Busbrand auf der A9: Verkettung tragischer Umstände
Polizei und Staatsanwaltschaft haben am Mittwochvormittag ihre Ermittlungsergebnisse zum tragischen Busbrand auf der A9 bei Münchberg vorgestellt. Die Staatsanwaltschaft sprach von einer Verkettung mehrerer tragischer Umstände. Der Fahrer war unaufmerksam, teilte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Hof, Jochen Götz, mit. Durch den Aufprall wurde der Bus aufgerissen, Rauch und Feuer breiteten sich sekundenschnell im Fahrzeug aus. Ein Zusatztank platze beim Aufprall auf. Der Brand wurde dann durch Kurzschlüsse in der Elektrik ausgelöst. Das beschädigte Druckluftsystem des Busses beschleunigte die Brandausbreitung, hieß es.Unfallhergang: Busfahrer unaufmerksamDer vorrausfahrende LKW hatte seine Geschwindigkeit etwa drei Kilometer vor einer Baustelle aufgrund von stockenden Verkehrs von 80 auf 30 km/h verringert, "ein normaler Bremsvorgang am Ende eines Staus", teilte die Staatsanwaltschaft mit. Der Busfahrer fuhr vermutlich wegen Unaufmerksamkeit mit dem Reisebus auf den bremsenden LKW auf. Eine toxikologische Untersuchung ergab keine Hinweise auf Alkohol oder sonstige Stoffe beim Busfahrer. Andere Verkehrsteilnehmer haben den Unfall nicht mit verursacht, sagte der Staatsanwalt.Keine technischen MängelDer Bus war Baujahr 2013, wurde 2014 zugelassen. Das Fahrzeug war mit ABS und ESP ausgestattet, hatte aber keine weiteren Assistenzsysteme, hieß es. Zwei Kraftstofftanks waren eingebaut, vorne rechts und links vor der Vorderachse. Vorne links unter dem Fahrersitz befanden sich zwei Batterien, sowie Startertechnik und Luftdrucktechnik. Das Fahrzeug wies keine technischen Mängel auf. Der vorrausfahrende LKW war mit Schaumstoffkissen beladen und von der Ukraine in Richtung Frankreich unterwegs. Das Fahrzeug wies keine technischen Mängel auf, Fahrer hatte Lenkzeiten eingehalten, teilten die Ermittler mit.Am 3. Juli war die Reisegruppe am frühen Morgen zum Gardasee nach Italien gestartet. Der Bus kam von einem Unternehmen aus Löbau. 18 Menschen kamen bei dem Unfall ums Leben. Sie stammen aus Dresden, Königstein, Pirna, Heidenau, Stolpen, Weißwasser und Hoyerswerda. 30 Menschen wurden verletzt. Zwei Verletzte befinden sich weiterhin in Nürnberg in der Klinik, teilte die Polizei mit.