafverfolgung spielte da nur eine untergeordnete Rolle.“
Die Straßenkriminalität sank gegenüber dem Vorjahr auf 9.029 Fälle (2019: 10.523). Der prozentuale Rückgang beträgt somit14,2 Prozent. Die Aufklärungsquote stieg in diesem Bereich mit 20,8 Prozent (2019: 18,2 Prozent) um 2,6 Prozentpunkte leicht an. Die Anzahl der ermittelten Tatverdächtigen lag bei 1.646 (2019: 1.693).
Massenkriminalität
Die Anzahl der angezeigten Beförderungserschleichungen stieg in starkem Maße auf 4.939 Fälle (2019: 2.726). Es wurden insgesamt 3.152 Tatverdächtige ermittelt (2019: 2.163).
Jörg Kubiessa: „Der Anstieg bei den Vermögens-und Fälschungsdelikte von über 30 Prozent geht fast ausschließlich auf das Konto der Beförderungserschleichungen. Die stärkeren Kontrollen im Zusammenhang mit der Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im öffentlichen Personen-und Nahverkehr schlagen sich hier nieder.“
Die Sachbeschädigungen sanken im vergangenen Jahr mit 4.689 Fällen gegenüber dem Vorjahr mit 4.911 Fällen um 4,5 Prozent. Die Aufklärungsquote stieg dagegen in diesem Bereich leicht von 22,5 Prozent im Jahr 2019 auf 23,2 Prozent. In rund 33,6 Prozent der Fälle handelte es sich dabei um Sachbeschädigungen auf Straßen (2019: 36,2 Prozent), in 36,0 Prozent um sonstige Sachbeschädigungen (nicht auf Straßen, Wegen und Plätzen) (2019: 30,6 Prozent) und in 29,3 Prozent um Sachbeschädigungen an Kfz (2019: 32,2 Prozent).
Straftaten nach Infektionsschutzgesetz
In diesem Bereich gab es in den vergangenen zehnJahren nur einen Fall aus dem Jahr 2015, der in der Polizeilichen Kriminalstatistik abgebildet wurde. Im Verlauf des Jahres 2020 fanden aber aufgrund von Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie nunmehr 246 Fälle ihren Niederschlag in der Statistik. 227 dieser Fälle wurden aufgeklärt, was einer Aufklärungsquote von 92,3 Prozent entspricht.
Es wurden insgesamt 701 Tatverdächtige ermittelt, die zu 65,0 Prozent zur Gruppe der Erwachsenen gehörten und zu 33,5 Prozent zur Gruppe der Heranwachsenden und Jugendlichen. Überwiegend handelt es sich um männliche Tatverdächtige, ihr Anteil an der Gesamtzahl aller Tatverdächtigen beträgt 70,8 Prozent.
Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz fallen in der Polizeilichen Kriminalstatistik unter den Summenschlüssel der Umweltkriminalität.
Kriminalitätsstatistik für den Landkreis Meißen
Eckpunkte der Kriminalitätsentwicklung
Im Landkreis Meißen wurden 2020 insgesamt 11.529 Straftaten (2019: 10.959; 2018: 10.574) erfasst. Dies sind 570 Fälle mehr als im Vorjahr und entspricht einer Steigerung um 5,2 Prozent. Damit hat sich die Fallzahl erneut leicht erhöht.
Im Landkreis spielen Verstöße gegen ausländerrechtliche Bestimmungen eine untergeordnete Rolle, so dass es sich bei 99,3 Prozent dieser Fälle um Straftaten der Allgemeinen Kriminalität handelt und nur 0,7 Prozent ausländerrechtliche Verstöße darstellen.
Die Häufigkeitszahl, die angibt wie viele Straftaten rechnerisch auf 100.000 Einwohner entfallen, stieg 2020 auf 4.770 (2019: 4.525).
Insgesamt 7.392 Straftaten (2019: 6.566) konnten aufgeklärt werden. Die Gesamtaufklärungsquote lag damit bei 64,1 Prozent (2019: 59,9 Prozent).
