Checkpoints an Dresdner Elbbrücken
Unbekannte haben an mehreren Elbbrücken in Dresden Tafeln mit der Aufschrift "Checkpoint" aufgestellt. Auf den Papptafeln ist die Rede von Checkpoints sowie der "guten" und "bösen" Elbseite. In einer E-Mail werden die Schilder als "eine wertvolle Warnung" bezeichnet, berichtete das Neustadt-Geflüster, wenn – besonders an "patriotischen" Montagen – der Weg über die Elbe auf die andere, sogenannte "böse" Seite führt."In der Mail heißt es:"Seit heute morgen wird Passanten auf den Neustädter Elbbrücken die urbane und menschliche Orientierung in der sächsischen Landeshauptstadt leichter und angenehmer gemacht: Die Neustadt-Brücken-Checkpoints sind installiert!Auf der Marien-, der Augustus-, der Carola- und der Albertbrücke zeigen nun auf der Neustädter Elbseite mannshohe Schilder eine wertvolle Warnung, wenn – besonders an „patriotischen“ Montagen - der Weg über die Elbe auf die andere, sogenannte „böse“ Seite führt. Gleichzeitig heißen die Aufsteller die von der anderen Seite kommenden, nicht selten von Abendspaziergängen verwirrten Passanten wärmsten willkommen – und geben praktische Tipps, wie man fernab vom Altstädter „Disneyland“ die gute Elbseite Dresden am besten für sich entdeckt.Die Initiatoren aus Wirtschaft, Politik, Gesellschaft und Kunst haben sich übrigens entgegen der früheren Ost-/West-Berliner-Tradition bewusst gegen unangenehme Personenkontrollen an den Checkpoints entschieden. Stattdessen grüßen symbolisch-freundlich ein Häschen (Marienbrücke), ein Gorilla (Augustusbrücke), eine Giraffe (Carolabrücke) und ein Tiger (Albertbrücke) in kuscheliger Form die „Grenzgänger“ Dresdens. Somit sind die Checkpoints aus Neustädter Sicht ein sympathisches Zuckerbrot (nicht nur für Touristen) - statt reaktionärer pseudo-abendländlicher Peitsche."Teilweise wurden die Tafeln bereits entfernt, an einigen Stellen standen die Schilder am Freitagmorgen noch. Wer Urheber für die Aktion ist, ist derzeit nicht bekannt.