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Campino entschuldigt sich nach Nachtbad in Dresden und will 5000 Euro spenden

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Die Toten Hosen haben sich nach ihrer Nachtbade-Aktion im Georg-Arnhold-Bad jetzt bei den Dresdner Bädern gemeldet. Campino habe sich gemeldet und um Entschuldigung gebeten, teilte Bäder-Sprecher Lars Kühl schriftlich mit.

In den Dresdner Bädern gebe es zwar auch weiterhin keinen Promibonus, dafür könne man aber reden. Das werden man zusammen mit den Toten Hosen auch tun. Für Dresden soll dabei etwas herausspringen, hieß es. Auf jeden Fall soll es keinen juristischen Streit bis zum bitteren Ende geben.

Die Toten Hosen teilten in einem Brief mit, man wolle 5000 Euro spenden: "Uns ist bei dem nächtlichen Ausflug aufgefallen, dass z.B. die Startblöcke leichte Verschleißerscheinungen hatten und so wollen wir gerne mit einer kleinen Spende von 5000 Euro mögliche Erneuerungsmaßnahmen an dieser und anderer Stelle unterstützen. Gerne würden wir damit auch die noch ausstehenden Eintrittsgelder von unseren Begleiterinnen und Begleitern in dieser Nacht begleichen. "

Für ein Interview stand der Pressesprecher der Dresdner Bäder nicht zur Verfügung. Man sei mit der Sache seit drei Tagen beschäftigt und wolle einen Schlussstrich ziehen. Man habe deswegen alle Interviewanfragen heute abgelehnt, hieß es.

Wir dokumentieren den Entschuldigungsbrief der Toten Hosen, der unsere Redaktion vorliegt:

Liebe Mitarbeiter vom Georg-Arnhold-Bad und der Dresdner Bäder GmbH,

wir waren ja am Samstag für einen Tag lang Eure Nachbarn, weil unser Backstagebereich direkt an Eure Anlage grenzte. Wir hatten also die ganze Zeit Euer einladendes Schwimmbad vor Augen, konnten aber unserer Begeisterung nicht durch einen Besuch Ausdruck verleihen, weil wir ja bis spät in die Nacht beschäftigt waren. Als wir dann endlich Zeit hatten, aber das Bad leider schon geschlossen war, hatten wir uns eigentlich fest vorgenommen, zu warten bis Ihr wieder öffnet.

Leider hat unser Tourmanager uns daran erinnert, dass wir noch in derselben Nacht nach Berlin fahren müssten. Doch was wäre eine Reise nach Dresden wert, ohne einen Ausflug in Euer schönes Spaßbad gemacht zu haben? Und weil wir nun mal schon alle einen sitzen hatten, haben wir der Versuchung nachgegeben, Eurer Anlage eine Visite abzustatten. Wir wurden nicht enttäuscht.

Um mit dem weitverbreiteten Klischee aufzuräumen, dass man als Rockmusiker nur mit eigener Yacht oder mindestens im eigenen Pool schwimmen geht, war es uns wichtig, mit einem Foto zu unterstreichen, dass man als Mitglied der Toten Hosen immer noch auf das öffentliche Freibad angewiesen ist und das nicht bereuen muss.

Kleine Anmerkung am Rande: Uns ist bei dem nächtlichen Ausflug aufgefallen, dass z.B. die Startblöcke leichte Verschleißerscheinungen hatten und so wollen wir gerne mit einer kleinen Spende von 5000 Euro mögliche Erneuerungsmaßnahmen an dieser und anderer Stelle unterstützen. Gerne würden wir damit auch die noch ausstehenden Eintrittsgelder von unseren Begleiterinnen und Begleitern in dieser Nacht begleichen. Wir bitten um Vergebung, freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen und werden uns bemühen, die Öffnungszeiten einzuhalten.

Campino und Die Toten Hosen

Und hier die vollständige Mitteilung des Dresdner BäderbetriebesAn Tagen wie diesen ist es wohl das Beste, einen Schlussstrich unter die Nacht der Nächte zu ziehen. Campino von den Toten Hosen und seine Freunde waren nach ihrem Dresden-Konzert in der Nacht zum vergangenen Sonntag im Georg-Arnhold-Bad planschen. Ohne Erlaubnis, aber mit viel Vergnügen und riesiger Medienwelle nach ihren Posts in den sozialen Kanälen. Der Dresdner Bäder GmbH blieb nichts anderes übrig, als den Vorfall bei der Polizei anzuzeigen. Vor dem Gesetz werden keine Unterschiede gemacht.

Jetzt hat sich Campino bei uns gemeldet und um Entschuldigung gebeten. In den Dresdner Bädern gibt es zwar weiterhin keinen Promibonus, dafür kann man aber mit uns reden. Das werden wir zusammen mit den Toten Hosen auch tun. Für Dresden soll dabei etwas heraus-springen. Wir werden sehen. Auf jeden Fall soll es keinen juristischen Streit bis zum bitteren Ende geben. Nichts bleibt für die Ewigkeit und deshalb machen wir jetzt hoffentlich bald unter die Sache einen Punk(t).
Eine Frage zum Schluss: Wann seh’n wir uns wieder? Die Band jedenfalls freut sich auf eine baldige Rückkehr, sagt sie, und wird sich bemühen, unsere Öffnungszeiten einzuhalten. Zu diesen ist sonst nie Tote Hose in unseren Bädern. Was bleibt sonst noch zu sagen? Schönen Gruß, auf Wiederseh’n!

Kritik von CDU

Kritisch äußerte sich am Mittwochnachmittag die Dresdner CDU. Kurz bevor die Entschuldigung der Hosen eingetroffen war, teilte Dr. Hans-Joachim Brauns, verwaltungspolitischer Sprecher mit:

„Ich habe kein Verständnis für eine allzu nachsichtige und tolerante Bewertung der Vorgänge in der Nacht vom 2. Juni, allein der Prominenz der ungebetenen Badegäste wegen. Die aktiv vom Oberbürgermeister und von einigen wenigen rot-grünen Stadträten betriebene Bagatellisierung dieses Delikts konterkariert nicht nur die konsequente Haltung des Bäderbetriebes. Sie ist das völlig falsche Zeichen gegenüber der Öffentlichkeit, da sie den Gleichheitsgrundsatz und damit ein elementares Prinzip unseres Rechts in Frage stellt. Der Rechtsstaat entzieht sich mit solchen Äußerung seiner eigenen Glaubwürdigkeit“, teilte Brauns schriftlich mit.

Ich halte eine Zurücknahme des Strafantrages allein aus Gründen der „Coolness“ – wie OB Hilbert meint – oder weil man sich – wie die Grünen – „mehr Humor und weniger Provinz“ wünscht, für falsch. Wie jeder andere Bürger stehen auch die Toten Hosen nicht über dem Gesetz. Ein Sonderrecht für Prominente darf es nicht geben„, so der CDU-Rechtsexperte abschließend.