Von den 5.011 ermittelten Tatverdächtigen (2019: 4.443) waren 76,1 Prozent männlichen und 23,9 Prozent weiblichen Geschlechts.
Die Zahl nichterwachsener Tatverdächtiger stieg erstmals wieder an. Neben 183 Kindern (2019: 157) wurden 442 Jugendliche (2019: 392) und 379 Heranwachsende (2019: 312) als Tatverdächtige ermittelt. Im Jahr 2020 wurden 810 nichtdeutsche Tatverdächtige (2019: 726) ermittelt. Ihr Anteil an der Gesamtzahl der Tatverdächtigen lag somit bei 16,2 Prozent (2019: 16,3 Prozent). Im Bereich der Allgemeinen Kriminalität stieg die Anzahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen von 666 im Jahr 2019 auf 753 im Jahr 2020. Prozentual hat sich aber nichts verändert, in beiden Jahren lag der Anteil bei 15,2 Prozent aller ermittelten Tatverdächtigen.
Die Zahl der Opfer von Straftaten stieg erneut leicht auf nunmehr 2.082 (2019: 2.053). Insgesamt 1.195 Opfer (57,4 Prozent) waren männlichen und 887 Opfer (42,6 Prozent) weiblichen Geschlechts. Darunter befanden sich 199 Kinder (2019: 181), 189 Jugendliche (2019: 172), 139 Heranwachsende (2019: 149) und 191 Personen (2019: 173), die zum Zeitpunkt der Tat 60 Jahre oder älter waren. Insgesamt wurden 1.555 Erwachsene (2019: 1.551) Opfer einer Straftat.
Der durch Kriminalität registrierte finanzielle Schaden sank auf rund 7,9 Millionen Euro (2019: 16,0 Millionen Euro).
Ausgewählte Kriminalitätsbereiche
Eigentumskriminalität
Im Landkreis Meißen bildet die Gesamtheit aller Diebstahlsdelikte nach wie vor den Hauptteil der Gesamtkriminalität. Der Anteil an der Gesamtkriminalität ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken und beträgt 33,7 Prozent (2019: 38,3 Prozent). Die Fallzahlen vom Vorjahr sanken 2020 auf 3.891 Fälle (2019: 4.193). Dies ist die niedrigste Fallzahl der vergangenenzehn Jahre. Die Anzahl der aufgeklärten Fälle lag im Landkreis bei 1.428 (2019: 1.300) und damit einhergehend betrug die Aufklärungsquote in diesem Deliktsbereich 36,7 Prozent (2019: 31,0 Prozent).
Die Diebstähle setzten sich zusammen aus 1.835 Diebstählen ohne erschwerende Umstände (2019: 1.878), die damit um 2,3 Prozent sanken. Hinzu kamen 2.056 besonders schwere Diebstähle (2019: 2.315), die um 11,2 Prozent gesunken sind.
Ein Schwerpunkt im Bereich der Eigentumskriminalität sind nach wie vor die Diebstähle in/aus Geschäften und Kiosken, die bei registrierten 840 Fällen (2019: 799) leicht über dem Niveau des Vorjahres liegen und um 5,1 Prozent angestiegen sind.
Weitere Schwerpunkte sind die Fahrraddiebstähle mit 585 Fällen (2019: 699) und Diebstähle in bzw. aus Böden, Keller oder Waschküchen mit 408 Fällen (2019: 365 Fälle). Allerdings ist bei den Fahrraddiebstählen ein Rückgang der Fallzahlen um 16,3 Prozent eine positivere Bilanz als bei dem anderen Deliktfeld, bei dem die Fallzahlen um 11,8 Prozent anstiegen.
Die Aufklärungsquoten lagen bei allen drei Deliktfeldern über den Vorjahreswerten. Sie betrugen für die Diebstähle aus Geschäften oder Kiosken 72,3 Prozent (2019: 68,8 Prozent), bei den Fahrraddiebstählen 26,5 Prozent (2019: 15,5 Prozent) und bei den Diebstählen in oder aus Böden, Kellern, Waschküchen 27,7 Prozent (2019: 25,2 Prozent).
