Auftakt für Millionen-Sanierung der Burg Hohnstein
Fünf Jahre nach Unterzeichnung einer Absichtserklärung beginnt am Mittwoch die Instandsetzung der Burg Hohnstein in der Sächsischen Schweiz. Am Vormittag wurde symbolisch der erste Spatenstich gesetzt, die Bauarbeiter legen einen Tag später los.
Zuerst wird der Burggarten unterhalb der rund 800 Jahre alten Burg saniert und für 4,5 Millionen Euro zum Veranstaltungsort mit Bühne, mobiler Schankwirtschaft oder auch neuen Elektro- und Wasseranschlüssen umgebaut werden. Ein Großteil des Geldes fließt auch in die Sanierung der angrenzenden, maroden Burgmauer, so Hohnsteins Bürgermeister Daniel Brade (SPD). Ende 2025 soll der erste Bauabschnitt beendet sein.
Danach geht es an die eigentliche Burg - ein Mammut-Projekt. Rund 32 Millionen Euro sind dafür veranschlagt, 16 Mio. Euro habe der Bund über Fördermittel schon zugesagt, so Brade. Weitere 13,5 Mio.Euro soll der Freistaat zusteuern, die aber erst noch im kommenden Haushalt verankert werden müssen. Und je 3 Mio. Euro sollen der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (offizieller Besitzer der Burg Hohnstein) und die Burggesellschaft aufbringen.
Dafür soll die Jugendherberge trotz Denkmalschutz zu einem modernen 3-Sterne-Familien-Hotel mit 120 Betten umgebaut und die gesamte Burg-Infrastruktur erneuert werden. Für weitere 13 Mio. Euro könnte im Anschluss dann ein weiterer Teil des Burggartens vollendet werden. Diese Gelder sind jedoch noch nicht gesichert.
„Gesamtkosten von 45 Millionen Euro zu stemmen, sind für einen Landkreis oder eine Kommune eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Aber die Burg hat Generationen von Kindern geprägt und muss erhalten werden“, so Ministerpräsident Michael Kretschmer. Nach der Sanierung der Burg im Jahre 2030 soll dann auch vom Landkreis in die Hände der Stadt Hohnstein übergehen.
Die „Burg-Millionen“ waren ein parteiübergreifender Kraftakt. SPD, Linke, Grüne und auch die CDU hatten sich auf kommunaler, Landes- und Bundesebene für Fördergelder stark gemacht. Ein Teil davon kommt auch von konfiszierten SED-Millionen nach dem Mauerfall.
Die auf einem Sandsteinfelsen über dem Polenztal thronende „Burg auf dem hohen Stein“ wurde erstmals 1317 urkundlich erwähnt. Sie erlebte bis heute eine wechselvolle Geschichte. Die Burg war Festung, Konzentrationslager und Jugendherberge. Das alles soll auch in einem neuen Museum aufgearbeitet werden.