• (Fotos: Red/Blaulicht­mel­dung Mittel­deutsch­land)

    (Fotos: Red/Blaulicht­mel­dung Mittel­deutsch­land)

Bus-Kunstwerk auf dem Neumarkt aufgebaut

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Auf dem Dresdner Neumarkt ist am Montag­morgen der Aufbau des "Monument"-Kunst­werkes gestartet. Am Nachmittag waren die Arbeiten mit zwei Kränen dann weitest­ge­hend abgeschlossen. Drei ausran­gierte Busse wurden hochkant vor der Frauen­kirche aufge­stellt. Sie stehen für den Bürger­krieg in Syrien, in Aleppo waren ebensolche Busse in dieser Art als Barri­kade aufge­stellt worden.

Die Entschei­dung zum Aufbau des "Monuments" vor der Frauen­kirche im Rahmen des Geden­kens an die Bombar­die­rung Dresdens im Zweiten Weltkrieg sei richtig und "wichtig für die Stadt", sagte Oberbür­ger­meister Dirk Hilbert bei der Vorstel­lung des Werkes.

Mit drei senkrecht aufra­genden ausran­gierten Linien­bussen will der deutsch-syrische Künstler Manaf Halbouni an eine Barri­kade in Aleppo erinnern. Hinter dieser brachten sich Bewohner in der vom Bürger­krieg zerstörten Stadt vor Hecken­schützen in Sicher­heit.

Sich mit dem Leid der Zivil­be­völ­ke­rung in gegen­wär­tigen Kriegen ausein­an­der­zu­setzen, stelle das Gedenken an die Opfer der Bombar­die­rung Dresdens nicht in Abrede, sagte Hilbert. "Ich dachte, wir sind in dem Prozess der Gestal­tung des 13. Februar schon ein Stück weiter." Anhänger von Pegida und die AfD hatten der Stadt einem angeb­li­chen "Missbrauch der Kunst­frei­heit" vorge­worfen.

In den vergan­genen Tagen gab es aufgrund der Aussage Hilberts, dass Dresden alles andere als eine unschul­dige Stadt war, sowie wegen des Kunst­werkes, zahlreiche Beleidigungen und Morddrohungen. Hilberts Familie wird nun von der Polizei geschützt. Er selbst werde wegen aller Drohungen Anzeige erstatten, teilte er am Sonntag auf seiner Facebookseite mit. Gleichzeitig bekräftige Hilbert seine Aussage.

Auch der Künstler und seine Unter­stützer sind auf mehreren Facebook­seiten zur Zielscheibe geworden. Einschüch­tern lassen will er sich aber nicht. Die Busse sollen ab dem 7. Februar auf den Neumarkt dann zwei Monate lang zu sehen sein.

Halbouni wurde 1984 in Damaskus geboren, kennt Dresden bereits aus seiner Kindheit. Seit 2008 lebt er wieder in Dresden, studierte Bildhauerei an der Hochschule für Bildende Künste Dresden.

In sozialen Netzwerken wurde zu "Raucher­pausen" an dem Kunst­werk aufge­rufen. Auch Hundekot und Schrott wolle man dort ablegen, hieß es auf mehreren Profilen. Polizei und Ordnungsamt haben entspre­chende Kommen­tare in sozialen Medien regis­triert und die Aufrufe im Blick, teilten die Presse­spre­cher von Ordnungsamt und Polizei auf unsere Anfrage mit. Im Detail wollte sich die Polizei derzeit nicht äußern.

Stadt­spre­cher Kai Schulz teilte auf Nachfrage mit, "sollte es zu Ansamm­lungen kommen, wird vor Ort entschieden, wie diese Ansamm­lungen recht­lich einzu­ordnen sind." Und weiter schreibt Schulz: "Davon hängt wiederum ab, welche Maßnahmen getroffen werden. Entschei­dend ist auch, zu welcher Tages­zeit es zu Ansamm­lungen kommt bzw. ob die Ansamm­lung mit anderen Veran­stal­tungen kolli­diert."

Auch bei Protesten am Tag der Einheit hatte die Stadt zunächst von "Ansammlungen" gesprochen, später dann aber von Versammlungen, da im Internet und bei Demonstrationen zu den Aktionen gezielt aufgerufen wurde.

Nach unseren Infor­ma­tionen wird für das zweite Kunst­werk am Theater­platz, einem riesigen Gräber­feld, auch ein Wachschutz engagiert.

Der erste Bus wird aktuell vor der Frauen­kirche aufge­richtet. #DD0602#DD0702#Monument#Dresdenpic.twitter.com/iIXwD8iniH

— Radio Dresden (@RadioDresden) 6. Februar 2017