Bei den Diebstählen von Kraftfahrzeugen, einschließlich der unbefugten Benutzung, sanken die Fallzahlen erneut um 10 Fälle auf nunmehr 59 Fälle (2019: 69), damit liegt ein Rückgang um 14,5 Prozent vor. Insgesamt konnten 23 Fälle aufgeklärt werden, was einer Aufklärungsquote von 33,3 Prozent entspricht und damit um 8,6 Prozentpunkte weniger ist als 2019. Die Diebstähle an oder aus Kfz sanken mit 381 Fällen (2019: 501) auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren. Die Aufklärungsquote betrug hier 15,5 Prozent, das sind 3,1 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr (12,4 Prozent).
Die Fallzahlen des Ladendiebstahls stehen in direktem Zusammenhang mit den erwähnten Diebstählen in/aus Geschäften und Kiosken. Hier ist gegenüber dem Jahr 2019 mit 566 Fällen ein Anstieg um 7,1 Prozent auf 606 Fälle zu verzeichnen. Die Anzahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen stieg in diesem Bereich von 99 auf 106 ermittelte Personen. Damit liegt ihr Anteil mit 25,0 Prozent nach wie vor über dem Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger an der Gesamtkriminalität.
Die Zahl der Diebstähle in/aus Büros, Lagern und Werkstätten fiel im Jahr 2020 um 29 auf 219 Fälle (2019: 248 Fälle). Dies entspricht einem Rückgang um 11,7 Prozent. Bei der Aufklärung von 29,2 Prozent dieser Fälle konnten 59 Tatverdächtige ermittelt werden.
Die Zahl der Diebstähle in/aus Wohnungen ist im Jahr 2020 auf 253 Fälle gesunken (2019: 291 Fälle). Dabei handelte es sich in 120 Fällen um Diebstähle ohne erschwerende Umstände (2019: 135 Fälle), bei denen die Täter entweder zugangsberechtigt waren oder ungehindert in das Tatobjekt Wohnung gelangen konnten.
Jörg Kubiessa: „Wohnungseinbrüche werden durch die Kriminalpolizei bearbeitet. Durch die zentrale Bearbeitung aller Wohnungseinbrüche durch die Kriminalpolizei lassen sich am besten wiederkehrende Begehungsweisen erkennen und Taten zusammenführen. Mit der Aufklärung von zwei Drittel aller Wohnungseinbrüche sehe ich eine Bestätigung für diesen Ansatz.“
Dem gegenüber stehen 133 Fälle von Wohnungseinbrüchen (2019: 156 Fälle), bei denen die Täter ein Hindernis überwinden mussten, um in die Wohnung zu gelangen. In 58 dieser Fälle lag ein Tageswohnungseinbruch vor, das heißt der Einbruch erfolgte zwischen 06:00 Uhr und 21:00 Uhr (2019: 74 Fälle). Hier ist also ein Rückgang um 21,6 Prozent feststellbar.
Rauschgiftkriminalität
Im Jahr 2020 stieg die Rauschgiftkriminalität um 7,8 Prozent auf 539 Fälle (2019: 500) an. Zu berücksichtigen ist, dass deren Ausmaß vom polizeilichen Kontroll-und Feststellungsverhalten beeinflusst wird. Dabei handelt es sich fast ausschließlich um Rauschgiftdelikte. In nur 3 Fällen handelt es sich um sogenannte direkte Beschaffungskriminalität, über das Ausmaß der indirekten Beschaffungskriminalität4liefert die Polizeiliche Kriminalstatistik keine exakten Angaben.
Jörg Kubiessa: „Bei Rauschgiftkriminalität handelt es sich um Kontrollkriminalität. Gerade aufgrund der verstärkten Kontrollen im Zusammenhang mit der Durchsetzung der Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung haben wir als Beifang wiederholt Betäubungsmittel festgestellt. So betrifft der Anstieg letztlich auch fast ausschließlich Konsumentendelikte in Form des Besitzes von Cannabisprodukten.“
Die Aufklärungsquote betrug 88,7 Prozent (2019: 92,0 Prozent). Die Polizei ermittelte 460 Tatverdächtige (2019: 421). Dabei stehen 383 männlichen Tatverdächtigen 77 weibliche Tatverdächtige gegenüber. Der Anteil von nichtdeutschen Tatverdächtigen liegt bei 11,7 Prozent (2019: 14,0 Prozent).
