++ EIL ++

Bürgermeister aus ganz Europa beraten zum Internationalen Dresden Dialog

Zuletzt aktualisiert:

Oberbür­ger­meister Dirk Hilbert hat am Montag den Inter­na­tio­nalen Dresden Dialog eröffnet. Dazu hatte er europa­weit Bürger­meister einge­laden, darunter aus den Städten Breslau, Straß­burg und Graz. Bei dem Treffen sollen Probleme der Migra­tion bespro­chen werden. Auch welche Rolle Demokratie, Kultur und Stadt­ge­mein­schaft bei der Migra­tion spielen steht zur Diskus­sion. Dafür gibt es ein Rundtisch­ge­spräch und eine Podiums­dis­kus­sion.Dresdens Oberbür­ger­meister Dirk Hilbert:Wenn ich mit Oberbür­ger­meis­tern anderer deutscher Städte zusam­men­treffe, werde ich längst nicht mehr gefragt: “Was ist denn bei Euch los?„ Viel eher lautet die Frage: “Wie geht ihr damit um?„ Es ist zu spüren, dass die Spaltung in vielen Teilen der Gesell­schaft um sich greift und immer mehr Menschen politi­sche Zuflucht in radikalen Positionen suchen, sich aus politi­schen und gesell­schaft­li­chen Debatten zurück­ziehen und die Bereit­schaft fehlt, das eigene Lebens­um­feld konstruktiv mitzu­ge­stalten. Das ist Realität in deutschen Städten und Gemeinden. Deutsch­land reiht sich damit nahtlos in eine europäi­sche Entwick­lung ein. Und damit meine ich nicht nur den Brexit oder Katalo­nien. Ob in den Nieder­landen, Frank­reich, Polen oder Ungarn: Europa erlebt die erschre­ckende Renais­sance der Populisten, die sich einer Abschot­tung des Konti­nents und dem Wieder­aufbau von Grenzen verschrieben haben. Im Fußball gibt es einen schönen Spruch, der auch unein­ge­schränkt für die Politik gelten sollte: Man muss da hingehen, wo es weh tut. Politi­ke­rinnen und Politiker müssen sich – so unange­nehm es im Zweifel sein mag – auch der Wut stellen. Ich werde meine politi­schen Positionen, insbe­son­dere die zur Frage von Toleranz und Offen­heit in unserer Gesell­schaft, nicht verlassen. Und ich bin der festen Überzeu­gung, dass Kultur einer der entschei­denden Faktoren in unserer gesell­schaft­li­chen Entwick­lung werden kann. Gerade die Kultur gibt uns die große Chance gemeinsam mit der Bürger­schaft einen Prozess zu beginnen, der uns vielleicht wieder über gefühlte Grenzen hinweg zusam­men­rü­cken lässt. Das ist meine Haupt­mo­ti­va­tion, dass wir uns um den Titel Kultur­haupt­stadt Europas bewerben. Nur aus der Begeg­nung, für die Kultur der richtige Rahmen ist, kann auch Verständnis erwachsen.“   Karl-Heinz Lambertz, Präsi­dent, Europäi­scher Ausschuss der Regionen: "Um wieder Vertrauen in die Europäi­sche Union zu gewinnen, muss den Bürgern der Mehrwert Europas deutlich werden. Dazu müssen wir den Sorgen der Bürger zuhören, denn Europa findet vor Ort statt und nicht nur in Brüssel. Wir brauchen ein Europa, das voll und ganz den Zielen der Gerech­tig­keit und des sozialen Fortschritts verpflichtet ist. Städte und Regionen brauchen die nötigen Mittel, um in die Zukunft Europas inves­tieren zu können und so die Voraus­set­zungen für soziale Kohäsion zu schaffen. Nur so können wir Populismus und Natio­na­lismus zurück­drängen und ein fried­li­ches, solida­ri­sches Europa schaffen, das fest in seinen Städten und seinen Regionen verwur­zelt ist." Dr. Albrecht Schröter, Oberbür­ger­meister der Stadt Jena und Mitglied im Präsi­dium des kommu­nalen Spitzen­ver­bandes: „Die Städte wollen den Zusam­men­halt inner­halb der Stadt­ge­sell­schaft stärken. Dazu gehört unbedingt, sich mit Respekt zu begegnen und sich fürein­ander zu inter­es­sieren. Damit das Zusam­men­leben funktio­niert, brauchen wir einen Austausch der unter­schied­li­chen gesell­schaft­li­chen Gruppen und Chancen für soziale Teilhabe. Auchmit einer breiten Betei­li­gung der Bürge­rinnen und Bürger an politi­schen Entschei­dungs­pro­zessen schaffen die Städte eine wichtige Grund­lagefür eine leben­dige lokale Demokratie.“