• Fotos: Tele-Lausitz

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Bürgerver­sammlung nach Tumulten vor Erstaufnahmelager für Flüchtlinge in Bischofswerda

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Nach den Tumulten vergan­gene Nacht vor dem Erstauf­nah­me­lager für Flücht­linge in Bischofs­werda hat sich die Lage beruhigt. Die ersten Asylbe­werber bezogen ein Gebäude der ehema­ligen Herren­mode, eines ehema­ligen Textil­be­triebes in der Bischofs­wer­daer Südvor­stadt.

Der erste Bus mit den Flücht­lingen wurde in der Nacht von aufge­brachten Einwoh­nern gestoppt. Rund 30 Menschen hätten versucht, die Zufahrt zur Halle zu versperren, so die Polizei. Die Demons­tranten skandierten Buhrufe. Einige hatten Alkohol getrunken. Eine Frau stürzte und zog sich eine Kopfver­let­zung zu. Die Polizei sprach Platz­ver­weise aus. In drei Fällen werde wegen Belei­di­gung von Polizisten ermit­telt, in einem Fall wegen des Verdachts der Volks­ver­het­zung.

Inzwi­schen sind drei Busse mit Flücht­lingen in Bischofs­werda angekommen, ein weiterer Bus wird im Tages­ver­lauf erwartet. Bis zu 400 Asylbe­werber sollen auf dem Gewer­be­grund­stück unmit­telbar des beste­henden Asylbe­wer­ber­heimes unter­ge­bracht werden. Das teilte am Abend die Landes­di­rek­tion Sachsen mit.  Die Stadt­ver­wal­tung sei darüber infor­miert worden.

Aber nicht recht­zeitig, so Oberbür­ger­meister Holm Große. Null-Kommu­ni­ka­tion wirft der OB der Landes­di­rek­tion vor. Alter­na­tiv­vor­schläge zum Grund­stück der Herren­mode seien negiert worden. Eben auf jenem Grund­stück will ein Logis­tik­un­ter­nehmen 35 Arbeits­plätze schaffen. Damit torpe­diere die Landes­di­rek­tion bereits einge­lei­tete Infra­struk­tur­ent­wick­lungen, wie z.B. den Anschluss an das schnelle Internet.

Im Erstauf­nah­me­lager für Flücht­linge  in Bischofs­werda kommt jetzt auch die Bundes­wehr zum Einsatz. Heute Mittag rollten zwei Trans­porter an. Zehn Soldaten wurden nach Bischofs­werda abkom­man­diert. Sie leisten logis­ti­sche Hilfe. Sie seien inner­halb der Aktion "Helfende Hände" im Einsatz, sagte der Sprecher der Bundes­wehr in Sachsen, Chris­toph von Löwens­tern, unserem Sender.

Oberbür­ger­meister Holm Große hat kurzfristig für heute Abend (18 Uhr) Einwohner zu einer Bürger­ver­samm­lung ins Rathaus einge­laden. Erwartet werden Innen­mi­nister Markus Ulbig, der Görlitzer Polizei­prä­si­dent Conny Stiehl und der Einsatz­leiter des DRK. Einge­lassen werden nur 100 Bischofs­wer­daer. Die Presse muss draußen bleiben.