Die Zahl der allgemeinen Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz (so genannte Konsumentendelikte) stieg auf 463 Fälle (2019: 403). Die Fallzahl beim unerlaubten Handel oder Schmuggel von Betäubungsmitteln sank dagegen um 4 Fälle auf 28 Fälle gegenüber dem Jahr 2019 mit 32 Fällen.
Insgesamt wurden im Landkreis Meißen 115 Allgemeine Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz mittels Crystal (2019: 111) und 6 Fälle des Handels mit Crystal (2019: 7 Fälle) festgestellt. Allgemeine Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz mittels Cannabis und dessen Zubereitungen stiegen um 20,1 Prozent auf 275 Fälle (2019:229 Fälle). Beim Handel bzw. Schmuggel von Cannabis blieb die Fallzahl fast gleich, sie fiel lediglich von 21 Fällen im Jahr 2019 auf 19 Fälle im Jahr 2020. Prozentual entspricht das einem Rückgang um 9,5 Prozent.
Im Landkreis Meißen wurden durch die Polizeidirektion Dresden unter anderem ca. 9,4 Kilogramm Marihuana, 1,0 Kilogramm Haschisch, 104 Gramm Crystal, 411 Gramm Amphetamin und 1.008 Tabletten von Drogenersatzstoffen sichergestellt.
Es wurden im Bereich des Landkreises im Jahr 2020 zwei männliche Drogentote im Alter von 44 bzw. 45 Jahren registriert (2019: 0).
Gewaltkriminalität
Die Zahl der Gewaltstraftaten stieg im Jahr 2020 auf 300 Fälle (2019: 271). Bei einer Aufklärungsquote von 87,3 Prozent sind 308 Tatverdächtige (2019: 249) ermitteltworden. Davon waren 68 Tatverdächtige nichtdeutsch (2019: 71), was einem Anteil von 22,1 Prozent (2019: 28,5 Prozent) entspricht.
212 Fälle aller registrierten Gewaltdelikte (2019: 201 Fälle) waren gefährliche und schwere Körperverletzungen. Weitere 70Fälle (2019: 49 Fälle) waren Raubdelikte. Es wurden keine Mord-und Totschlagdelikte (2019: 2 Fälle) registriert.
Wirtschaftskriminalität
Im Bereich der Wirtschaftskriminalität wurden 104 Delikte (2019: 90) registriert, das entspricht einem Anstieg um 15,6 Prozent. Die Aufklärungsquote in diesem Bereich betrug 100,0 Prozent (2019: 97,8 Prozent). 57 Tatverdächtige wurden ermittelt.
Durch 95 Fälle aus dem Sektor der Wirtschaftskriminalität wurde ein Schaden von rund 1,4 Millionen Euro (2019: 8,2 Millionen Euro) verursacht. Etwa 1,1 Millionen Euro darunter sind infolge von 41 Insolvenzstraftaten entstanden (2019: 7,3 Millionen).
Straßenkriminalität
Die Straßenkriminalität sank auf 1.945 Fälle (2019: 2.097), von denen 555 Fälle aufgeklärt werden konnten.
Jörg Kubiessa: „Damit fiel die Zahl erstmals in den vergangenenzehnJahren unter die 2000er Marke. Dieses Rekordtief ist deshalb so wichtig, weil Straftaten im öffentlichen Raum die größten Auswirkungen auf das Sicherheitsgefühl haben. Allerdingsbleibt abzuwarten,ob sich daraus tatsächlich ein positiver Trend ableiten lässt oder die geringen Fallzahlen eine Folge der geringeren Mobilitätaufgrund der Pandemiesind.“
Die Aufklärungsquote lag bei 28,5 Prozent und ist gegenüber dem Vorjahr um 8,2Prozentpunkte gestiegen. Insgesamt wurden 528 Tatverdächtige (2019: 428) ermittelt. Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen in diesem Bereich betrug 20,8 Prozent (2019: 18,7 Prozent).
Massenkriminalität
Bei den Sachbeschädigungen sind in der Polizeilichen Kriminalstatistik 1.494 Fälle (2019: 1.310 Fälle) zu verzeichnen. Die Aufklärungsquote liegt bei 33,1 Prozent und sank damit nur unmerklich um 0,4 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr (2019: 33,5 Prozent). In rund 31,5 Prozent der Fälle handelte es sich um sonstige Sachbeschädigungen auf Straßen, Wegen und Plätzen (2019: 34,7 Prozent), weitere 24,1 Prozent entfallen auf Sachbeschädigungen an Kraftfahrzeugen (2019: 22,1 Prozent).
Bei Graffiti als Sonderform der Sachbeschädigung stieg die Zahl der erfassten Fälle auf 281 (2019: 243). Dies entspricht einem Anstieg um 15,6 Prozent. Die Aufklärungsquote lag bei 16,0 Prozent und war damit 9,5 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. 2020 konnten 45 Tatverdächtige ermittelt werden (2019: 47), die zu 71,1 Prozent aus dem Bereich der Kinder, Jugendlichen und Heranwachsenden kamen (2019: 63,8 Prozent).
Die Anzahl der angezeigten Beförderungserschleichungen stieg gegenüber dem Vorjahr und lag bei 424 Fällen (2019: 352). Insgesamt wurden 310 Tatverdächtige ermittelt, von denen 110 nichtdeutsche Tatverdächtige waren.
Straftaten nach Infektionsschutzgesetz
In diesem Bereich gab es die letzten Male 2011 und 2012 je einen Fall, der in der Polizeilichen Kriminalstatistik abgebildet wurde. Im Verlauf des Jahres 2020 fanden aber aufgrund von Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie nunmehr 171 Fälle ihren Niederschlag in der Statistik. 170 dieser Fälle wurden aufgeklärt, was einer Aufklärungsquote von 99,4 Prozent entspricht. Es wurden insgesamt 305 Tatverdächtige ermittelt, die zu 70,2 Prozent zur Gruppe der Erwachsenen gehörten und zu 27,9 Prozent zur Gruppe der Heranwachsenden und Jugendlichen. Überwiegend handelt es sich um männliche Tatverdächtige, ihr Anteil an der Gesamtzahl aller Tatverdächtigen beträgt 76,4 Prozent.
Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz fallen in der Polizeilichen Kriminalstatistik unter den Summenschlüssel der Umweltkriminalität.
Kriminalitätsstatistik für den Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Eckpunkte der Kriminalitätsentwicklung
Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge wurden 2020insgesamt 10.728Straftaten (2019: 10.967) erfasst. Das sind 239 Fälle weniger als im Vorjahr und entspricht einer Abnahme um 2,2Prozent.
Die Häufigkeitszahl, die angibt wie viele Straftaten rechnerisch auf 100.000 Einwohner entfallen, sank 2020 auf 4.368 (2019: 4.465).
Insgesamt 7.393 Straftaten (2019: 7.424) konnten aufgeklärt werden. Die Gesamtaufklärungsquote stieg leicht auf 68,9 Prozent (2019: 67,7 Prozent).
Von den 5.958 ermittelten Tatverdächtigen (2019: 6.163) waren 78,5 Prozent männlichen und 21,5 Prozent weiblichen Geschlechts. Es wurden dabei 336 Kinder (2019: 307), 499 Jugendliche (2019: 575) und 492 Heranwachsende (2019: 494) als Tatverdächtige ermittelt.
Die Zahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen sank von 2.397 im Jahr 2019 auf 2.109 im Jahr 2020. Ihr Anteil an der Gesamtzahl der Tatverdächtigen betrug somit 35,4 Prozent (2019: 38,9 Prozent).
Auch bei der allgemeinen Kriminalität ohne ausländerrechtliche Delikte wurden 2020 mit 9.418 Fällen (2019:9.475) 0,6 Prozent weniger Straftaten registriert. Die Aufklärungsquote stieg in diesem Bereich auf 65,0 Prozent (2019: 62,8 Prozent). Insgesamt wurden 4.826 Tatverdächtige ermittelt (2019: 4.821). Davon waren 987 Nichtdeutsche (2019: 1.063), deren Anteil damit von 22,0 Prozent im Jahr 2019 auf 20,5 Prozent im Jahr 2020 absank. Als tatverdächtig erfasst wurden 226 Kinder (2019: 230), 465 Jugendliche (2019: 522) und 465 Heranwachsende (2019: 436).
Die Zahl der Opfer von Straftaten blieb mit 1.678 unter der Zahl der Vorjahre (2019: 1.704), das sind 1,5 Prozent weniger als 2019. Insgesamt 975 Opfer (58,1 Prozent) waren männlichen und 703 Opfer (41,9 Prozent) weiblichen Geschlechts. Unter den Opfern waren 188 Kinder (2019: 202), 141 Jugendliche (2019: 142) und 125 Heranwachsende (2019: 134). 152 Opfer (2019: 142) einer Straftat waren 60 Jahre oder älter. Insgesamt wurden 1.224 Erwachsene als Opfer registriert.
Der durch Kriminalität registrierte finanzielle Schaden betrug rund 13,8 Millionen Euro (2019: 11,3 Millionen Euro).
Ausgewählte Deliktbereiche
Eigentumskriminalität
Lässt man das weite Feld der strafrechtlichen Nebengesetze, zu denen unter anderem auch sämtliche ausländerrechtliche Delikte zählen, außer Acht, so bilden im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge die Gesamtheit aller Diebstahlsdelikte nur noch knapp den Hauptteil der Gesamtkriminalität, ihr Anteil beträgt 24,3 Prozent (2019: 26,1 Prozent). Damit liegt dieser Teil der Kriminalität nur noch 0,3 Prozentpunkte vor den sonstigen Straftatbeständen des Strafgesetzbuches, zu denen Erpressung, Beleidigung und Sachbeschädigung zählen. Die Fallzahlen beim Diebstahl sanken auf 2.604 Fälle (2019: 2.859 Fälle). Die Anzahl der aufgeklärten Fälle stieg von 901 im Jahr 2019 auf 982 im Jahr 2020. Damit stieg die Aufklärungsquote um 6,2 Prozentpunkte auf 37,7 Prozent.
Die Diebstähle setzen sich zusammen aus 1.317 Fällen des Diebstahls ohne erschwerende Umstände (2019: 1.436) und 1.287 Fällen des Diebstahls unter erschwerenden Umständen (2019: 1.423). Dies entspricht prozentualen Rückgängen von 8,3 bzw. 9,6 Prozent.
Schwerpunkte im Bereich der Diebstahlskriminalität sind wie auch im Vorjahr Diebstähle in/aus Geschäften oder Kiosken mit 489 Fällen (2019: 545 Fälle), Diebstähle von Fahrrädern mit 293 Fällen (2019: 376 Fälle) und Diebstähle an/aus Kraftfahrzeugen mit 270 Fällen (2019: 347 Fälle).
Bei den Diebstählen von Kraftfahrzeugen, einschließlich der unbefugten Benutzung, blieben die Fälle gegenüber dem Vorjahr fast gleich bei 53 Fällen (2019: 55 Fälle). Im Gegenzug stieg die Zahl der aufgeklärten Fälle um 5 auf 28 Fälle, was einer Aufklärungsquote von 52,8 Prozent (2019: 41,8 Prozent) entspricht.
Von den 35 ermittelten Tatverdächtigen waren 19 Nichtdeutsche, was einem Anteil von 54,3 Prozententspricht. Von den nichtdeutschen Tatverdächtigen kamen zwölf aus Polen, fünf aus der Tschechischen Republik und je einer aus Afghanistan bzw. Rumänien.
Im Bereich des Ladendiebstahls sank die Anzahl der Fälle gegenüber dem Jahr 2019 um 9,2 Prozent auf 377 Fälle (2019: 415 Fälle). Die Aufklärungsquote lag mit 88,6 Prozent etwa einen Prozentpunkt über der des Vorjahres mit 87,5 Prozent. Insgesamt wurden 345 Tatverdächtige ermittelt. Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen mit 101 in diesem Bereich lag bei 29,3 Prozent (2019: 31,6 Prozent).
Diebstähle in/aus Büros, Lagern und Werkstätten stiegen im Jahr 2020 von 185 Fällen im Vorjahr auf 203 Fälle und damit um 9,7 Prozent an. Die Aufklärungsquote betrug in diesem Deliktfeld 29,6 Prozent (2019: 22,2 Prozent).
Die Zahl der Diebstähle in/aus Wohnungen stieg im Jahr 2020 lediglich um 2 Fälle auf 196 Fälle. Dabei handelt es sich in 90 Fällen um Diebstähle ohne erschwerende Umstände (2019: 99 Fälle), bei denen die Täter entweder zugangsberechtigt waren oder ungehindert in die Wohnung gelangen konnten. In weiteren 106 Fällen handelt es sich um Wohnungseinbrüche (2019: 95), bei denen die Täter ein Hindernis zu überwinden hatten. In 43 dieser Fälle fand die Tat zwischen 06:00 Uhr und 21:00 Uhr statt, bei denen man von Tageswohnungseinbrüchen spricht. Insgesamt lag die Aufklärungsquote in diesem Deliktbereich bei 50,5 Prozent (2019: 51,0 Prozent).
Rauschgiftkriminalität
Im Jahr 2020 sanken die Fallzahlen im Bereich Rauschgiftkriminalität weiter auf 497 Fälle (2019: 581 Fälle). Zu berücksichtigen ist, dass das Ausmaß der Rauschgiftkriminalität maßgeblich vom polizeilichen Kontroll-und Feststellungsverhalten geprägt wird. Dabei handelt es sich fast ausschließlich um Rauschgiftdelikte. In nur 2 Fällen handelte es sich um sogenannte direkte Beschaffungskriminalität3, über das Ausmaß der indirekten Beschaffungskriminalität4liefert die Polizeiliche Kriminalstatistik keine exakten Angaben.
Die Aufklärungsquote betrug 96,8 Prozent (2019: 96,9 Prozent). Die Polizei ermittelte 455 Tatverdächtige (2019: 541). Dabei stehen 385 männlichen Tatverdächtigen 70 weibliche Tatverdächtige gegenüber. Der Anteil von nichtdeutschen Tatverdächtigen liegt bei 15,8 Prozent (2019: 16,8 Prozent).
Die Zahl der allgemeinen Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz (so genannte Konsumentendelikte) sank auf 416 Fälle (2019: 446 Fälle). Die Fallzahlen beim unerlaubten Handel mit oder Schmuggel von Betäubungsmitteln sank auf 49 Fälle (2019: 83 Fälle).
Jörg Kubiessa: „Der Rückgang um 41 Prozentist auffällig. Ich gehe davon aus, dass auch die mediale Berichterstattung der stärkeren Grenzkontrollen im Zusammenhang mit der Pandemie einengewissen Abschreckungseffekt zur Folge hatte.“
Insgesamt wurden im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge 77 allgemeine Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz mittels Crystal (2019: 71 Fälle) und 8 Fälle des Handels oder Schmuggels mit Crystal (2019: 12 Fälle) festgestellt. Die allgemeinen Verstöße mittels Cannabis und dessen Zubereitungen sanken um 31 auf 290 Fälle und damit um 9,7 Prozent (2018: 321 Fälle).
Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge wurden durch die Polizeidirektion Dresden ca. 3,9 Kilogramm Marihuana, rund 291 Gramm Crystal, 174 Gramm Haschisch und 106 Stück Ecstasy sichergestellt. Bei Kokain, Drogenersatzstoff, Amphetamin u.a. lagen die Sicherstellungsmengen unter 100 Gramm.
Im Jahr 2020 wurde kein Drogentoter registriert (2019: 1).
Gewaltkriminalität
Die Zahl der Gewaltstraftaten sank auf 225 Fälle (2019: 253 Fälle). Bei einer Aufklärungsquote von 87,6 Prozent sind 254 Tatverdächtige (2019: 286) ermittelt worden. Davon waren 46 Tatverdächtige nichtdeutsch (2019: 78), was einem Anteil von 18,1 Prozent (2019: 27,3 Prozent) entspricht.
176 Fälle allerregistrierten Gewaltdelikte waren gefährliche und schwere Körperverletzungen (2019: 206). Bei weiteren 38 Fällen handelte es sich um Raubstraftaten (2019: 30 Fälle) und es wurden zwei Mord-und Totschlagdelikte (2019: 5 Fälle) registriert, wobei es sich in beiden Fällen um versuchte Straftaten handelt.
Wirtschaftskriminalität
Die Wirtschaftskriminalität stieg auf 137 Delikte (2019: 74 Fälle), was einem Anstieg um 85,1 Prozent entspricht. Die Aufklärungsquote in diesem Bereich betrug 100,0 Prozent (2019:98,6 Prozent). 87 Tatverdächtige wurden ermittelt.
Der festgestellte finanzielle Schaden betrug rund 9,9 Millionen Euro (2019: 6,8 Millionen Euro). Allein rund 9,0 Millionen Euro Schaden wurden durch Insolvenzverschleppung auf dem Wirtschaftssektor verursacht, wofür 39 Tatverdächtige verantwortlich sind.
Straßenkriminalität
Die Straßenkriminalität sank weiter auf 1.610 Fälle (2019: 1.719 Fälle), was einem Rückgang von 6,3 Prozent entspricht. Insgesamt wurden 413 Tatverdächtige ermittelt (2019: 533). Die Aufklärungsquote stieg in diesem Bereich leicht auf 24,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2019: 23,7 Prozent). Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen lag hier bei 19,4 Prozent (2019: 21,6 Prozent), dies entspricht 80 nichtdeutschen Tatverdächtigen (2019: 115).
Massenkriminalität
Die Anzahl der Sachbeschädigungen stieg um 22 auf 1.318 Fälle (2019: 1.296 Fälle), dies entspricht einem Anstieg um 1,7 Prozent. Die Aufklärungsquote sank um 5,6 Prozentpunkte auf 25,3 Prozent (2019: 30,9 Prozent). Bei 297 Fällen handelt es sich um Sachbeschädigungen an Kraftfahrzeugen (2019: 284 Fälle).
Jörg Kubiessa: „Einen deutlichen Anstieg von knapp 45 Prozent gibt es bei Sachbeschädigungen durch Graffiti. Besonders betroffen von der Entwicklung sind Freital, Pirna und Bad Schandau. Dieser Entwicklung können wir in erster Linie durch mehr Präsenz, unter Einbeziehung der sächsischen Bereitschaftspolizei, begegnen.“
Bei 390 Sachbeschädigungen handelt es sich um Graffiti (2019: 271 Fälle). Die Aufklärungsquote stieg in diesem Bereich von 7,4 Prozent auf 11,8 Prozent.
Straftaten nach Infektionsschutzgesetz
Jörg Kubiessa: „Straftaten gegen das Infektionsschutzgesetz fanden erstmals in den vergangenen zehn Jahren Eingang in die Polizeiliche Kriminalstatistik. Im Verlauf des Jahres 2020 wurden 159 Fälle von Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz erfasst, die in direktem Zusammenhang mit der Corona-Pandemie stehen.“
Alle dieser Fälle wurden aufgeklärt und es wurden insgesamt 267 Tatverdächtige ermittelt. Zu 73,4 Prozent gehörten diese Tatverdächtigen zur Gruppe der Erwachsenen und zu 25,5 Prozent zur Gruppe der Heranwachsenden und Jugendlichen. Zu einem überwiegenden Teil handelte es sich dabei um männliche Tatverdächtige, ihr Anteil an der Gesamtzahl aller Tatverdächtigen beträgt 74,2 Prozent.
Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz fallen in der Polizeilichen Kriminalstatistik unter den Summenschlüssel der Umweltkriminalität.
